Porsche 991 GT3 RS - Abtriebsjäger

Geschrieben von Martin Englmeier. Veröffentlicht in News

- Nordschleifen-Rundenzeit 7:20 Minuten
- doppelter Abtrieb im Vergleich zum RS 4.0
- Kurbelwellenmaterial vom 919 Hybrid




Die Porsche Motorsport-Abteilung aus Flacht geht in die Vollen. Porsche präsentiert den neuen 991 GT3 RS und carsdaily.de wagt einen besonders genauen Blick auf die Details.

Exterieur

Die Variante mit dem Kürzel "RS" legt hinten um 30 Millimeter gegenüber dem serienmäßigen GT3 zu. Doch im Gegensatz zu den Vorgängern vom Typ 997 geht es nun auch vorne um satte 50 Millimeter in die Breite, was eine wesentliche breitere Spur ermöglicht und so erheblich zur Fahrstabilität beiträgt. In den vorderen, aus CFK gefertigten Kotflügeln fällt sofort ein Detail ins Auge: Die schwarzen Radhausentlüftungen aus Kunststoff.  Normalerweise für die Straße nicht zugelassen und bis auf wenige Ausnahmen nur im Rennsport geläufig, erhöhen sie den Abtrieb an der Vorderachse um 100% gegenüber dem 997 GT3 RS 4.0. Dies ermöglicht den Einsatz eines neuen deutlich höheren und breiteren Heckflügels. Zur besseren Anströmung wandert der Einlass für die Ansaugluft des Boxers vom Heckdeckel nun jeweils aufgeteilt hinter die Türen. Das Dach des Rennwagens mit Straßenzulassung ist aus Magnesium gefertigt und spart somit ein Kilogramm gegenüber einer Lösung aus CFK ein. Der 991 GT3 RS tritt im Vergleich zu seinen Vorgängern betont dezent auf und verzichtet auf markante Streifen oder Felgen in hellen Kontrastfarben. Die erhältlichen Farben nennen sich Weiß, GT-Silbermetallic, Lavaorange und als Reminiszenz an die legendären Porsche 964 Carrera RS erstmals wieder Ultraviolett.

Interieur

Der Fahrer umgreift ein mit Alcantara verkleidetes Lenkrad mit nur 360 Millimetern Durchmesser. Es passt ebenso perfekt zum sportlich puristischen Anspruch des Innenraums wie die Vollschalensitze aus Sichtcarbon, die sich nun erstmals in der Höhe elektrisch verstellen lassen. Obligatorisch sind der "GT3 RS"-Schriftzug am Heck und an den Kopfstützen ebenso wie die Leichtbau-Türtafel mit Öffnerschlaufe. Zur weiteren Gewichtseinsparung lassen sich natürlich auch dieses Mal das Audiosystem CDR und Klimaanlage abbestellen. Wobei Porsche hierbei erstmals auf möglicherweise höhere Temperaturen im Innenraum hinweist. Auf Wunsch lässt sich allerdings auch der GT3 RS mit allen Annehmlichkeiten ausstatten. Neben Fußmatten in Lederausstattung sind so zum Beispiel auch die bekannten adaptiven Sportsitze erhältlich. Serienmäßig wird der RS mit Clubsportpaket inklusive Überrollkäfig ausgeliefert.

Motor

Offiziell gibt Porsche die gleiche Leistung an wie beim 997 GT3 RS 4.0. Hinter vorgehaltener Hand spricht man allerdings von einem betont konservativen Wert. Die 368 kW/500 PS bei 8.250 U/min sind somit als absolute Untergrenze bei Hochtemperaturen zu verstehen. Der technische Aufwand ist beträchtlich. Angeblich kommt eine Kurbelwelle zum Einsatz, deren Material auch beim LMP1-Renner 919 Hybrid verwendet wird. Mit genaueren Infos hält man sich allerdings leider bedeckt. Gegenüber dem normalen GT3 sinkt die Maximaldrehzahl leicht von 9.000 auf 8.800 Umdrehungen pro Minute. Durch die Hubraumerweiterung auf 3.996 cm³ legt allerdings das Drehmoment auf 460 Newtonmeter zu. Ein besonderes Highlight verspricht der Klang der neuen Sauganlage direkt hinter dem Ohr des Fahrers mit klappengesteuertem Resonanzrohr. Die Angaben zu den Fahrleistungen mit 10,9 Sekunden von 0 auf 200 km/h und 310 km/h Höchstgeschwindigkeit erscheinen uns ähnlich konservativ wie die Daten zur Motorleistung.

Fahrwerk

Noch nie hatte ein Porsche 911 derartig mächtige Reifen. Die Kombination aus 265/35 ZR 20 vorn und 325/30 ZR 21 vom Typ Michelin Pilot Sport Cup 2 verspricht ein nochmal deutlich höheres Gripniveau als beim Vorgänger 997 GT3 RS. Hinzu kommt das bekannt Porsche Torque Vectoring (PTV) und die  Hinterachslenkung für spürbar verbesserte Agilität. Zusammen mit den aktiven Motorlagern dürfte der 991 GT3 RS in seiner Klasse die Benchmark in Sachen Trackperfomance markieren. Porsche verspricht eine Rundenzeit von 7.20 Minuten auf der Nürburgring Nordschleife. Bei den Bremsen lässt Porsche seinen Kunden traditionell die Wahl zwischen einer konventionellen Stahlbremse und der Keramik-Carbon-Anlage PCCB mit in diesem Fall gigantischen 410 Millimetern Durchmesser vorn und 390 Millimetern hinten.

Preis

Der Spaß beginnt bei 181.690,- € (inkl. MwSt.). Damit ist das Rennstreckengerät aus Zuffenhausen deutlich günstiger als die direkten Konkurrenten aus Italien und England, vor denen sich der Heckmotorsportler wie schon seine Ahnen nicht verstecken muss.

Quelle: Porsche