Mercedes-AMG und Mercedes-Benz SL Facelift

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in News

- Modellpflege nach drei Jahren Bauzeit
- deutlich muskulöser und sportlicher
- Motorupdates und neue Assistenzsysteme



Muskulöser, bissiger und herausfordernder – so präsentiert sich die Sportwagen-Ikone von Mercedes-Benz zum Modelljahr 2016. Drei Jahre nach der Premiere des Luxus-Zweisitzers setzt das jetzt auf der Los Angeles Auto Show vorgestellte Facelift Akzente, wie man sie bisher nur von den AMG-Versionen kannte. Damit tritt die bisher eher unaufdringliche und zeitlose, teilweise auch als zu weich und belanglos kritisierte Formgebung der normalen SL-Modelle mehr in den Hintergrund. Komplettiert wird die neue Designsprache durch überarbeitete Motoren, mehr und neue Assistenzsysteme und eine umfangreichere Vernetzung mit der Außenwelt.

Exterieur

Der neue Charakterzug des SL zeigt sich am deutlichsten in der neu gestalteten Frontpartie. Der Diamant-Kühlergrill verbreitert sich nach unten. Zwei Powerdomes, die in ähnlicher Form bereits am legendären Mercedes-Benz 300 SL aus den 1950er Jahren zu sehen waren, betonen die langgestreckte Motorhaube. Geblieben sind die klassischen Sportwagen-Proportionen. Neue Akzente in der Seitenansicht setzen vergrößerte Luftauslässe mit flügelähnlichen Chromspangen in den breiten Kotflügeln und die auf der Bordkante aufgesetzten Außenspiegel. Überrollbügel und alle Antennen sind komplett integriert und stören so nicht die sportliche Linie des SL. Die auch im neuen Jahrgang verfügbaren AMG-Versionen SL 63 und SL 65 sind an den nochmals vergrösserten Lufteinlässen in der Frontschürze, die dazu in Schwarz (SL 63) oder Chrom (SL 65) eingefasst sind, sowie AMG-spezifischer Heckpartie mit durchgehend roten Rückleuchten, den markanten vier Auspuffrohren und einer Spoilerlippe auf dem Kofferraum zu erkennen. Wie bereits von den Vorgängermodellen bekannt, findet sich der Hinweis auf die Motorisierung bei den AMG Versionen in den seitlichen Luftauslässen.

Interieur

Weitestgehend unverändert zeigt sich der Innenraum des neuen Modelljahrgangs. Minimale Spaltmaße und hochwertige Materialien zeigen den Anspruch, den der SL auch im Innenraum verkörpert. Das Oberteil der Instrumententafel bildet eine Einheit mit den Bordkanten der Türen. Das Drei-Speichen-Multifunktionssportlenkrad erlaubt den Zugriff auf die Menüführung im Kombiinstrument sowie auf Audiosystem, Telefon und Spracheingabe. Das Kombiinstrument vereint klassische Rundinstrumente mit moderner Display-Technik. Ziffernblätter und Zeiger sind neu gestaltet. Oberhalb der Mittelkonsole findet wieder eine – aufpreispflichtige – Analoguhr ihren Platz. Auf dem Mediadisplay werden Fahrdaten wie Längs- und Querbeschleunigungen (in einem G-Force-Kreuz) oder Drehmoment und Leistung dargestellt. Die AMG-Modelle zeigen sich mit einem opulent ausstaffierten Interieur und lassen keine Wünsche offen: Zur Serienausstattung zählen unter anderem Sportsitze in Nappaleder mit optimiertem Seitenhalt und je nach Modell eigenständiger Sitzgrafik, Multikonturfunktion sowie Sitzheizung. Mit dem unten abgeflachten 3-Speichen-Performance-Lenkrad in Leder Nappa schwarz, inklusive der silberfarbenen Aluminium-Schaltpaddles, hat der Fahrer seinen AMG SL stets sicher im Griff. Zierelemente in Carbon und die Analoguhr im IWC Design betonen die Sonderstellung der High-Performance-Roadster. Auf Wunsch geben Zierteile in Aluminium mit Carbonschliff den offenen Zweisitzern eine noch persönlichere Note.

