Mercedes-Benz G 500 4x4² - Quadratur des G

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Neuer V8-Biturbomotor mit 422 PS
- durch Portalachsen 2,25 Meter hoch
- mögliche Serienfertigung




Wie bereits am Dienstag angekündigt wurden heute von Mercedes-Benz weitere Bilder und Daten zum G 500 4x4² Showcar veröffentlicht, das auf dem Auto Salon in Genf präsentiert wird. Und obwohl die Schwaben weiterhin offiziell von einer Konzeptstudie sprechen lässt der heutige Pressetext durchblicken, dass eine Serienfertigung eigentlich längst beschlossene Sache ist.

Exterieur

Für die Quadratur des G-Modells wurden die besten Zutaten des G 63 AMG 6x6 auf den normalen Fünftürer übertragen. Der hervorragende Allradantrieb inklusive mechanischer Sperren und Portalachsen wurde um eine Achse gekürzt und unter die kürzere Karosserie implementiert. So entsteht ein 2,25 Meter hoher und 2,1 Meter breiter Offroader, der auf den ersten Blick klar macht, dass mit ihm im Gelände nicht zu spaßen ist. Oberhalb der Windschutzscheibe wurde vom G 63 AMG 6x6 die Sonnenblende mit integrierter LED-Beleuchtung übernommen. Sie besteht ebenso wie die teilweise in Wagenfarbe lackierten Kotflügelverbreiterungen aus Kohlefaser. Vorn kommt der Stoßfänger der AMG-Modelle zum Einsatz.

Interieur

Im Innenraum begrüßt das G 500 4x4² Showcar seine Betrachter mit einer schwarzen Lederausstattung aus der designo-Abteilung. Diese besteht zum Teil aus echtem Leder und zum Teil aus der Ledernachbildung Dinamica und umfasst neben den üblichen Umfängen auch den Dachhimmel und die Säulenverkleidungen. Weiße Kontrastnähte setzen optische Akzente. Auf den Sitzflächen und Türpaneelen findet sich eine Rautensteppung.

Performance

Entgegen unserer ersten Vermutung arbeitet unter der Motorhaube der Studie nicht das bekannte Achtzylinderherz, sondern ein neu entwickelter V8-Biturbomotor mit Benzindirekteinspritzung und vier Litern Hubraum, der es auf 310 kW/422 PS bringt. Entgegen der üblichen Bauweise sind die Turbolader nicht unterhalb des Motorblocks, sondern in der Mitte des Zylinder-V untergebracht, um die Effizienz zu verbessern. Zusätzlich dazu erhielten die Zylinder eine Nanoslide-Beschichtung, die doppelt so hart wie konventionelle Graugußlaufbuchsen ist. So wird die innere Reibung und damit der Verbrauch gesenkt. Nanoslide wurde von Daimler-Ingenieuren im Jahr 2000 entwickelt und seit 2006 in über 200.000 Motoren verwendet. Die Abgase des Achtzylindermotors strömen durch doppelläufige Sidepipes unterhalb der hinteren Türen ins Freie, wodurch sich die Geländegängigkeit verbessert, da die Endrohre nicht am Heck den Böschungswinkel einschränken.

Chassis

Das Fahrwerk mit doppelten Feder-Dämpferbeinen und verstellbaren Dämpfern sorgt dafür, dass im G 500 4x4² der Offroadbereich erst dort beginnt, wo andere Geländewagen bereits an ihre Grenzen stoßen. Im Vergleich zum normalen G sorgen die Portalachsen für eine Spurverbreiterung um 299 Millimeter. 22 Zoll große Räder mit 325/55 R 22er Pneus sorgen jedoch auch auf befestigten Straßen für ordentlichen Fahrspaß. Für häufige Fahrten im rauhen Gelände wird optional ein Komplettradsatz im Format 37 x 12,5 x 18 Zoll mit Mud-Terrain-Bereifung (M/T) angeboten. Dank der dabei mitgelieferten Beadlock-Felgen können die Offroadreifen auch bei völligem Druckverlust nicht von der Felge rutschen. Ebenso kann aufgrund der speziellen Aufziehtechnik, bei der der Reifen zwischen den Felgenhälften und einem inneren Beadlock-Ring eingeklemmt wird, bei luftlosen Reifen kein Dreck zwischen Gummi und Felge eindringen.
Der permanente Allradantrieb mit seinen drei zuschaltbaren Sperren, für den das G-Modell bei Fans und Experten bekannt und beliebt ist, sorgt natürlich auch im G 500 4x4² für den Vortrieb. Im Vergleich zum normalen G steigt die Bodenfreiheit um mehr als 50% von 210 auf 450 Millimeter, die Wattiefe beträgt einen vollen Meter und der vordere Rampenwinkel 47° statt 21°. Der Unterboden wird durch einen zweiteiligen Unterfahrschutz aus robustem Edelstahl vor Aufsetzern geschützt.
Die Portalachsenkonstruktion ist so ausgelegt, dass aufwändige Veränderungen am Grundchassis des G-Modell nicht nötig werden. Starrachsen und Anlenkpunkte bleiben ebenso unverändert erhalten wie die Anbindung der Lenkung und die Lage der Kardanwellen. In den Portalgetrieben wird zudem der riesige Abrollumfang der Räder durch Untersetzungen ausgeglichen. Pro Rad gibt es zwei prallel geführte Feder-Dämpfer-Einheiten, von denen je eins mit einer konventionell festgelegten Dämpferkennlinie arbeitet und das andere über eine elektronisch verstellbare Dämpfung verfügt. Durch eine Taste in der Mittelkonsole kann der Fahrer somit zwischen den Fahrmodi "Comfort" und "Sport" wählen, die binnen 15 Millisekunden angewählt sind.

Preis

Zum Preis für den G 500 4x4² äußert sich Mercedes-Benz erst, wenn die Serienfertigung final beschlossen wurde.

Quelle: Mercedes-Benz