Rolls-Royce Phantom EWB Serenity

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Seide, Perlmutt und Kirschholz
- spezielle Seidenmaltechnik innen
- "nimm das Beste und mach es besser"




Wie bereits im Vorfeld angekündigt brachte Rolls-Royce einen Phantom mit langem Radstand (EWB = Extended Wheel Base) mit zum Auto Salon in Genf, der im Interieur neue Maßstäbe setzt. Durch die Verwendung feinster Seide in Verbindung mit handwerklich hochwertigen Veredelungstechniken entstand hier ein einmaliges Ambiente. Damit unterstreicht die hauseigene Bespoke-Abteilung erneut ihren Anspruch: "Nimm das Beste was es gibt und mach es noch besser". Zudem wird auch der Leitsatz von Firmengründer Sir Henry Royce erneut in die Tat umgesetzt: "Wenn es noch nicht existiert, erfinde es".

Exterieur

Die Karosserie des Phantom Serenity erstrahlt in einem sanften Perlmuttweiß metallic. Dieser Farbton ist der bislang teuerste, den Rolls-Royce entwickelt hat und besteht aus drei von Hand aufgetragenen Perleffekt-Lackschichten, die jeweils rund 12 Stunden lang handpoliert werden. Entlang der Fahrzeugseiten erstrecken sich handgezogene Linien in hellblau und rot, die an den Enden und am vorderen Kotflügel in Kirschzweigen münden, die ebenfalls von Hand aufgemalt wurden.

Interieur

Bei der Gestaltung des Interieurs dienten zwei Dinge als Inspirationsquelle für das Bespoke-Team: Edle Möbel und die Roben des japanischen Kaiserhauses. Dunkles Kirschholz überzieht das Armaturenbrett, die oberen Bereiche und Armlehnen an den Türverkleidungen sowie den Bereich unterhalb der hinteren Sitzbank. Im unteren Bereich der Armaturenbrettverkleidung ist zudem Bambusholz in die Dekorblende eingearbeitet worden. Unterhalb der hinteren Seitenfenster finden sich Holzeinleger aus Perlmutt, die blühende Kirschzweige darstellen. Dieses Motiv ziert in noch größerem Stil den Dachhimmel aus echter Seide und wird auch an den D-Säulen aufgenommen. Zudem erhielten die hinteren Sitze Blütenblätter, wodurch der Eindruck entsteht, dass durch den Fahrtwind aus dem Dachmotiv einige Blätter heruntergesegelt sind. Bei der Gestaltung dieser Seidemotive halfen die Kunststudentinnen Cherica Haye und Michelle Lusby vom Royal Collegeof Art und der Plymouth Universität. Sie malten die Bilder mit einer speziellen Technik in die Seide ein, die man sonst nur im Osten Asiens findet. So entstand beispielsweise die "Junihitoe", eine komplexe zwölflagige Robe für den japanischen Kaiser, in gleicher Weise von Hand. Die Maltechnik nennt sich "unbewusstes Malen" und setzt eine völlige geistige Ruhe des ausführenden Künstlers voraus. Nur so entstehen Kunstwerke, die mit Leben gefüllt sind.
Anfang des 20. Jahrhunderts, als reiche Firmenchefs und gekrönte Häupter vermehrt von der Kutsche ins Automobil wechselten, zählte Seide im Fondbereich zu den nobelsten Ausstattungen. Da vielfach die Karosserieform des "Sedanca de Ville" gewählt wurde, bei der der Chauffeur im Freien saß, erhielten die vorderen Sitze einen Bezug in strapazierfähigem Leder. Angelehnt an diese Historie bezog Rolls-Royce auch im Phantom Serenity den vorderen Bereich in weißem Leder. Die mechanische Uhr im Armaturenbrett trägt ein Ziffernblatt aus echtem Perlmutt.

Performance

Unter der Motorhaube des Phantom EWB Serenity arbeitet ein 6,7 Liter großes V12-Triebwerk mit 338 kW/460 PS und einem maximalen Drehmoment von 720 Newtonmetern. Diese Leistung reicht aus, um die mehr als sechs Meter lange und leer 2,67 Tonnen schwere Luxuslimousine in 6,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und bei Bedarf bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h zu beschleunigen. Den Durchschnittsverbrauch geben die Briten mit 14,9 Litern pro 100 Kilometern an.

Preis

Beim Phantom EWB Serenity handelt es sich um ein einmaliges Unikat zu Schauzwecken und um aufzuzeigen, was ab jetzt über das Bespoke-Programm alles möglich ist. Entsprechend gibt Rolls-Royce für dieses Fahrzeug keinen Kaufpreis an.

Quelle: Rolls-Royce