Mercedes-AMG - Im Dienste der F1-Sicherheit

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- AMG ist seit 1996 Partner der Formel 1
- Safety Car auf Basis Mercedes-AMG GT S
- C 63 S T-Modell als neues Medical Car




Bereits seit dem Jahr 1996 ist die Mercedes-Tochterfirma AMG der offizielle Lieferant des Safety Cars sowie des Medical Cars für die Formel-1-Weltmeisterschaft. In dieser Zeit wurden bereits diverse Fahrzeugmodelle für diese Aufgaben eingesetzt. Am gestrigen Sonntag ging die neue Saison an den Start und mit ihr auch eine neue Generation der Sicherheitsfahrzeuge. Mercedes-AMG bereitete erstmals einen GT S für die Rolle des Safety Cars vor. Dazu kommt der C 63 S als T-Modell in der Rolle des Medical Car.

Der Mercedes-AMG GT S tritt nach fünf Jahren die Nachfolge des SLS AMG an und wird vom ehemaligen Rennfahrer Bernd Mayländer bei Bedarf um die Rennkurse gesteuert, um die Teilnehmer nach Unfällen, bei schlechtem Wetter und im Gefahrenfall einzubremsen. Diese Aufgabe hat der 43-jährige bereits seit 2000 inne. Damit er sich voll auf das Fahren konzentrieren kann, nimmt neben ihm auf dem Beifahrerplatz FIA Kraftstoffanalyst Peter Tibbetts als offizieller Vertreter der Rennleitung Platz. Er erhält über Funk Anweisungen von den Kollegen im Rennleitunsgbüro und schaltet die Blinkleuchten ein oder aus. Zudem geben er und Bernd Mayländer Informationen über den Streckenzustand direkt aus dem Auto zurück.
 
An das Safety Car werden hohe Anforderungen gestellt. Immerhin dürfen die Triebwerke der Formel-1-Rennwagen nicht zu kalt werden, während die Fahrer hinter dem Sicherheitsfahrzeug eingebremst werden. Das Gleiche gilt für die Reifen und Bremsen. Somit muss das Safety Car genügend Motorleistung und gute Fahrdynamik bieten. Voraussetzungen, die der 510 PS starke Mercedes-AMG GT S von Haus aus mitbringt. Besonders die nahezu ideale Gewichtsverteilung von 47:53 zwischen Front und Heck sorgt in Kurven für gutes Fahrverhalten. Gegenüber der Serie wurden nur wenige Veränderungen vorgenommen. So ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe komplett serienmäßig, während jedoch im Innenraum Sechspunktgurte an den Sportschalensitzen verbaut. Zudem erhält Beifahrer Tibbetts zwei iPads, von denen eines ausfahrbar ist und beispielsweise das TV-Bild zeigt, während auf dem anderen eine animierte Darstellung der aktuellen Position aller Fahrzeuge auf der Strecke eingeblendet werden kann.

Durch einen fahrzeuginternen WLAN-Hotspot kann die Rennleitung jederzeit Daten ins Fahrzeug übertragen. So werden zum Beispiel über drei farbige LEDs die jeweils im aktuellen Streckenabschnitt gerade geschwenkten Flaggen angezeigt. Des weiteren gibt es ein "Medical Warning Light". Diese LED blinkt doppelt auf, wenn irgendwo auf der Strecke ein Unfall passiert, bei dem die kritische Schwelle der G-Kräfte überschritten wird. Auf dem Fahrzeugdach des GT S ist eine Carbonhutze angebracht, auf der der Leuchtbalken platziert ist. Dieser verfügt über orange blinkende LEDs, die aktiviert werden, sobald sich das Safety Car vor das führende Rennfahrzeug setzt. Dazu können die mittleren beiden LED-Segmente auf Grün umgeschaltet werden, falls das Safety Car zu Beginn einer Safety-Car-Phase mitten im Feld aus der Box herauskommt und auf den Führenden warten muss. Das grüne Licht signalisiert den anderen Fahrern, dass sie noch überholen dürfen. Synchron dazu leuchtet auch das spezielle hintere Nummernschild.
 
