Range Rover Sentinel - Gepanzertes Topmodell

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Gepanzerter Range Rover Autobiography
- Sonderschutzprogramm durch SVO
- keine Komforteinschränkungen



Mit dem neuen Range Rover Sentinel rollt erstmals ein ab Werk gepanzertes Fahrzeug aus der Special Vehicle Operations Abteilung (SVO) von Jaguar Land Rover. Die Basis stellt dabei das bisherige Topmodell, der Range Rover Autobiography mit normalem Radstand.

Somit steht einer besonderen Wohlfühlatmosphäre im Interieur wenig im Wege, immerhin kann der Autobiography speziell in diesem Bereich überzeugen. Allerdings gibt es weltweit diverse Kunden, die sich nicht einfach nur auf die üblichen Qualitäten eines Autos verlassen möchten, sondern aus verschiedenen Gründen heraus ein gewisses Maß an Extra-Sicherheit benötigen. Dabei reden wir jetzt nicht vom klassischen Schutz vor Unfällen auf dem täglichen Weg zum Einkauf sondern dem vor realen Bedrohungen, denen sich manche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Unterhaltung inzwischen ausgesetzt sehen: Bewaffnete Überfälle und Anschläge.

Bei SVO wird aus dem Range Rover als Gegenmaßnahme eine Festung auf Rädern, die auch Bedrohungen wie dem Beschuss mit panzerbrechender Hochgeschwindigkeits-Brandsatz-Munition des Kalibers 7,62 Millimeter widersteht. Seitlich hält die Karosserie Explosionen von 15 Kilogramm TNT aus, während Bodenplatte und Dach einen Angriff mit DM51-Handgranaten überstehen.

Verständlicherweise lassen sich die Briten nicht zu 100 Prozent über die Schulter schauen, aber einige Bestandteile ihres Sicherheitssystems verraten sie doch. In die nackte Rohkarosserie des Range Rover wird eine sechsteilige gepanzerte Fahrgastzelle aus hochfesten Stählen eingezogen. Hinzu kommen Scheiben aus getöntem Mehrschicht-Panzerglas. Weitere Details wie ein sich selbst abdichtender Kraftstofftank, ein Notstromsystem mit zweiter Batterie, ein eingriffsicheres Abgassystem und ein getrenntes Ladesystem wird die Sicherheit noch weiter erhöht.

Lediglich die Seitenscheibe des Fahrers lässt sich um 100 Millimeter absenken, um Dokumente problemlos austauschen zu können. Alle anderen Seitenscheiben sind fest verschlossen. Die 20 Zoll großen Räder verfügen über ein Notlaufsystem und verbergen die Hochleistungsbremsanlage mit 380 Millimeter großen Scheiben vorn und 365 Millimeter großen Scheiben hinten. Das britische Rüstungs- und Forschungsunternehmen QinetiQ, das aus einem Forschungslabor des britischen Verteidigungsministeriums hervorgegangen ist, hat den Range Rover Sentinel mit der Widerstandsklasse VR8 zertifiziert.

Sollten durch einen Unfall oder Anschlag die normalen Türen blockiert sein, können die Insassen den Range Rover Sentinel über ein Notausgangs-System hinter den Rücksitzen verlassen. Optional kann der Wagen zudem mit einer Feuerlöschanlage für den Unterboden und den Motorraum, einem individuell einstellbaren Sirenensystem, Notfallleuchten sowie einer Gegensprechanlage nach außen ausgestattet werden.

Trotz der erhöhten Sicherheit durch die Panzerung geht weder Alltagstauglichkeit noch Komfort verloren. Durch angepasste Stabilitätskontrollsysteme stehen weiterhin 650 Kilogramm Zuladung zur Verfügung. Auch das Fahrwerk wurde auf das erhöhte Fahrzeuggewicht angepasst. Auch die sprichwörtlichen Offroad-Fähigkeiten des Range Rovers werden durch den Sonderschutzumbau nicht beeinflusst. Da viele Interessenten des Sentinel über einen eigenen Chauffeur verfügen, bietet Range Rover spezielle Trainingskurse an, damit dieser die Fähigkeiten des Wagens kennenlernt.

Nähere Angaben zu den Preisen macht jeder Land Rover Händler auf Anfrage. Der neue Range Rover Sentinel wird ab sofort in Europa, Südamerika, Afrika und dem Nahen Osten angeboten.

Quelle: Land Rover