Alpine Celebration Concept - 60 Jahre Alpine

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Studie zum 60. Markengeburtstag
- historische und moderne Designzitate
- neues Alpine-Modell kommt 2016




Pünktlich zum 60-jährigen Markenjubiläum hat Alpine im Rahmen der 24 Stunden von Le Mans die Konzeptstudie Celebration präsentiert. Diese soll nicht nur an legendäre Modelle wie die A110 und die A310 erinnern, sondern auch einen Vorgeschmack auf die kommende neue Alpine bieten, die im kommenden Jahr, vermutlich auf dem Genfer Autosalon, präsentiert wird.

Speziell durch den niedrigen Karosserieaufbau und das klar strukturierte Design werden Erinnerungen an die Alpine A110 geweckt, die durch die skulpturierten Flanken und die große Heckscheibe sowie die v-förmige vordere Haube mit zentraler Bügelfalte noch unterstrichen werden. Gleichzeitig setzen die Doppelscheinwerfer hinter Glas und die speziell geformten inneren LED-Scheinwerfer im Stil der traditionellen, für den Rennsport x-förmig überklebten Zusatzleuchten historische Details in die Moderne um.

Eine dezente Spoilerlippe vorn sowie ein ebenso zurückhaltend gestalteter Heckflügel sorgen im Zusammenspiel mit den weiter heruntergezogenen Schwellerverkleidungen für aerodynamische Balance. Bei der Felgengestaltung ließen sich die Designer von jenen Rädern der späten A110 und frühen A310 inspirieren, die diese auch im Rallyesport fuhren. Hinter den offen gestalteten Speichen ist eine große Bremsanlage mit orange lackierten Sätteln zu sehen. Damit setzen sie sich ebenso kontrastreich wie die Scheinwerferabdeckungen, die Abschlepphaken, Teile der Flanken und der Heckbereich vom historisch korrekten Blauton der Karosserie ab.

Details wie die großen Räder und die sehr kleinen Außenspiegel weisen indes auf den Studienstatus dieses Fahrzeugs hin. Gleichzeitig wird durch Sichtcarbonelemente wie beispielsweise die Spoiler, die Lufteinlässe, die Spiegelkappen, die Seitenschweller und den Diffusor auf den konsequenten Leichtbau hingewiesen, für die Alpine bereits vor 60 Jahren bekannt war. Unter der gelochten, dunkel getönten Heckscheibe sitzt laut Pressetext ein Mittelmotor, dessen technische Daten jedoch nicht näher spezifiziert wurden.

Alpine wurde 1955 von Jean Rédélé, einem Renault-Händler und Rennfahrer aus Dieppe an der französischen Kanalküste gegründet. Der Markenname beruht dabei auf einem Rennsieg, den er bei der Rallye Coupé de Alpes 1954 erringen konnte. Für seine Straßen- und Rennsportwagen nutzte er die zuverlässige Technik von Renault und konnte mit der großen französischen Marke auch bald einen Vertriebsvertrag schließen. Somit wurden seine Eigenbauten über das Renault-Händlernetz angeboten, wo sie auch gewartet und repariert wurden. Durch Klassensiege bei Rallyes und Rennveranstaltungen machte man sich schnell einen Namen, spätestens die A110 sorgte jedoch für einen absoluten Bekanntheitsschub, da sie mit allen damaligen Wettbewerbern im Rallyeumfeld mithalten konnte. Auf der Rundstrecke ist der größte Erfolg ein Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1978 durch Jean-Pierre Jaussaud und Didier Pironi in einem Renault Alpine A442B. Seit 1973 hielt Renault die Aktienmehrheit an dem kleinen Sportwagenhersteller, Ende 1978 verkaufte Rédélé auch seine restlichen Anteile. Bis 1995 wurden weiter Sportwagen unter dem Markennamen Renault Alpine gebaut und angeboten, dann war nach dem A610 Schluss. Im kommenden Jahr will Renault die Marke jedoch auch im Straßenbereich wiederbeleben, nachdem bereits seit 2013 durch eine Kooperation mit dem französischen Signatech-Team wieder ein Alpine-Sportwagen in der LMP2-Kategorie im Rennsport antritt.

Quelle: Renault