Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio - 510 PS stark

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- V6-Turbomotor von Ferrari mit 510 PS
- sportlich-attraktives Karosseriedesign
- fahrerorientierte Interieurgestaltung




Alfa Romeo meint es ernst. Exakt 105 Jahre nach der Firmengründung wurde am gestrigen Mittwoch nicht nur das Werksmuseum nach über fünfjähriger Schließung und Umbau der Presse gezeigt und ein neu gestaltetes Markenlogo enthüllt. Vor allem ging es bei der Veranstaltung in Arese um die Premiere der neuen Giulia, die endlich das Erbe des seit 2011 nicht mehr produzierten 159 antritt - und wie! Das Motto "Technologie aus Emotionen" wurde wörtlich genommen und speziell in Form der Topvariante Quadrifoglio potent verkörpert. Auch der Ort der Premiere wurde bewusst gewählt: In Arese entstand von 1965 bis 1977 das legendäre gleichnamige Modell. Seit den 1980er Jahren sitzt hier das Werksmuseum, das nun am 30. Juni nach erfolgreicher Renovierung neu eröffnet wird.

Exterieur

Laut Alfa Romeo vereint die neue Giulia drei charakteristische Merkmale italienischen Designs in ihrer Karosserie: stilistische Geradlinigkeit, harmonische Proportionen und hohe Materialqualität der Oberflächen. Durch die kurzen Überhänge und die lange Motorhaube sowie das nach hinten verlagerte Passagierabteil wird ein sportliches Auftreten erzeugt, das beim Quadrifoglio zusätzlich durch einen verstellbaren Frontspoiler und Luftauslässe in der Motorhaube sowie eine Heckspoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel unterstrichen wird. Aus den Luftauslässen hinter den Vorderrädern entspringt eine Linie, die die Türgriffe einfasst und durch die Oberkante der flachen Rückleuchten aufgegriffen wird. Dach und Motorhaube bestehen aus Kohlefaser, Türen und Kotflügel aus Aluminium. So wird ein geringes Leergewicht erreicht, das von den Italienern in nächster Zeit noch genauer spezifiziert wird.

Interieur

Auf dem bislang einzigen Innenraumbild kann man erkennen, dass Alfa Romeo nicht zuviel verspricht, wenn von einem fahrerorientierten Cockpit die Rede ist. Wie ein maßgeschneiderter Anzug schmiegen sich das Armaturenbrett und alle Bedienelemente in die Nähe der Fahrerhände. Durch ein relativ kleines Lenkrad und die sehr direkt abgestimmte Lenkung hat der Fahrer die Kontrolle über Giulia und kann ihre volle Leistungsausbeute über Alupedale abrufen. Am Lenkrad sitzen auch die Verstellknöpfe für die elektronischen Fahrassistenzsysteme und der rot hervorgehobene Start-Knopf für den Motor. Alle haptisch greifbaren Oberflächen bestehen aus hochwertigen Materialien wie Leder, Holz, Carbon oder Aluminium. Natürlich steht auch ein Infotainmentsystem mit neuester Technologie zur Verfügung.

Performance

Unter der Motorhaube der Giulia Quadrifoglio arbeitet ein V6-Turbotriebwerk mit 375 kW/510 PS, das von Ferrari für Alfa Romeo entwickelt wurde. In nur 3,9 Sekunden beschleunigt die Sportlimousine aus dem Stand auf Tempo 100. Eine elektronisch gesteuerte Zylinderabschaltung reduziert im Teillastbetrieb den Kraftstoffverbrauch. Zusätzlich hilft die ideale Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse dabei, auch auf kurvigem Geläuf viel Fahrspaß zu erzeugen. Generell wird es die Giulia mit Hinterrad- und Allradantrieb geben. Ob bei der Topversion ebenfalls die Wahl besteht oder aufgrund der hohen Motorleistung ausschließlich der Allradantrieb zum Einsatz kommt, geht aus dem Pressetext nicht hervor.
Hinten kommt eine Multilink-Achse zum Einsatz, während vorn doppelte Querlenker und eine halb-virtuelle Lenkachse verbaut werden. Letztere koppelt die Lenkung wirkungsvoll von Federungs- und Antriebseinflüssen ab und macht eine besonders direkte Lenkauslegung möglich. Ein Grundsatz der Fahrwerksingenieure von Alfa Romeo ist es, elektronische Assistenzsysteme lediglich zur Verfeinerung der Fahrdynamik einzusetzen, nicht als Allheilmittel. Die Giulia Quadrifoglio ist also auch mit abgeschalteten Systemen sportlich fahrbar. Als Beispiel für die Verfeinerungen dient das mit einer Doppelkupplung versehene elektronische Differenzial an der Hinterachse, das aktiv das ankommende Drehmoment auf das linke und rechte Hinterrad verteilt. Zudem wurde der Fahrdynamikregler "D.N.A.", der bereits aus dem MiTo bekannt ist, für die Giulia weiterentwickelt. Die Stufen "Dynamic", "Neutral" und "Advanced Efficient" stehen zur Auswahl, wobei letzterer dem Fahrer die Möglichkeit freistellt, alle Fahrzeugsysteme auf einen möglichst geringen Kraftstoffverbrauch einzustellen. Im Quadrifoglio steht zudem auch noch eine "Racing"-Einstellung bereit, um alle Leistungsreserven abzurufen.

Preis

Noch gibt es keine offiziellen Angaben, aber die Preisliste für die Giulia-Topversion Quadrifoglio dürfte vermutlich bei rund 75.000,- € beginnen. Die neue Giulia wird erstmals auf der IAA im September öffentlich präsentiert und rollt kurz darauf zu den Händlern.

In einem ersten Video kann man die neue Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio bereits in Bewegung sehen und dem Triebwerk lauschen.



Quelle: Alfa Romeo