Ferrari FXX K - Letzte Testfahrten in Imola

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- 1.050 PS starkes Corse Clienti Fahrzeug
- Ersteinsatz bei den FRD in Budapest
- Nachfolgemodell von FXX und 599XX




Der im vergangenen Jahr während des Finali Mondiali in Abu Dhabi vorgestellte Ferrari FXX K wird aktuell letzten Testfahrten unterzogen, bevor es noch in diesem Monat zum ersten Corse Clienti Event im Rahmen der Ferrari Racing Days im ungarischen Budapest geht. Diese Erprobungsfahrten finden auf der Formel-1-Rennstrecke Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola statt. Zu den offiziell letzten Tests reisten auch Ferraris Vizechef für Marketing und Werbung, Enrico Galliera und der Leiter des GT- und Corse-Clienti-Programms, Antonello Coletta an.

Mit dem FXX K stellt die Corse Clienti Abteilung von Ferrari das bislang wildeste Geschoss auf die Räder. Angefangen hat alles einst mit ausgedienten Formel-1-Rennwagen, die an zahlungskräftige Kunden verkauft und weiterhin durch die Rennmechaniker betreut wurden. Im Jahr stellte man auf Basis des Supersportwagens Enzo den renntauglichen FXX vor. Dieser war für keine Rennserie homologiert worden und konnte somit nur im Rahmen von Trackdays und den Ferrari-eigenen Race Days eingesetzt werden. Viele Kunden ließen ihr Fahrzeug hierzu bei Ferrari in Maranello einlagern und zu den Rennstrecken weltweit anliefern. Zwei Jahre später sorgte ein Evoluzione-Kit für mehr Leistung und kürzere Schaltzeiten des sequenziellen Getriebes sowie eine überarbeitete Aerodynamik.

2009 folgte der Ferrari 599XX, der erneut besonders solventen Sammlern mit Rennambitionen angeboten wurde. Er basierte auf dem 599 GTB Fiorano und bereitete den Weg für den 599 GTO. Eine Homologation für weltweite Rennserien wurde erneut ausgeschlossen. Auch für den 599XX gab es rund zweieinhalb Jahre später ein Evoluzione-Paket, das jedoch deutlich umfangreicher als beim FXX ausfiel. Neben einer Leistungssteigerung des V12-Triebwerks erhielt die Karosserie umfangreiche Überarbeitungen inklusive eines Heckflügels mit DRS-Element, das vom Fahrer auf den Geraden per Knopfdruck flachgestellt werden kann.

Nun heißt das magische Kürzel für die Ferrari Racing Days also FXX K, wobei das "K" für KERS steht, also die Möglichkeit auf Knopfdruck die zusätzliche Leistung eines Elektromotors abzurufen. In Kombination mit dem 6,2 Liter großen V12-Motor aus dem LaFerrari stehen dann 772 KW/1.050 PS und ein maximales Drehmoment von mehr als 900 Newtonmetern. Gegenüber dem Straßensportwagen wurde das HY-KERS-System auf reine Performance ausgelegt und kann vom Fahrer über den Manettino-Knopf am Lenkrad in vier unterschiedliche Modi eingestellt werden: "Qualify" für maximale Leistung für eine begrenzte Rundenanzahl, "Long Run" für ausgewogene Leistung über viele Runden, "Manual Boost" um kurzfristig die maximale Leistung abrufen zu können und "Fast Charge" um während der Fahrt möglichst schnell die Akkus per Rekuperation und durch den laufenden Benzinmotor aufzuladen.

Bei der Karosseriegestaltung nahm man zwar den LaFerrari als Basis, legte das Gesamtkonzept jedoch konsequent auf hohe Abtriebswerte und gute Aerodynamik aus. Hierfür kommen sowohl passive als auch aktive Aero-Elemente zum Einsatz. Vorn ist es ein Doppelprofilspoiler mit an den Seiten hochgezogenen Enden, am Heck zwei feststehende Flügelelemente und ein je nach Fahrzustand ausfahrender Spoiler, der auch als Luftbremse eingesetzt wird. Gegenüber der Serienversion wurde der Diffusor beim FXX K deutlich vergrößert und mit senkrechten Lufleitelementen ausgestattet. Insgesamt ergibt sich aus diesen Veränderungen ein 50% höherer Abtriebswert mit eingefahrenem Heckspoiler und ein 30% höherer Wert bei voll ausgefahrenem Flügelwerk - anders ausgedrückt: Bis zu 540 Kilogramm Anpressdruck bei 200 km/h.

Im Rahmen der Ferrari Racing Days in Budapest wird nicht nur das erste Event der neuen FXX K Besitzer ablaufen. Die Besucher können auch Sebastian Vettel am Steuer eines F60 aus der Formel-1-Saison 2009 erleben und den Rennen der Ferrari Challenge Europe, Trofeo Pirelli und Coppa Shell folgen sowie die Demoläufe der F1 Clienti bewundern.

Inzwischen ist ein erstes Video von den Testfahrten in Imola aufgetaucht:

Quelle: Ferrari