Performance

Der neue SL wird zum Start des Modelljahres 2016 in vier verschiedenen Motorisierungen angeboten. Das Einstiegsmodell ist der SL 400 mit dem bereits aus dem Vorgänger bekannten V6-Biturbomotor, der für das Facelift leistungsmäßig um 25 kW/35 PS auf nun 270 kW/367 PS bei 5.500 bis 6.000 U/min zugelegt hat. Das maximale Drehmoment stieg um 20 auf glatte 500 Newtonmeter, die bei 1.800 bis 4.500 Umdrehungen anliegen. Die nächsthöhere Variante ist der SL 500 mit dem unverändert übernommenen V8-Biturbomotor, der es auf eine Höchstleitung von 335 kW/455 PS bringt. Das maximale Drehmoment bei diesem Modell beträgt 700 Newtonmeter. Die sportliche Speerspitze des neuen SL Modellprogramms bilden die AMG-Versionen SL 63 und erst recht der SL 65 mit seinem leistungsstarken V12-Biturbotriebwerk. Der SL 63 leistet 430 kW/585 PS bei 5.500 U/min und bietet ein Drehmoment von 900 Newtonmetern, während es der SL 65 auf 463 kW/630 PS und volle 1.000 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2.300 und 4.300 U/Min bringt. Die Kraftübertragung erfolgt bei den normalen Modellen über eine Neungang-Automatik, die AMG-Varianten verfügen über das noch reaktionsschneller schaltende "AMG SPEEDSHIFT MCT"-7-Gang-Sportgetriebe (SL 63) beziehungsweise die "AMG SPEEDSHIFT PLUS 7G-TRONIC" (SL 65).
Serienmäßig verfügt der SL über den Aktiven Brems-Assistenten. Das auf Wunsch lieferbare Fahrassistenzpaket Plus ist mit Stereokamera und zum Teil neuen und verbesserten Funktionen ausgestattet. Dazu gehören der Abstands-Pilot Distronic mit Lenk-Pilot, der das Fahrzeug auf gerader Straße und bei leichten Kurven in der Mitte der Spur hält, der aktive Brems-Assistent mit Kreuzungsfunktion, der auch den Querverkehr in Kreuzungssituationen und Fußgänger erkennt, der aktive Totwinkel-Assistent und das Pre-Safe Plus-System, das die Passagiere auch beim Heckaufprall schützt.
Die Stahlfederung des Serienfahrwerks verfügt über kontinuierlich verstellbare Dämpfer. In Verbindung mit der Ausstattung "AMG Line" ist das Fahrwerk um zehn Millimeter tiefergelegt und mit härteren Federn und Drehstab-Stabilisatoren ausgerüstet. Der Fahrer kann die Einstellung des Fahrwerks über die Regelelektronik per Dynamik Select in fünf Stufen beeinflussen: Eco, Comfort, Sport, Sport Plus und Individual. Eine weitere im neuen Modelljahr des Mercedes Benz SL verfügbare Option ist das Active Body Control (ABC) mit Kurvenneigefunktion. ABC reduziert Karosseriebewegungen beim Anfahren, Bremsen und bei Kurvenfahrt. Die Federbeine des ABC-Fahrwerks werden auf die jeweilige Fahrsituation eingestellt. Außerdem kann das Fahrzeugniveau den Gegebenheiten angepasst werden: Bei höherer Fahrgeschwindigkeit wird der SL automatisch aerodynamisch günstig um 13 Millimeter abgesenkt, umgekehrt ist eine Schlechtwege-Anhebung um 50 Millimeter möglich. Hinzu kommt die Kurvenneigefunktion um maximal 2,65 Grad im Geschwindigkeitsbereich von 15 bis 180 km/h. Sie ist über Dynamic Select (Curve) einstellbar und reduziert die auf die Insassen wirkende Querbeschleunigung spürbar. Die Fahrprogramme von Dynamic Select in Verbindung mit dem ABC-Fahrwerk: Curve (CV), Comfort, Sport, Sport Plus und Individual. Zur Verbesserung von Traktion und Fahrdynamik besitzen SL 63 und SL 65 serienmäßig ein mechanisches Hinterachs-Sperrdifferenzial. Es reduziert den Schlupf am kurveninneren Rad ohne Regeleingriff der Bremse. Der Vorteil: Der Fahrer kann dank der besseren Traktion früher aus Kurven herausbeschleunigen. Bei Bremsmanövern aus hohem Tempo bleibt das Fahrzeug stabiler, zudem verbessert das Sperrdifferenzial die Traktion auch beim Spurt aus dem Stand.
Das serienmäßige LED Intelligent Light System passt das Licht an die Fahrbedingungen an. Die fünf Funktionen sind Autobahnlicht, Abbiegelicht, aktives kameragestütztes Kurvenlicht, Kreisverkehrlicht sowie ein erweitertes Nebellicht. Für blendfreies Dauerfernlicht sorgt auf Wunsch der Adaptive Fernlicht-Assistent Plus, der andere beleuchtete Verkehrsteilnehmer erkennt. Eine Mechanik im Scheinwerfermodul blendet den Bereich, in dem sich andere Fahrzeuge befinden, aus, so dass deren Fahrer nicht geblendet werden. Diese Funktion ist ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h auf Straßen ohne Straßenbeleuchtung aktiv.

Preis

Preise für das neue Modelljahr haben Mercedes-Benz und Mercedes-AMG bei der Premiere in Los Angeles noch nicht bekanntgegeben.

Quellen: Mercedes-AMG und Mercedes-Benz