Honda Project 2&4 powered by RC213V

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Einzigartige Studie mit Motorradantrieb
- Gewinner eines Designwettbewerbs
- mehr als 218 PS aus MotoGP-Honda



Honda organisiert jährlich einen hauseigenen Designwettbewerb unter dem Titel "Global Design Project", an dem sich Entwickler und Designer aus den weltweiten Honda-Designzentren anmelden dürfen. Mehr als 80 Teilnehmer waren 2015 dabei und stellten ihr kreatives Denken unter Beweis. Gewonnen haben die Teams des Motorrad-Designzentrums im japanischen Asaka sowie des Automobil-Designzentrums in Wako, Japan.

Ihr gemeinsames Ergebnis hört auf den etwas sperrig klingenden Namen "Honda Project 2&4 powered by RC213V" und soll gezielt die Fahrfreude eines Motorrades auf das Automobil übertragen. Dazu wurde das V4-Triebwerk mit 999 Kubikzentimetern Hubraum aus Hondas aktuellem MotoGP-Motorrad, der RC213V, genommen und ein wenig für den Straßenverkehr domestiziert. Übrig blieb eine Leistung von über 218 PS und ein Drehmoment von 118 Newtonmetern - jeweils erreicht in Drehzahllagen, die normale Automotoren niemals erreichen. Während das maximale Drehmoment bei 10.500 Umdrehungen pro Minute anliegt, erreicht das Triebwerk seine Spitzenleistung erst bei 13.000 Umdrehungen. Der rote Drehzahlbereich wird mit der Zahl "14.000" gekennzeichnet. Für die Kraftübertragung auf die Hinterräder des Project 2&4 steht ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe bereit.

Bei der Gestaltung und Motoranordnung der außergewöhnlichen Studie ließen sich die Designer vom Honda RA272 aus der Formel-1-Saison 1965 inspirieren. So sind neben dem Hauptrahmen auch die Fahrwerksfunktionsteile des Project 2&4 offen sichtbar, was eher an ein Motorrad oder einen Formel-Rennwagen als an ein Straßenauto erinnert. Mit nur 3,04 Metern Länge, 1,82 Metern Breite und einer Höhe von lediglich 955 Millimetern verwundert es nicht, dass der Wagen nur 405 Kilogramm auf die Waage bringt.

Der Fahrersitz ist schwebend am Mitteltunnel angebracht und setzt seinen Insassen frei allen Elementen aus. Somit erlebt der Pilot ein wahrlich unvergleichliches Fahrvergnügen, das durch den tiefen Schwerpunkt und die hohe Agilität des Honda Project 2&4 noch verstärkt wird. Leider ist eine Serienumsetzung wohl nicht zuletzt durch aktuelle Crashvorschriften ausgeschlossen. Auf der IAA in Frankfurt dürfen wir wenigstens vor dem Fahrzeug stehen und davon träumen, wie sich eine Fahrt über kurvige Landstraßen wohl anfühlen könnte.

Quelle: Honda