Singer 911 Targa - Alles neu mit alter Optik

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Erster Singer 911 mit Targa-Karosserie
- 4 Liter großer Boxermotor mit 396 PS
- Präsentation beim Festival of Speed




In nur wenigen Jahren hat sich der Porsche-Restaurierer Singer aus Südkalifornien in der weltweiten Szene einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Dies liegt zwar auch an der guten Qualität, die man handwerklich und technisch abliefert, hauptsächlich allerdings daran, dass man eine Sache konsequent anders macht als andere Restaurierungsbetriebe: Man interpretiert neu. So entstehen auf Basis des Porsche 964 Fahrzeuge mit alter 911er Optik und moderner Technik. Für einen kanadischen Kunden wurde nun erstmals eine Neuinterpretation des klassischen 911 Targa erstellt und im Rahmen des Goodwood Festival of Speed präsentiert. Aktuell wird bereits ein zweites Exemplar aufgebaut, das im August in Pebble Beach gezeigt werden soll.

Exterieur

Auch wenn auf den ersten Blick vieles dafür spricht, dass Singer einfach klassische Porsche-Karosserieteile an eine 964er Karosserie heftet: Hier ist alles neu, was alt aussieht. So besteht beispielsweise der klassische Targa-Bügel nicht, wie beim Original, aus Edelstahl sondern aus vernickeltem Metall, wie auch alle anderen glänzenden Metalloberflächen außen vernickelt sind. Zudem integrierte Singer zwei angedeutete Luftauslass-Schlitze in der B-Säule oberhalb des Targa-Schriftzugs anstelle der drei Schlitze beim frühen 911 Targa. Neben dem klassischen Faltverdeck für die Targa-Öffnung bietet Singer ein zusätzliches Carbon-Hardtop an. Alle Karosserieteile, also Kotflügel, Hauben, Türen und Dach bestehen aus Kohlefaser. Sie verleihen dem Fahrzeug mehr Leichtigkeit. Hergestellt werden die Bauteile von der Aria Group in Kalifornien, die auch für eine Lackierung in Wunschfarbe sorgt. Vorn leuchten Bixenonscheinwerfer hinter Klarglas die Nacht aus. In den Radhäusern sitzen klassische Fuchs-Felgen.

Interieur

Wie bei allen Singer-Modellen stammt auch das Interieur des Targa von der Sattlerei "Little John", die sich durch hervorragende Handwerkskunst auszeichnet. Beim Präsentationsfahrzeug kommt orange-farbenes Leder zum Einsatz, das auf den Sitzmittelbahnen, am Armaturenbrett und an den Türverkleidungen aufwändig geflochten wurde. Dazu gibt es Schlaufen anstelle von Türöffnern, eine klassische Rundinstrumentensammlung und ein Sportlenkrad mit drei gelochten Speichen. Die Vordersitze sind elektrisch verstellbar und auch die Seitenscheiben verschwinden auf Knopfdruck. Ein modernes Radio im klassischen Look vervollständigt den Innenraum. Auch der Kofferraum und der Bereich hinter dem Motor wurden mit Leder in Interieurfarbe bezogen, das zusätzlich stellenweise eine Rautensteppung erhielt.

Performance

Im Heck des ersten Singer 911 Targa schlägt ein ganz besonderes Sechszylinder-Boxerherz. Bei Ed Pink Racing entstand auf Basis des 3,6ers aus dem Porsche 964 ein vier Liter großes Triebwerk mit 291 kW/396 PS und 427 Newtonmetern Drehmoment, die über ein manuelles Sechsgang-Getriebe aus dem 993 auf die Hinterräder übertragen werden. Öhlins Dämpfer mit einer speziellen Abstimmung und das straffe Chassis des 964 Targa sorgen für eine hervorragende Agilität und Fahrdynamik.

Preis

Genaue Preise nennt Singer nicht, da diese sich immer am Aufwand bemessen, der in das jeweilige Fahrzeug fließt. Beim 911 Coupé beginnt der Spaß im Bereich von rund 200.000,- US$ für die 300-PS-Variante los. Inzwischen sind Versionen mit über 400 PS lieferbar, die ebenso wie die Targa-Karosserie entsprechend mehr kosten.

Quelle: Singer Vehicle Design