David Brown Speedback GT - Britain's Finest GT

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Luxuriöses Reisecoupé mit viel Leistung
- Kleinserie von 100 Exemplaren
- Ausstattung exakt nach Kundenwunsch




Der Name "David Brown" lässt speziell bei Fans britischer Autos die eine oder andere Glocke klingeln. Immerhin kaufte ein Mann diesen Namens 1946 die angeschlagene Automarke Aston Martin sowie ein Jahr später Lagonda und verlieh den folgenden Modellen bis zum heutigen Tag mit wenigen Ausnahmen seine Initialen DB. Doch aufgepasst, in unserer heutigen Story geht es nicht um diesen inzwischen verstorbenen Traktorenfabrikanten sondern um David Brown, Hersteller von Ackerbaumaschinen und Liebhaber schneller und schöner Autos. Was jetzt wie ein nett gemeinter Witz klingt ist ein wenig die Wiederholung der Geschichte. Der heutige David Brown hat außer dem Namen und seinem ursprünglichen Beruf sowie dem Einstieg ins Automobilgewerbe tatsächlich keine Gemeinsamkeiten mit dem alten David Brown. Selbst verwandtschaftliche Beziehungen sollen nicht existieren, wie er im Gespräch erläuterte.
Sein automobiles Erstlingswerk, der David Brown Speedback GT, rollt nun seit rund einem Jahr als Prototyp durch die Lande. In dieser Zeit konnten diverse Erfahrungen gesammelt werden, die in der angestrebten Kleinserie verbessert werden. Ähnlich wie die Aston-Martin-Modelle der 1960er Jahre ist auch der neue Speedback eher ein gediegenes Reisecoupé mit ordentlichen Leistungsreserven als ein formidabler Supersportwagen. Auf der Techno Classica konnte diese Ähnlichkeit besonders gut betrachtet werden: Der Speedback GT wurde am Stand der Classic Remise direkt neben einem Aston Martin DB6 Vantage gezeigt.

Exterieur

Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, welche Autos David Brown liebt. Eine gute Portion Aston Martin DB6 vermischt sich hier mit Anleihen einiger weiterer britischer und italienischer Sportwagen der 60er sowie einem gehörigen Schuss Moderne zu einem unvergleichlich schönen Sportcoupé. Man kann sich fast sicher sein: Wenn damals bereits LED-Scheinwerfer zur Verfügung gestanden hätten, hätten sie so ausgesehen wie jetzt am Speedback GT. Neben all der Schönheit kommt aber auch die Praktikabilität nicht zu kurz. Neben großen Türen, die auch den Einstieg in die zweite Sitzreihe gut ermöglichen, gibt es eine riesige, bis ins Dach reichende Heckklappe, die im unteren Bereich zweigeteilt ist - ähnlich wie beispielsweise beim aktuellen Range Rover. Während der Bereich rund um die Heckscheibe nach oben aufschwenkt, bleibt unten der Teil mit dem Kennzeichenträger stehen und lässt sich anschließend nach unten umklappen, wodurch bei Bedarf eine Verlängerung der Ladefläche entsteht.
Für die farbliche Gestaltung der Karosserie stehen den Kunden alle Nuancen des Farbspektrums zur Verfügung. Im Vorabprospekt sind neben dem Gunmetal Grau metallic des Prototypen beispielsweise auch ein edles Dunkelrot oder das klassische British Racing Green zu finden. Dazu kommen je nach Wunsch die aktuell verbauten Leichtmetallräder oder sogar klassische Speichenfelgen. Die von Hand gefertigten Karosserieteile bestehen aus Aluminium. In die Produktion jedes Speedback GT werden rund 3.200 Arbeitsstunden gesteckt.

Interieur

In der hauseigenen Sattlerei veredeln absolute Könner den Innenraum des Speedback GT mit vollnarbigem Leder und Echtholzdekorleisten. Das Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Großbritannien. Selbstverständlich werden Kundenwünsche nach Alcantara, Sichtcarbon und Aluminium ebenfalls berücksichtigt und umgesetzt. Allerdings werden die Aluminiumverkleidungen im Serienfahrzeug nicht mehr glanzpoliert wie im Prototypen. Auf den nächtlichen Erprobungsfahrten fiel den Testern schnell auf, dass diese Bauteile zu stark das Licht des restlichen Verkehrs reflektieren und damit zu störenden Ablenkungen führen können. Nur eine von inzwischen 237 Veränderungen, die es zwischen Prototypenstadium und Produktion geben wird. Nicht verändert wird vermutlich das Soundsystem, dessen bislang meistgespielter Song "Real Good Looking Boy" von The Who den Prototypen umfassend beschreibt.
Ein besonderes Detail des Speedback GT verbirgt sich im Kofferraum. Sie erinnern sich aus dem "Exterieur"-Abschnitt oben an die zweigeteilte Heckklappe? Diese ist nicht nur da, um das Gepäck leichter ein- und ausladen zu können. Im Boden des Gepäckabteils verbirgt sich eine zusammengeklappte Picknickbank, die mithilfe von Gasdruckstoßdämpfern ausfährt und bis zu zwei Personen einen bequemen und regengeschützten Platz unter der Heckklappe bietet. Beim Serienfahrzeug sollen zudem noch ausklappbare Getränkehalter in die Bank eingearbeitet werden. 

Performance

Die technische Basis des David Brown Speedback GT ist der Jaguar XKR. Dessen fünf Liter großes V8-Kompressortriebwerk bringt es im Serienstand auf 375 kW/510 PS und ein maximales Drehmoment von 625 Newtonmetern. Über ein Sechsgang-Automatikgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad gelangt die Kraft zu den Hinterrädern und beschleunigt den Speedback GT in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Bei 250 km/h greift die Elektronik ein und begrenzt die Höchstgeschwindigkeit. Dies geschieht aus Rücksicht auf die Lebensdauer der Reifen, immerhin bringt das britische Luxuscoupé mindestens 1.975 Kilogramm auf die Waage. Auf besonderen Kundenwunsch wird David Brown zusätzliche Leistungsstufen anbieten, deren vMax nach oben angehoben wird. Mit dem Prototypen wurden inzwischen mehr als 15.500 Meilen (rund 25.000 Kilometer) problemlos zurückgelegt. Dabei kamen inzwischen 45 Journalisten in den Genuss, das Fahrzeug zu bewegen.

Preis

Ein guter Freund brachte es treffend auf den Punkt: "Der Speedback GT hat einen RV-Faktor von 0,81." Mit dem RV-Faktor meinte er scherzhaft den "Reichtums-Verminderungs-Faktor". Sie ahnen es bereits, der Preis inklusive Steuern in Deutschland wird somit rund 810.000,- € betragen. Von der angestrebten Kleinserie, die 100 Fahrzeuge umfassen soll, sind bereits acht Autos fest verkauft.

Quelle: David Brown Automotive
Fotograf: Matthias Kierse