Peugeot Fractal Concept - Elektro-Stadtcoupé

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Elektro-Coupé mit abnehmbarem Dach
- i-Cockpit mit akustischen Informationen
- Interieurbauteile aus dem 3D-Drucker



Auf der IAA, die in zwei Wochen in Frankfurt/Main beginnt, wird Peugeot das neue Fractal Concept präsentieren. Spezielles Augenmerk wird bei dieser Studie auf das erweiterte i-Cockpit gelegt, das in seiner Urform erstmals 2010 im SR1 Concept gezeigt wurde und inzwischen im 208 über 1,8 Millionen Kunden weltweit erfreut.

Exterieur

Peugeot selbst spricht beim Fractal von einem "Elektro-Coupé für die Stadt". Entsprechend fielen die Außenabmessungen mit 3,81 Metern Länge und 1,77 Metern Breite kompakt aus, um im Großstadtdschungel gute Chancen auf Parklücken zu haben. Zudem wurden die 19 Zoll großen Räder soweit wie möglich an die Ecken versetzt, wodurch die Überhänge vorn und hinten lediglich 52 Zentimeter lang sind. Da es sich bei der Studie um ein Elektroauto handelt können die Kühlluftöffnungen an der Front sehr klein ausfallen, was der Aerodynamik zugute kommt. Die bereits von einigen Peugeot-Konzepten sowie der 208 GTi 30 Jahre Edition bekannte Zweifarblackierung, die bei den Franzosen "Coupe Franche" genannt wird, ist auch beim Fractal zu finden. Frontpartie und Türen erstrahlen in glänzendem Perlmuttweiß während das Heck sowie das abnehmbare Dach mattschwarzes Sichtcarbon tragen.
Die LED-Rückleuchten dienen beim Induktions-Ladevorgang als dynamischer Fortschrittsbalken. Vorn beginnt die Leuchtsignatur seitlich unterhalb des Kühlergrills und läuft bis zur oberen Außenecke der Scheinwerfer hinauf. Sie beinhaltet auch den dynamischen Blinker. An den Felgen kommen speziell gestaltete Radabdeckungen mit keilförmigen Schalldämmelementen zum Einsatz, die durch ihre Ausrichtung die Fahrtgeräusche reduzieren. Da ihre Herstellung bislang maschinell nicht möglich ist, wurden sie im 3D-Drucker erstellt.

Interieur

Bislang wurden durch das i-Cockpit nur der visuelle und der haptische Sinn durch das hochgesetzte Kombi-Instrument, das kleine Sportlenkrad und den Touchscreen-Bedienbildschirm angesprochen. Im Fractal kommt als Weltneuheit ein akustisches System hinzu, durch das die auditive Wahrnehmung von Informationen ermöglicht wird. Hierzu wurde von StelLab, einer Forschungseinrichtung des PSA-Konzerns, das Soundsystem 9.1.2 entwickelt, bei dem das bereits sehr hochwertige 9.1-System mit zusätzlichen Subwoofern in den Sitzrückenlehnen verknüpft wird. So werden die einzelnen Klänge im Fahrzeug räumlich verteilt und dynamisiert. So befindet sich beispielsweise die Ansage des Navigationssystems erst gefühlt weit vor dem Fahrzeug und rückt immer näher heran, wenn der Wagen sich einem Abzweig nähert. Dabei rückt die Stimme zudem nach links oder rechts, je nachdem, wohin man abbiegen muss. Auf diese Weise wird der Fahrer weniger durch optische Signale abgelenkt und kann intuitiv den Ansagen folgen, die zudem angepasst werden, wenn er das Coupé-Dach zu Hause gelassen hat und offen unterwegs ist.
Neben der bereits angesprochenen Klangbearbeitung von speziellen Fahrzeuginformationen erhielt der Fractal als Elektrofahrzeug durch den Klangdesigner Amon Tobin eine einzigartige Soundsignatur, die bereits erklingt sobald der Fahrer über seine spezielle Smartwatch vom Typ Samsung Gear S die Türen öffnet. Dabei passen sich die Klänge der jeweiligen Außenumgebung gekonnt an, um nicht störend zu wirken, den Passanten außerhalb des Wagens aber dennoch die Annäherung akustisch anzukündigen. Die Smartwatch informiert ihren Träger zudem während des Einkaufs über den aktuellen Ladefortschritt, die Temperatur im Cockpit und den aktuellen Standort des Wagens. Zudem können spezifische Einstellungen wie die Klimaanlagentemperatur oder der Lieblingsradiosender des Fahrers gespeichert werden, die dann beim Einsteigen automatisch eingestellt werden.
Beim hochgesetzten Kombi-Instrument des Fractal kommt ein Digitaldisplay mit einer vorgelagerten, um 45 Grad geneigten Polycarbonatscheibe zum Einsatz, die für hochauflösende Hologramm-Anzeigen genutzt wird. Vom Fahrer können alle Anzeigen nach Belieben eingestellt werden.
Eine weitere Innovation im Interieur ist die Verwendung von Bauteilen, die im 3D-Drucker entstanden sind. Rund 80 Prozent aller Oberflächen im Innenraum entstanden auf diese Weise, wobei auf möglichst geringe Reflektionen in den Scheiben besonders geachtet wurde.

Performance

An Vorder- und Hinterachse des Fractal sitzt je ein Elektromotor mit 75 kW Leistung. Zusammen stehen also 150 kW oder umgerechnet 204 PS zur Verfügung, um allradgetrieben loszuspurten. Bei der Beschleunigung von null auf hundert arbeitet nur der hintere Motor, ab 100 km/h schaltet sich der vordere Antrieb dazu und übernimmt schließlich komplett. Dank des geringen Gewichts von nur 1.000 Kilogramm gelingt der Standardspurt in 6,8 Sekunden. Der nötige Strom wird in einem Lithium-Ionen-Akku mit 40 kWh Kapazität gespeichert, der eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern ermöglicht und zur besseren Gewichtsverteilung nebst Absenkung des Schwerpunktes im Mitteltunnel untergebracht wurde. Adaptive Dämpfer regeln auch die Bodenfreiheit des Wagens, die im Stadtverkehr bei elf Zentimetern liegt und auf der Autobahn auf sieben Zentimeter sinkt.

Quelle: Peugeot