Lotus 3-Eleven - Simpel und mit wenig Gewicht

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- 456 PS treffen auf 900 kg Leergewicht
- keine Türen, keine Windschutzscheibe
- radikales Trackdaygerät mit Zulassung




Am heutigen ersten Tag des Goodwood Festival of Speed enthüllte Lotus das schnellste und teuerste Serienfahrzeug der Markengeschichte, den neuen 3-Eleven. Wie bereits beim Vorgängermodell 2-Eleven lag das Hauptaugenmerk auf den typischen Lotus-Tugenden: Sportlichkeit, Dynamik und wenig Gewicht. Neben der Straßenvariante wird es auch eine reine Rennversion geben.

Exterieur

Bereits der Vorgänger 2-Eleven stellte durch sein Auftreten eines sofort klar: No Nonsense - nichts Unnötiges. Auch beim neuen 3-Eleven wird konsequent auf Dinge wie eine Windschutzscheibe oder Türen verzichtet. Stattdessen gibt es eine eng an der Technik anliegende Karosserie mit großen Kühlluftöffnungen, einen massiven Überrollbügel und eine ausgefeilte Aerodynamik inklusive feststehendem, einstellbaren Heckflügel. Bei 240 km/h liegen volle 215 Kilogramm Abtrieb allein durch die Luftleitwerke an. Für die Produktion der Karosserieteile aus verstärktem Kunststoff kommt eine neue Technik zum Einsatz, durch die der Kleber noch gezielter und tiefer in die Fasern gepresst wird. Dies erlaubt nicht nur besonders leichte Bauteile, sondern auch präzise Formen.

Interieur

Mach es simpel und addiere wenig Gewicht - anders lässt sich der erste Blick ins Cockpit des Lotus 3-Eleven kaum beschreiben. Hinter dem abnehmbaren Dreispeichensportlenkrad befindet sich ein mehrfarbiges TFT-Display, dessen Anzeigen auf Knopfdruck zwischen den wichtigsten Daten für die Straßen- oder Rennstreckenbenutzung wechseln. Neben dem serienmäßigen Sportschalensitz ist ab Werk ein freier Platz, der optional wahlweise mit einem Tonneau abgedeckt oder mit einem Beifahrersitz bestückt werden kann. Vierpunktgurte sind dabei obligatorisch. In der Rennversion kommen zudem ein Datalogger, ein FIA-genormter Rennschalensitz mit Sechspunktgurten, eine Feuerlöschanlage und ein Batterie-Totschalter zum Einsatz.

Performance

Direkt hinter den maximal zwei Passagieren des Lotus 3-Eleven werkelt der aus dem Exige S und Evora 400 bekannte V6-Kompressormotor mit Ladeluftkühlung. Für den radikal offenen Sportwagen wurde allerdings die Leistung auf 336 kW/456 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment erhöht. Im Rennfahrzeug treffen somit aufgrund des Leergewichts von 900 Kilogramm mehr als 500 PS auf eine Tonne. Somit vergehen für den Spurt von null auf 60 mph (rund 96 km/h) weniger als drei Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 280 km/h im Straßenauto und 290 km/h im Rennwagen angegeben. Auf der hauseigenen Teststrecke in Hethel wurde ein neuer Rundenrekord in 1:22 Minuten aufgestellt. Für die Kraftübertragung zu den Hinterrädern sorgt ein manuelles Sechsgang-Getriebe für die Straßenversion sowie ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad im Rennfahrzeug.
Unter der Karosserie steckt ein speziell angefertigtes Chassis, das wie bei Elise, Exige und Evora aus vernieteten und geklebten Aluminiumteilen besteht. An den hinter den Passagieren sichtbaren Überrollbügel schließen sich seitliche Verstrebungen zum Schutz beim Seitenaufprall an. Beim Rennfahrzeug kommt ein vollwertiger Überrollkäfig nach FIA-Reglement zum Einsatz. Hinzu kommt ein besonders leichtes Fahrwerk mit doppelten Querlenkern an den vorderen Rädern, einstellbarem vorderen Stabilisator, Eibach-Federn und in der Härte verstellbaren Öhlins-Dämpfern. Ein mechanisches Sperrdifferenzial und eine vom Cockpit verstellbare Traktionskontrolle zählen zur Serienausstattung. Hinter den leichtgewichtigen Schmiedefelgen sitzt eine Hochleistungbremsanlage von AP Racing mit 332 Millimeter großen geschlitzten Scheiben rundum, Vierkolbensätteln und einem von Bosch speziell für Lotus entwickelten ABS. Beim Straßenfahrzeug kommen Michelin Pilot Super Sport Pneus in den Dimensionen 225/40 ZR 18 vorn und 275/35 ZR 19 hinten zum Einsatz, am Renner sind Michelin Cup 2 aufgezogen.

Preis

Insgesamt werden von Straßen- und Rennversion zusammen lediglich 311 Exemplare im Laufe von zwei Jahren entstehen, die zu Preisen ab 82.000,- GBP (Straße) beziehungsweise 115.200,- GBP (Rennen) angeboten werden (jeweils inkl. VAT). Die deutschen Preise werden in Kürze bekanntgegeben. Da der 3-Eleven in Großbritannien lediglich über eine SVA (Single Vehicle Approval) verfügt, muss hierzulande eine Einzelabnahme beim TÜV erfolgen. Produziert wird der Lotus 3-Eleven ab Februar 2016 auf den gleichen Anlagen wie Elise, Exige und Evora. Anschließend gehen alle 3-Eleven in die Lotus Motorsportabteilung und werden nach Kundenwunsch vervollständigt, erste Auslieferungen erfolgen ab April.

Quelle: Lotus