Ferrari F60America - N.A.R.T. lässt grüßen

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Ferrari feiert 60 Jahre auf dem nordamerikanischen Markt
- exklusives Sondermodell Ferrari F60America
- Basis ist der 740 PS starke F12berlinetta
- lediglich 10 Exemplare, bereits alle verkauft
- Stückpreis: 2,5 Millionen US-Dollar

 
 
Seit 1954 verkauft Ferrari seine Sportwagen auf dem nordamerikanischen Markt. Was einst als kleiner Nebenhandel begann zählt heute zu den wichtigsten Märkten für die Italiener. Bereits in den 1960er und 70er Jahren wurden spezielle Sondermodelle für den amerikanischen Importeur Luigi Chinetti und sein North American Racing Team (N.A.R.T.) aufgelegt, beispielsweise der nur zehnmal gebaute 275 GTS/4 N.A.R.T. Spider. Zum Jubiläum beschenkt Ferrari zehn US-Sammler mit einem exklusiven Sondermodell, dem F60America.

Exterieur

Ferrari geht bei der Gestaltung des F60America mit einer neuen Designsprache vor, die in Zukunft auch weitere Modelle der Italiener zieren soll. “Diapason“, zu deutsch also ungefähr “Stimmgabel“, nennt sich diese Gestaltungsmöglichkeit, die sich formal speziell im Bereich der Seitenpartie vom Luftauslass hinter den Vorderrädern bis zum Ende der Türen wieder findet. Aber auch an diversen kleineren Bauteilen wird diese Form aufgegriffen, so beispielsweise in der Motorhaube oder an den beiden Überrollbügeln. Diese machen eine zweite Tatsache deutlich: Ein klassisches Cabriodach oder gar eines der modernen Klappverdecke aus Metall erhält der F60America nicht. Stattdessen soll ein rudimentäres Stoffverdeck die Elemente aus dem Interieur fernhalten, während es gleichzeitig im aufgebauten Zustand die Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h begrenzt. Farblich zeigen sich alle zehn Exemplare mit blauem Lack, der zentral einen weißen Längsstreifen erhält. Diese Lackierung erhielten viele Rennfahrzeuge von N.A.R.T. in den 50ern und 60ern.

Interieur

Der Innenraum wurde farblich konsequent zweigeteilt. Während der Beifahrer von schwarzem Leder umgeben wird zeigt sich die Fahrerseite in rot. Sowohl Leder als auch Sichtcarbon und Tachoskalen sind rot eingefärbt. In den Rückenlehnen der Sitze befindet sich ein “Stars and Stripes“-Element in Erinnerung an das runde Jubiläum.

Performance

Technisch basiert der F60America auf dem F12berlinetta. Somit findet sich unter der vorderen Haube ein 6,3 Liter großes V12-Triebwerk mit 544 kW/740 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 690 Newtonmetern. Beim Coupé reicht diese Leistung aus, um in 3,1 Sekunden die 100er Markierung im Tacho zu erreichen. Das dürfte sich durch den Verlust des Daches wohl nur geringfügig ändern. Ob das Spitzentempo offen ebenfalls bei mehr als 340 km/h liegt, dürfen die zehn neuen Besitzer demnächst austesten – allerdings nicht auf öffentlichen Straßen, in den USA gelten bekanntlich strenge Tempolimits.

Preis

Offiziell hat Ferrari den Preis des F60America nicht bekannt gegeben und eigentlich könnte er auch egal sein, denn alle zehn Exemplare waren bereits verkauft, bevor er enthüllt wurde. Gerüchteweise mussten allerdings rund 2,5 Millionen US-Dollar nach Maranello transferiert werden, um in den Genuss dieses Roadsters zu kommen.
 
Quelle: Ferrari