Nissan Gripz Concept - Radikaler Crossover

Geschrieben von Matthias Kierse. Veröffentlicht in News

- Crossover aus SUV und Sportwagen
- serieller Hybrid mit E-Motor vom Leaf
- Ausblick auf neue Nissan-Formensprache



Nissan gilt gemeinhin als Pionier der Crossover-Modelle. Auf der IAA wurde nun mit dem Gripz Concept ein neuer Aspekt aufgeworfen, der möglicherweise in Serie gehen könnte: Wieviel Rallye-Sport lässt sich in die Serienproduktion übertragen und bleibt dabei genug Sportlichkeit übrig, um das berühmte "Z" im Namen rechtfertigen zu können?

Für diesen Ausblick in die Zukunft taten sich die Nissan-Designer in Japan und Europa zusammen und erschufen mit dem Gripz ein radikales Konzeptfahrzeug. Als Inspirationsquellen wurden dabei die Rallyewagen auf Basis des legendären 240Z herangezogen, mit denen Datsun als Nissan-Vorläufer in den 1970er Jahren bei afrikanischen Langstreckenrallyes wie der Safari Rallye erfolgreich unterwegs war. Durch mehr Bodenfreiheit und eine verstärkte Aufhängung sowie eine rot-orangefarbene Karosserie mit mattschwarzen Hauben vorn und hinten fuhren sich diese Wagen ins Langzeitgedächtnis der Rallyefans.

Wieviel Prozent dieses Vorbilds sind nun beim Gripz Concept zu finden? Nun, ein paar auf jeden Fall durch die Farbgebung. Die Karosserie erstrahlt in einem auffälligen Rot-Orange, während Motorhaube, Dach, Dachkantenspoiler und Heckabschluss mattes Schwarz aufgelegt haben. Wo allerdings die von Nissan beschriebene "Sportwagen-Silhouette" versteckt sein soll, bleibt wohl ein Geheimnis der Japaner. Wir vergeben aber nochmal ein paar Prozent für die angehobene Bodenfreiheit bei gleichzeitig recht kurzer Außenlänge von 4,1 Metern und einer Gesamthöhe von 1,5 Metern - sind wir mal gnädig und sagen wir stehen nun bei rund 20 Prozent insgesamt.

Speziell beim Antriebskonzept entfernt sich der Gripz weit von seinem Vorbild - was wohl vor allem der heutigen Zeit geschuldet ist. Nissan gibt zwar keine genauen technischen Daten bekannt, unter dem Karosseriekleid steckt jedoch ein hochaktueller, serieller Hybridantrieb, bei dem ein effizienter Benziner mit dem Elektromotor aus dem Nissan Leaf verknüpft wird. Dabei arbeitet der Verbrennungsmotor rein als Generator, um die Akkus während der Fahrt aufzufüllen.

Auch das Design des Gripz hat wenig bis überhaupt nichts mit dem des Datsun 240Z zu tun. Stattdessen erlaubt es einen Ausblick auf die neue Nissan-Formensprache "Emotional Geometry", von der vier zentrale Elemente hier Verwendung finden, die bereits am Sway Concept auf dem Genfer Autosalon zu finden waren: Die boomerangförmigen Leuchteinheiten, der v-förmige Grill, das schwebende Dach und die außergewöhnliche Form der C-Säulen. Gleichzeitig ist der Gripz kein Ausblick auf den Nachfolger von Qashqai oder Juke, sondern könnte vielmehr als Serienumsetzung eine zusätzliche Crossover-Baureihe darstellen.
 
An dieser Stelle sollten wir vielleicht erwähnen, dass die europäischen Nissan-Designer sich nicht nur am 240Z orientiert haben, sondern auch die simple Leichtigkeit moderner Hightech-Rennräder mit ins Kalkül zogen. So besteht das Gripz Concept im Grunde aus einem Carbon-Rahmen, über dem - einer Panzerung gleich - die Karosserieteile angeordnet sind. Inmitten der rechteckigen Scheinwerfer vorn sitzen Kameras, die alle Fahrten aufzeichnen und somit das weltweite Teilen interessanter Strecken ermöglichen. Darüber sind boomerangförmige Tagfahrleuchten integriert. Die Form der 22 Zoll großen Leichtmetallräder mit ihren drei Speichen stammt von den besagten Rennrädern. Bridgestone entwickelte spezielle, besonders dünne Hochdruckreifen mit rot-weißen Grafiken auf den Flanken, die sich auch am Lenkrad wiederfinden.

Der Einstieg ins Cockpit der Studie gelingt durch vier gegenläufig öffnende Türen ohne B-Säulen. Für die Gestaltung des Interieurs zeichnet das japanische Nissan-Designcenter verantwortlich, die hier die Exterieur-Farbgebung wieder aufnahmen. Tief ausgeformte Schalensitze und geschichtete Features nehmen den Ummantelungs-Effekt mit nach innen. Dabei sind die Sitzflächen, die Mittelkonsole und die Türöffner in der Form eines Rennradsattels gestaltet.

Quelle: Nissan