Italdesign Giugiaro Gea Concept

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Luxuslimousine der Zukunft
- Elektroantrieb mit 570 kW
- Lounge-Atmosphäre im Fond

Exterieur

Passend zum gewählten Segment der Luxuslimousinen erstreckt sich der Giugiaro Gea auf 5,37 Meter und ist 1,98 Meter breit. Durch seine geschwungenen Linien und dynamischen Oberflächen entsteht ein elegantes Erscheinungsbild. Lackiert ist der Gea in einem Obsidian-Blauton, der durch eine Dreifachschichtung der Farben "Pearl Black" und "Deep Xirallic Blue" erreicht wird. Unterhalb der Scheiben verläuft als Abgrenzung eine schmale Chromleiste. Auch im unteren Bereich verläuft ein verchromtes Element von der Frontschürze über die Schweller bis zum Heck. Durch die Verwendung von LEDs können die Leuchteinheiten inzwischen von den Designern als stilbildende Maßnahmen verwendet werden - so auch bei dieser Studie, wo sie je nach Fahrmodus zusätzlich die Farbe wechseln: Weiß für normales Fahren und blau für autonomes Fahren. Am Heck ist das rote "G" beleuchtet und umfasst zudem die Rückfahrkamera. Die vier portalartig öffnenden Türen ohne störende B-Säule können via Smartphone-, Smartwatch- oder Tablet-App elektrisch geöffnet werden. Über eine rote LED im Schwellerbereich wird eine Art roter Teppich auf den Parkplatz projiziert. 26 Zoll große Räder im 60-Speichen-Design runden den äußeren Auftritt des Gea ab. Die Felgen sind aus dem Vollen gefräst, außen diamantgeschliffen und zwischen den Speichen mattiert. Hinter dem großen roten G auf der Radnabe verbirgt sich der Zentralverschluss.

Interieur

Gea bietet einen Ausblick auf das "Piloted Driving", welches nach Meinung vieler Experten in Zukunft bei luxuriösen Automobilen zum Serienstandard zählen wird. Das Interieur ist voll und ganz auf die Fondpassagiere ausgerichtet. Hierzu kann der Beifahrersitz um 180 Grad gedreht und bei Bedarf zusammengeklappt werden, um als Ablagefläche zu dienen. Über eine kugelförmige Touch-Vorrichtung können die drei Innenraum-Ambiente "Business", "Wellness" und "Dream" angewählt werden. Im Business-Modus wird der Gea zum rollenden Büro, in dem sich zwei 19 Zoll große Bildschirme aus der Decke klappen. Der Wellness-Modus ist ideal für lange Reisen und animiert die Fond-Passagiere zu isometrischen Übungen, die vom Sitz unterstützt werden. Hierzu wurde gemeinsam mit Technogym ein Anleitungsvideo erstellt und verschiedene Einbauten vorgenommen, beispielsweise zwei Platten im Fahrzeugboden, die für Step-Übungen genutzt werden können. Für relaxtes Reisen bleibt der Dream-Modus, bei dem sich die Displays verdunkeln und vorn auf den Bildschirmen des Armaturenbretts Bilder von Galaxien und Sternenhimmeln ablaufen. Der Sitz hinten rechts kann vollkommen ausgeklappt werden und bildet gemeinsam mit dem umgeklappten Beifahrersitz ein echtes Bett.
Das Fahrzeug verfügt über zwei farblich deutlich voneinander getrennte Bereiche: Fahrer und Insassen. Während der Chauffeur auf schwarzem Leder sitzt, erhalten die anderen drei Sitze, die Türverkleidungen und die Armlehne einen Bezug aus geflochtenem Pergamentleder. Den Boden ziert ein handgeflochtener Seidenteppich. Entlang der Dachsäulen und Längsträger verlaufen Glasfasern mit diffuser Beleuchtung. Vor dem Fahrer erstreckt sich ein 12 Zoll großes Display, auf dem alle wichtigen Informationen eingeblendet werden. Seitlich sind zwei jeweils 3,5 Zoll große Displays angeordnet, die die Bilder der seitlichen Kameras anzeigen, die anstelle der Außenspiegel an den Türdreiecken sitzen.
Anstelle von Lenkstockhebeln sind in das Kombi-Instrument sechs Touch-Tasten integriert, über die das Fahrlicht, die Blinker und die Scheibenwischer bedient werden. Ein klassisches Lenkrad sucht man ebenfalls vergeblich, stattdessen gibt es ein oben offenes Steuer wie im Flugzeug, das lediglich um zwei Grad in jede Richtung dreht, dabei allerdings über ein Potenziometer die vom Fahrer aufgewendete Kraft misst und entsprechend auf die Vorderräder einwirkt. Im unteren Bereich des Steuerrads sind drei Tasten eingelassen, die zum Starten des Fahrzeugs und zur Auswahl der Gänge dienen. Der dritte Knopf bewirkt den Wechsel in den autonomen Fahrmodus, bei dem sich die Scheiben automatisch verdunkeln und damit der Fahrzeugfarbe anpassen. Die Insassen können derweil wichtige eMails verfassen, Präsentationen vorbereiten oder die Fahrt bei einem guten Film genießen. Auf der restlichen Breite des Armaturenbretts zeigt sich ein dreidimensionales holografisches Display

Performance

Der Gea wird elektrisch angetrieben. Hierzu sind an den Differenzialen vier Elektromotoren verbaut worden, die gemeinsam 570 kW (umgerechnet 775 PS) leisten und für permanenten Allradantrieb mit Torque-Vectoring sorgen. Um die Akkus ohne lästiges Kabel aufladen zu können, verfügt die Studie über ein Induktionsladesystem. Als Höchstgeschwindigkeit sind 250 km/h möglich. Durch die Verwendung von Aluminium, Carbon und Magnesium konnte das Gewicht trotz der schweren Akkus bei etwas mehr als 2 Tonnen gehalten werden.

Quelle: Italdesign Giugiaro