Touring Superleggera Berlinetta Lusso

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- 5.000 Arbeitsstunden bis Fertigstellung
- 105 Kilogramm Gewichtsersparnis
- traditionelle Handwerkskunst




Nachdem wir bereits im Vorfeld des Auto Salons in Genf einen ersten schnellen Blick auf den Touring Superleggera Berlinetta Lusso geworfen haben, wollen wir an dieser Stelle mal ein wenig tiefer in die rund 5.000 Arbeitsstunden einsteigen, die beim Aufbau dieses Kleinstserienautos benötigt werden.

Die Mechaniker bei Touring beginnen damit, die Originalkarosserieteile des Ferrari F12berlinetta, der als Basis dient, zu demontieren. Abgesehen von den Scheinwerfern, der Windschutzscheibe und einigen Trägern unterhalb der Blechteile wird keines dieser Bauteile am Fahrzeug weiterverwendet. Stattdessen entstand anhand diverser Zeichnungen ein so genanntes Spantenmodell aus Holz, über dem die neuen Karosserieteile aus Aluminium von Hand in Form gehämmert werden. Mit einem speziellen Schweißverfahren werden die einzelnen Bleche aneinandergeheftet und bilden nach und nach die neue Karosserie.

Um gezielt Gewicht einzusparen, bestehen Motorhaube, Frontschürze, Heckschürze mit Diffusor und Kofferraumklappe aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff (CFK). Wenn alle Sicken und Kanten in die Alubleche gehauen wurden und die Karosserie komplettiert ist, geht es in die hauseigene Lackiererei von Touring Superleggera, wo die Fahrzeuge von Hand im vom Kunden gewünschten Farbton lackiert werden. Dabei wird nach jeder Lackschicht von Hand nachgeschliffen, um ein absolut perfektes Lackbild zu erreichen. Den Abschluss bildet die Sattlerei von Touring Superleggera, die das Interieur des Berlinetta Lusso nach Kundenwünschen auskleidet. Diesem stehen Leder und Alcantara in so ziemlich jeder denkbaren Farbe zur Verfügung. Aluminium, Sichtcarbon oder auch Edelholz runden den Innenraum gekonnt ab.

Im Falle des Ausstellungsfahrzeugs in Genf handelt es sich außen um den Farbton "Azzurro Niourlague", mit dem ein Hauch von mediterraner Atmosphäre transportiert werden soll. Innen erhielt der Wagen Leder in Blau und Creme, wobei der Cockpitbereich rund um die Rundinstrumente inklusive des Lenkrads schwarz gehalten sind. Im Fußbereich wurde Teppich im passenden Blauton verlegt. Auf den Edelstahleinstiegsleisten ist das Touring Superleggera Logo eingraviert.
Gegenüber dem Ferrari F12berlinetta, auf dem der Berlinetta Lusso basiert, konnten 105 Kilogramm beim Leergewicht eingespart werden, während die Torsionssteifigkeit um 20% erhöht wurde. Die Motorleistung bleibt bei 544 kW/740 PS und 690 Newtonmetern Drehmoment, wobei jedoch die Fahrleistungen durch das geringere Gewicht ein klein wenig besser ausfallen könnten.

Zu den Preisen macht Touring Superleggera weiterhin keine Angaben. Von der Bestellung bis zur Auslieferung des eigenen Fahrzeugs vergehen rund sechs Monate, wobei Interessenten schnell sein müssen: Es wird nur fünf Exemplare des Berlinetta Lusso geben und in Genf war bereits zu hören, dass das Interesse durchaus groß ist.
 
Quelle: Touring Superleggera