Daneben rollt nun auch das Medical Car auf Basis eines neuen Fahrzeugmodells, nämlich des nagelneuen Mercedes-AMG C 63 S T-Modells heran. Gesteuert wird es vom südafrikanischen Rennfahrer Alan van der Merwe, während auf dem Beifahrersitz der offizielle Formel-1-Chefarzt Dr. Ian Roberts Platz nimmt. Im Fond können zudem ein oder zwei Assistenzärzte mit zur Unfallstelle fahren, die jeweils von der nächstgelegenen Spezialklinik stammen. Alle Passagiere werden durch Sechspunktgurte auf Sportschalensitzen am Platz gehalten. Neben der Funkverbindung stehen dem Beifahrer auch hier zwei iPads zur Verfügung, um den Rennverlauf zu verfolgen. Wie bisher folgt das Medical Car den Rennwagen in die erste Rennrunde, weil erfahrungsgemäß gerade in dieser Rennphase durch die dicht beieinander fahrenden Autos das Unfallrisiko besonders hoch ist. Danach steht es auf "stand by" neben dem Safety Car in der Boxengasse und wird auf Befehl der Rennleitung in Gang gesetzt.
 
Wie im Safety Car sorgt auch im neuen Medical Car ein vier Liter großes V8-Biturbotriebwerk mit 510 PS für den Vortrieb. Motor, Getriebe, dynamische Motorlager und das elektronische Hinterachs-Sperrdifferenzial entsprechen dem Serienstand des C 63 S. Allerdings erhielt die Performance-Abgasanlage eine Überarbeitung, um den V8-Sound noch deutlicher nach außen zu bringen. Zudem verfügt auch das Medical Car über eine Carbonhutze mit aufgesetztem Lichtbalken, ein beleuchtetes hinteres Nummernschild sowie Scheinwerfer und Rückleuchten mit Signalfunktion. Der 490 Liter große Kofferraum ist mit passgenauem Notfall-Equipment belegt, damit die Ärzte an der Unfallstelle bestmögliche Ersthilfe leisten können. Hierzu sind auch ein Beatmungsgerät und ein Defibrillator an Bord.

Im folgenden haben wir einmal die Safety und Medical Cars zusammengestellt, die Mercedes-Benz und AMG seit 1996 für die Formel 1 vorbereitet haben:
 
Safety Cars
1996: Mercedes-Benz C 36 AMG Limousine
1997: Mercedes-Benz CLK 55 AMG
1998: Mercedes-Benz CLK 55 AMG
1999: Mercedes-Benz CLK 55 AMG
2000: Mercedes-Benz CL 55 AMG
2001: Mercedes-Benz SL 55 AMG
2002: Mercedes-Benz SL 55 AMG
2003: Mercedes-Benz CLK 55 AMG
2004: Mercedes-Benz SLK 55 AMG
2005: Mercedes-Benz SLK 55 AMG
2006: Mercedes-Benz CLK 63 AMG
2007: Mercedes-Benz CLK 63 AMG
2008: Mercedes-Benz SL 63 AMG
2009: Mercedes-Benz SL 63 AMG
2010: Mercedes-Benz SLS AMG
2011: Mercedes-Benz SLS AMG
2012: Mercedes-Benz SLS AMG und SLS AMG GT (ab GP Deutschland)
2013: Mercedes-Benz SLS AMG GT
2014: Mercedes-Benz SLS AMG GT
2015: Mercedes-AMG GT S
 
Medical Cars
1996: Mercedes-Benz C 36 AMG T-Modell
1997: Mercedes-Benz C 36 AMG T-Modell und E 55 AMG T-Modell
1998: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
1999: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
2000: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
2001: Mercedes-Benz C 32 AMG T-Modell
2002: Mercedes-Benz C 32 AMG T-Modell
2003: Mercedes-Benz C 32 AMG T-Modell
2004: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
2005: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
2006: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
2007: Mercedes-Benz C 55 AMG T-Modell
2008: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2009: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2010: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2011: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2012: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2013: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2014: Mercedes-Benz C 63 AMG T-Modell
2015: Mercedes-AMG C 63 S T-Modell
 
Quelle: Mercedes-AMG