BMW M6 GT3 - Endlich im realen Rennkleid

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in News

- Kundensportrennauto für Saison 2016
- entwickelt mit Erfahrungen vom Z4 GT3
- rund 585 PS starker V8-Biturbomotor



Nach diversen Ankündigungen mit Zeichnungen und Prototypenbildern hat BMW auf der IAA endlich das Tuch vom neuen Kundensportrennwagen M6 GT3 gelüftet. Ab der kommenden Saison können interessierte Teams rund um die Welt mit dem Sportcoupé an den Start der vielen Rennserien mit GT3-Reglement rollen. Zudem wird man durch Rennteilnahmen mit diesem Fahrzeug auch zum Wettbewerber in der BMW Sports Trophy, bei der die bayrische Marke die besten Fahrer und Teams auszeichnet.

Als Erbe des erfolgreichen Z4 GT3 tritt der M6 GT3 natürlich in große Fußstapfen. Damit er diese nach Möglichkeit ab dem ersten Rennkilometer ausfüllen kann flossen alle Erkenntnisse der letzten Jahre, die mit dem Vorgängermodell herausgefahren werden konnten, direkt in die Entwicklung des Neulings ein. Dadurch wurden deutliche Fortschritte bei der Fahrbarkeit erreicht. Aber auch die Einsatzkosten, stets ein wichtiger Faktor für Privatteams, konnten deutlich reduziert werden.

Dies beginnt bereits beim Kaufpreis des BMW M6 GT3, der bei 379.000,- € netto und damit unterhalb einiger Mitbewerber liegt. Viele technische Komponenten wurden vom Serien-M6 übernommen und verfügen daher über eine höhere Haltbarkeit als pure Rennsportteile. Bei anderen Technikbauteilen wurden die Revisionsfristen deutlich heraufgesetzt.

Zudem wurde der Prototyp des M6 GT3 in den letzten Monaten intensiv getestet um zum einen Kinderkrankheiten auszumerzen und zum anderen ein gutmütiges Grundsetup herauszufahren, auf dem die Fahrer in aller Welt aufbauen können. Hierzu drehten diverse BMW-Werksfahrer auf diversen Rennstrecken am Lenkrad und schilderten anschließend den Ingenieuren ihre Eindrücke. Bis zur Auslieferung der ersten Fahrzeuge wird nun noch letzter Feinschliff an den Einstellungen vorgenommen.

Angetrieben wird das Rennfahrzeug vom gleichen V8-Biturbomotor mit 4,4 Litern Hubraum, der auch im Serienwagen seinen Dienst verrichtet. Allerdings darf er hier ein wenig freier drehen und atmen, was zu etwas rund 585 PS führt. Wieviel Leistung am Ende genau auf dem Datenblatt steht entscheidet sich nach der Einordnung der Motorsportbehörde im "Balance Of Performance"-Prozedere (BOP) für die kommende Saison. Die Kraft wird über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe auf die Hinterräder verteilt. Insgesamt müssen weniger als 1.300 Kilogramm bewegt werden.
 
Erreicht wird dieses leichte Gewicht durch den konsequenten Einsatz von Carbon-Teilen an der Karosserie. So bestehen die vorderen Kotflügel, die Türen, die Hauben und das Dach aus dem Hochleistungswerkstoff. Hinzu kommen Plexiglas-Scheiben und ein komplett ausgeräumter Innenraum, in dem lediglich ein vollwertiger Überrollkäfig, ein FIA-zertifizierter Rennschalensitz mit Sechspunktgurten und ein rudimentäres Armaturenbrett mit den wichtigsten Funktionen verbaut sind.

Dass passend zum Rennsporteinsatz in der GT3-Kategorie auch großflächige Aerodynamikhilfen, landläufig "Flügel" oder "Spoiler" genannt, angebaut wurden, bedarf eigentlich keiner weiteren Nennung. Zumal man diese Bauteile direkt auf den ersten Blick auf den Bildern in unserer Galerie erkennen kann. Wir sind gespannt, wie sich der Neuling ab der kommenden Rennsaison behaupten kann.

Quelle: BMW