RUF CTR3 Hippie - Psychedelisch

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- 777 PS starke Hommage an Designer
- psychedelisches Muster vom 917 K
- Topmodell des RUF-Portfolios




Wer die Bilder des RUF CTR3 Hippie betrachtet könnte im ersten Moment meinen: "Wer hat denn da gestern Abend zu tief ins Glas geschaut?" In der Tat entstammen die auffällig-bunten Muster auf der Karosserie einer Zeit, die heute nicht mehr als "politisch korrekt" anzusehen ist: Den späten 60er und frühen 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Sie entstammen der Gedankenwelt eines bedeutenden Designers, der sein Wirken bei Opel begann, dort Anatole Lapine kennenlernte und diesem zu Porsche folgte, wo er über Jahrzehnte den Designbereich der Forschung und Entwicklung leitete. Von ihm stammt unter anderem die Formensprache von 959 und 964. Die Rede ist von Richard "Dick" Soderberg, der 1938 im US-Bundesstaat Illinois geboren wurde und letztes Jahr in Regensburg verstarb. Von ihm stammt das legendäre "Psychedelic"-Design, mit dem mehrere Porsche-Rennwagen der Typen 908/3 und 917 weltweit unterwegs waren. Der ansonsten eher zurückhaltende Simon Kidston brachte es während der RUF-Pressekonferenz in Genf auf den Punkt: "Ich hätte gern die gleichen Parties besucht wie Richard."

Zudem half Soderberg in späten Jahren der Firma RUF beim Design des neuen Supersportwagens CTR3, der 2008 auf den Markt kam. Firmengründer Alois Ruf bezeichnet ihn als "Freund des Hauses" und wollte mit dem CTR3 Hippie eine Hommage auf die Räder stellen. Im CTR3 vereint RUF sein gesamtes Fachwissen und kombiniert es mit einer gewichtsoptimierten Mittelmotorbauweise und reichlich Leistung. Seit zwei Jahren wird der Supersportwagen optional auch mit einem Clubsport-Paket ausgeliefert, das noch einmal einen Schlag Mehrleistung und neue Aerodynamikbauteile beinhaltet.

Obgleich die Frontpartie des CTR3 stilistisch an den Porsche 997 erinnert, sind lediglich ihr Unterbau und die Scheinwerfer von diesem Fahrzeug entliehen. Die Kotflügel entstehen bei RUF in Handarbeit aus Aluminium. Dazu gibt es eine vordere Haube aus Carbon und eine neu gestaltete Schürze mit integrierter Spoilerlippe. Beim Clubsport gesellen sich zur nochmal anders gestalteten Schürze zudem noch Kotflügelverbreiterungen hinzu. Ab den Türen handelt es sich um ein absolut eingenständiges Fahrzeug, das nur bei Türgriffen und Cayman-Rückleuchten noch einmal ins Porsche-Teileregal greift. Mittig auf dem niedrigen Dach sitzt ein Lufteinlass, der dem 3,8 Liter großen Sechszylinder-Biturbotriebwerk im Heck genug Frischluft zuführt. Die dazugehörenden Ladeluftkühler erhalten ihren Fahrtwind durch zwei Lufteinlässe hinter den Türen. Auf eine Heckscheibe wird konsequenterweise gleich ganz verzichtet - viel sehen könnte der Fahrer durch den Frischluftschnorchel in der Mitte eh nicht.

Im normalen CTR3 stehen laut RUF 552 kW/750 PS zur Verfügung, im Clubsport sind es sogar 571 kW/777 PS. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe oder das zusammen mit dem Clubsport eingeführte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Mit seinen 380 km/h Höchstgeschwindigkeit muss sich der CTR3 keinesfalls hinter den Mitbewerbern im Feld der Supersportwagen verstecken. Allerdings hat er einen gewaltigen Pluspunkt aus Sammlersicht: Trotz eines verhältnismäßig geringen Einstandspreises von rund 600.000,- € (plus 50.000,- € für das Clubsport-Paket) existieren bislang gerade einmal rund 25 Fahrzeuge weltweit. Und der Hippie wird vermutlich ein exklusives Einzelstück bleiben.
 
Quellen: RUF (1 Bild) und Matthias Kierse (3 Bilder)