Porsche 919 Hybrid - Dreifarbig nach Le Mans

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Evolutionsstufe des 919 Hybrid
- ab jetzt in 8-Megajoule-Klasse
- in drei Farben in Le Mans am Start




Porsche hat auf der französischen Rennstrecke Paul Ricard das Tuch von der diesjährigen Evolutionsstufe des LMP1-Rennwagens 919 Hybrid gezogen. Beim Saisonhöhepunkt der World Endurance Championship (WEC), dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans, werden die Zuffenhausener mit einem Dreifarbkonzept und den Startnummern 17, 18 und 19 an den Start gehen.

Nummer 17 präsentiert sich als Hommage an den 1970 siegreichen 917 K in Rot mit weißen Abschnitten. Der Sieg des 917 K aus dem Porsche Salzburg Team war der erste von inzwischen 16 Gesamtsiegen beim Langstreckenklassiker an der Sarthe. Gesteuert wird der rot-weiße 919 Hybrid von Mark Webber (Australien), Timo Bernhard (Deutschland) und Brendon Hartley (Neuseeland).

In glänzendem Schwarz zeigt sich die Startnummer 18, die mit Marc Lieb (Deutschland), Romain Dumas (Frankreich) und Neel Jani (Schweiz) hinter dem Lenkrad in die WEC-Saison rollen wird. Farblich soll das Fahrzeug an den schwarzen 918 Spyder erinnern, der im September 2013 den Rundenrekord für Straßenfahrzeuge auf der Nürburgring Nordschleife aufstellte - ebenfalls mit Marc Lieb am Steuer.

Das dritte Fahrzeug, die Startnummer 19, greift die Farben des Vorjahres wieder auf, zeigt sich also in Weiß mit schwarzen Abschnitten. Dieser Wagen wird nur in Le Mans eingesetzt und dort durch das Fahrertrio Earl Bamber (Neuseeland), Nick Tandy (Großbritannien) und Nico Hülkenberg (Deutschland) gesteuert. Hülkenberg ist in der restlichen Saison durch sein Formel-1-Engagement mit Force India verhindert. Die weiße Farbgebung wird auch auf den anderen beiden Fahrzeugen während der restlichen WEC-Saison genutzt. Einzig in Le Mans kommt das Dreifarbkonzept zum Tragen.
 
Gleichzeitig gab Porsche bekannt, dass man mit der neuen Evolutionsstufe des 919 Hybrid in die höchste von vier Energieklassen des LMP1-Reglements aufsteigt. Das bedeutet, dass die Energierückgewinnungssysteme nun rund ein Drittel mehr Leistung als im Vorjahr aufweisen und der Stuttgarter Hersteller damit neben Toyota als zweiter die Acht-Megajoule-Klasse in Angriff nimmt. Dafür sorgt im 919 ein über 500 PS starker Vierzylinder-Turbomotor, der mit einem Elektromotor an der Vorderachse kombiniert ist, der nochmals über 400 PS leistet. Dieser erhält seinen Strom aus zwei Energierückgewinnungssystemen, die zum einen die Bremsenergie der Vorderachse und zum anderen umgewandelte Abgasenergie nutzen. Zwischengespeichert wird der Strom in flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Akkus.
 
Gleichzeitig blieb bei der Überarbeitung des 919 Hybrid zwar auf den ersten Blick alles beim Alten, insgesamt wurde jedoch jedes Bauteil mindestens einmal kritisch beguckt. Die Evolutionsstufe sollte effizienter, steifer, gutmütiger, leichter und gleichzeitig robuster werden. Während der ersten Testfahrten, die unter anderem in Weissach und Paul Ricard stattfanden, konnte attestiert werden: Ziel erreicht. Nun geht es ab dem 12. April in der WEC darum, das Konzept in gute Platzierungen umzumünzen.
 
Quelle: Porsche