Porsche 918 Spyder - Produktionsende

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- 918 Exemplare in 21 Monaten gefertigt
- letzter 918 Spyder verlässt Manufaktur
- bis heute Rekordhalter am Nürburgring




Nach exakt 21 Monaten rollt heute das letzte Exemplar des Porsche 918 Spyder aus der Manufaktur in Stuttgart-Zuffenhausen. Damit hat der Sportwagenhersteller den vorher aufgestellten Terminplan exakt eingehalten. Vorgestellt wurde der Hybrid-Supersportwagen ursprünglich als Konzeptstudie auf dem Genfer Salon 2010. Dort gab es soviel positive Zustimmung durch das Messepublikum, dass der Porsche-Vorstand schnell die Serienproduktion beschloss.

Es folgten drei Jahre intensive Erprobung, um den 918 Spyder zu einem weiteren Technologieträger im Kreise seiner Vorgänger 904 Carrera GTS, 959, 911 GT1 und Carrera GT werden zu lassen. Der 904 war in den 1960er Jahren ein Musterbeispiel für ein Fahrzeug mit Stahl-Kunststoff-Karosserie, der 959 brachte den permanenten Allradantrieb in die Welt der Sportwagen, der 911 GT1 ließ die Kohlefasertechnologie in den Serienautomobilbau einziehen und der Carrera GT war schließlich das erste Serienfahrzeug mit Monocoque und Aggregateträger aus kohlefaserverstärktem Kunststoff.

Auch der 918 Spyder gibt neue Impulse für die Produktion kommender Seriensportwagen - vielleicht sogar noch mehr als seine Vorgänger. Dabei geht es speziell um das Antriebskonzept mit seiner Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotoren. Damit beherrscht der 918 alle Anforderungen, die sein Fahrer an ihn stellt, ob effizienzorientiert oder mit maximaler Performance auf der Rennstrecke. Hierfür wurden fünf verschiedene Betriebsmodi, die über einen Map-Schalter am Lenkrad aktiviert werden können.

Hinzu kommt ein aufwändiges Thermomanagement mit fünf getrennt voneinander laufenden Kühlkreisläufen und einer Hybridkühlung des hinteren Elektromotors mittels Luft und Wasser. Durch eine intelligente Steuerung der Generatorfunktion und der konventionellen Bremse gewinnt der 918 Spyder deutlich mehr elektrische Energie aus der Bewegungsenergie als viele andere Elektrofahrzeuge. Damit steigen Effizienz und Reichweite. Ein ähnliches Rekuperationssystem kommt auch im 919 Hybrid zum Einsatz, der aktuell in der WEC-Rennserie eingesetzt wird und beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans einen Doppelsieg feierte. Die Vollcarbon-Karosserie, die variable Aerodynamik und die adaptive Hinterachslenkung setzten ebenfalls Maßstäbe.

Mit einer Rundenzeit von 6:57 Minuten setzte der 918 Spyder zudem eine absolute Bestmarke für Serienfahrzeuge mit Straßenreifen auf der Nürburgring Nordschleife. Trotz der 652 kW/887 PS Gesamtleistung verbraucht der Hybrid-Sportwagen laut NEFZ-Norm lediglich drei Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern. Selbstverständlich setzte Porsche auch bei der Fertigung Maßstäbe. Diverse Neuentwicklungen im Montagebereich und bei der Qualitätssicherung, insbesondere im Hinblick auf hohe Ergonomie, wurden umgesetzt und zum Patent angemeldet. So kamen keinerlei kabelgebundene Werkzeuge zum Einsatz und bluetooth-gesteuerte Akkuschrauber erhielten vom Computer Informationen zum vorgegebenen Drehmoment der jeweiligen Schraube. Eigens entwickelte, höhenverstellbare Montagehubwagen dienten zur kraftschonenden Fertigung des Supersportwagens.

Nun läuft das neunhundertachtzehnte Exemplar des 918 Spyder vom Fertigungsband. Wenn es nach den von Porsche veröffentlichten Bildern geht, handelt es sich dabei um einen exklusiv in dunkelrot lackierten Wagen, der als zusätzliche Option über rot lackierte Bremssättel verfügt. Normalerweise sind diese in Acidgrün lackiert, der Farbe, die Porsche für alle Hybridfahrzeuge als Erkennungsmerkmal nutzt. Als Standardlackierungen standen Racing Gelb, Indischrot, Saphirblau metallic, Dunkelblau metallic, Schwarz, Basaltschwarz metallic, GT Silber metallic, Meteorgrau metallic sowie die Sonderfarben Liquid Metal Silber und Liquid Metal Chromblau zur Auswahl. Für die aufpreispflichtige, gewichtserleichterte Weissach Edition gab es zudem die Möglichkeit, den 918 im Salzburg- oder Martini-Design folieren zu lassen. Darüber hinaus konnten die Kunden diverse Sonderfarben nach Wunsch ordern.

Quelle: Porsche