IED Syrma - Studentische Masterarbeit

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Elfte Studie von Studenten des IED
- Masterarbeit unter Realbedingungen
- Sportwagen mit Hybridtechnologie




Neben den klassischen Karosseriebauern und Designhäusern wie Pininfarina, Bertone, Touring Superleggera und Zagato gibt es in Italien auch eine Designhochschule, deren Master-Studenten einmal im Jahr ihre Masterarbeit im Maßstab 1:1 auf dem Genfer Auto Salon ausstellen dürfen: IED. Das Istituto Europeo di Design hat seinen Sitz in Turin und stellt in diesem Jahr bereits zum elften Mal in Folge ein Fahrzeug in Genf aus. Dabei gab es immer wieder Zusammenarbeiten mit bedeutenden Automobilherstellern wie Abarth oder Hyundai.

Die diesjährige Studie entstand ohne Einfluss von außen als reiner Sportwagen der Zukunft, steht am Stand der italienischen Autozeitschrift Quattroruote und hört auf den Namen Syrma. Im Gegensatz zur aktuellen Norm der Sportwagenwelt zeigt der Syrma ein Sitzlayout mit zentraler Fahrerposition und zwei seitlich rechts und links nach hinten versetzten Passagieren auf - ähnlich wie es in den 1990er Jahren der McLaren F1 hatte. Allerdings ist dieser Innenraum beim ausgestellten Fahrzeug nur auf den angefügten Zeichnungen der Master-Studenten zu bewundern, da es sich um einen nicht fahrfähigen Tonblock handelt. Entsprechend gehört auch der angedachte Hybridantrieb mit einem vier Liter großen V6-Turbotriebwerk und einem Elektromotor sowie einer Gesamtleistung von rund 900 PS lediglich zu den Gedankenspielen der beteiligten Erbauer.

Weiter fortgeschritten sind indes die Überlegungen, neueste Sicherheitstechnologie ins Fahrzeug zu verbauen. Die Erforschung dieser Technologien waren fester Bestandteil der Master-Arbeiten. So wirft das Fahrzeug im reinen Elektromodus durch Laserleuchten Nachrichten und Bilder vor sich auf die Straße, um Passanten und Radfahrer vor dem lautlosen Fahrzeug zu warnen. Zudem scannt das Fahrzeug in jedem Fahrmodus die Beschaffenheit der Straße ab und warnt den Fahrer so rechtzeitig vor Bodenwellen, Schlaglöchern und Hindernissen.

Im letzten Jahr ihres Master-Studiums werden die Studenten in ein Projekt eingeführt, das unter realen Arbeitsbedingungen abläuft, wie sie später auch in der Automobilindustrie herrschen. Nach einem fest vorgegebenen Thema werden Ideen gesammelt, ausgewertet und umgesetzt. Am Ende steht eine Studie im Maßstab 1:1 wie in diesem Jahr der Syrma. Beteiligt waren hieran Xingwu Li (China), Marshin Bhatt (Indien), Jacek Chrzanowski (Polen), Gaurav Anand Jagtap (Indien), Cho-ta Lu (Taiwan), Dror Peleg (Israel), Sunny Gurmukh Ramrakhiani (Indien), Rahul Surendra Sadwelkar (Indien), Aldo Hernandez Schurmann (Mexiko), Reza Shahla (Iran) und Jingwen Wu (China). Angeleitet und koordiniert wurden sie durch Luca Borgogno, Chefdesigner Pininfarina, Fulvio Fantolino vom F&F Design Studio sowie Luca Dazzan, Alberto Filosi, Rustom Mazda und Adriano Piovano, Professoren des Istituto Europeo di Design.
 
Der Name Syrma wurde von den Lesern der Quattroruote online aus einer Auswahl von fünf möglichen Namen gewählt. Diese fingen alle mit S an und hörten mit A auf, um an die zwei Studien Sigma und Secura zu erinnern, die der Quattroruote-Gründer und -Herausgeber Gianni Mazzochi in den 1960er Jahren erstellen ließ. Syrma ist ein heller Stern im Sternbild Jungfrau.
 
Quelle: IED