Fahrbericht: Land Rover Discovery - Nachtfahrt

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Fahrberichte

- Einmalige Gelegenheit zur Nacht-Testfahrt
- im Dunkeln durch einen alten Steinbruch
- diverse Offroad-Fahrhilfen an Bord verbaut
- mit hervorragenden Fähigkeiten im Gelände
- ab 50.500,- € seit dem 20. April erhältlich
 


Manche Gelegenheiten sind zu schön, um wahr zu sein - daher muss man sie wahrnehmen. Durch ein Kundenprogramm von Land Rover ergab sich die Möglichkeit, den nagelneuen Discovery auf artgerechtem Terrain, also im rauhen Gelände zu bewegen. Und das nicht am hellichten Tage, sondern bei Nacht. Also nicht nur ungewohnter Untergrund für den Otto-Normalfahrer, sondern auch noch relativ wenig Aussicht auf vorausliegende Hindernisse und verdammt wenig Licht für Fotos. Dafür aber mit einer Menge Fahrspaß und einigen Erkenntnissen.
 
Fünfter Discovery speckte deutlich ab
Die inzwischen fünfte Modellgeneration des Land Rover Discovery steht seit dem 22. April bei den Händlern bereit. Dabei beginnt die Preisliste bei 50.500,- € (inkl. MwSt.), wobei die eingesetzten Fahrzeuge bei der Vorführung allesamt durch diverse Ausstattungsumfänge deutlich darüber lagen. Jeder Wagen wurde mit einem erfahrenen Instruktor und drei Fahrern besetzt, bevor es ins Gelände ging. Wer nun glaubt, hier würde Wald und Wiese umgepflügt, darf sich wieder beruhigen: Land Rover kaufte 1996 ein stillgelegtes Steinbruchgelände in Wülfrath östlich von Düsseldorf auf und wandelte dieses in einen Offroad-Park für die Land Rover Experience um.
 
Gegenüber dem direkten Vorgängermodell speckte der neue Discovery je nach Ausstattung um bis zu 480 Kilogramm ab. Grund dafür ist der Wechsel von einem Leiterrahmen-Chassis auf ein Aluminium-Monocoque. Fans, die nun einen Wegfall von Offroadfähigkeiten befürchten, können wir diese Angst direkt nehmen. Es ist mehr als beeindruckend, was der 'Disco', wie er liebevoll genannt wird, im Offroad-Park bezwingt, ohne allzu angestrengt zu wirken. Im Rahmen dieser Fahrveranstaltung ging es hauptsächlich darum, die technischen Spielereien des neuen Modells aufzuzeigen, die von erfahrenen Offroad-Fahrern natürlich auch abgeschaltet werden können.

Diverse Fahrhilfen für rauhes Gelände
So verfügt der Wagen über verschiedene Offroad-Fahrprogramme, die über einen Drehschalter angewählt werden und für beste Traktion auf diversen Untergründen sorgen. Eine Automatikfunktion überlässt diese Wahl dem Fahrzeug. Dazu lässt sich die Gelände-Untersetzung aktivieren und das Getriebe in einen Modus schalten, bei dem der angewählte Gang gehalten wird, ohne dass die Achtgang-Automatik bei bestimmten Drehzahlen schaltet. Im Gelände ein riesiger Vorteil. Durch die Fahrprogramme fährt das Fahrwerk zudem in eine hohe Position, um die Bodenfreiheit auf 283 Millimeter anzuheben - 43 Millimeter mehr als beim Vorgänger. Damit ist der Geländewagen in der Lage, bis zu 900 Millimeter tiefe Gewässer zu durchqueren.
 
Berganfahrhilfen und Bergabfahrhilfen kennen Geländefahrer bereits von anderen Fahrzeugen. Dennoch ist es ungewohnt, dem Auto die Arbeit zu überlassen. Der meistgenutzte Satz des Instruktors an diesem Abend war: "Hände ans Lenkrad, Füße von den Pedalen und einfach mal nichts machen außer lenken." So ging es Strecken mit bis zu 110 Prozent Gefälle hinunter oder über Neigungsstrecken, auf denen der Wagen bis zu 30 Grad geneigt stand - wobei er sogar noch mehr könnte, aber darauf wurde aus Rücksicht auf den Mageninhalt der Mitfahrer in Reihe zwei verzichtet.

Offroad-Tempomat und bis zu 3,5 Tonnen Zuglast
Neu im Discovery ist indes ein zweiter Tempomat. Während der erste für den Standardeinsatz auf der Straße gedacht ist, lässt sich der zweite auf sehr niedrige Geschwindigkeiten einstellen und zieht den Wagen über ruppige, steinige und schlammige Passagen im rauen Offroad-Bereich. Dabei hat man in der langsamsten Einstellung zwar manchmal das Gefühl stehenzubleiben, fühlt dann aber, wie sich das Auto kurz schüttelt und dann den im Weg liegenden Stein schlicht überrollt. So ging es auch über einen Geländeteil, der vom Instruktor als "SUV-Strecke" beschrieben wurde. Dort testet Land Rover üblicherweise die Einstiegsmodelle vom Schlage Range Rover Evoque. Den neuen Discovery sieht man jedoch als vollwertigen Geländewagen.
 
Dieses Urteil können wir nach unserer Testfahrt vollauf bekräftigen. Natürlich kommen Urgesteine wie der Land Rover Defender, der Lada Niva, das Mercedes-Benz G-Modell oder gar der Unimog noch viel weiter als der Discovery, aber letztlich werden vermutlich rund 90 Prozent der Produktion des neuen Briten eh nie über einen geschotterten Feldweg hinauskommen. Eigentlich schade. Eventuell sehen ein paar Exemplare noch so etwas wie eine Pferdekoppel, um dort einen Hänger herunterzuziehen. Je nach Motorisierung bietet der Wagen immerhin bis zu 3,5 Tonnen Zuglast. Im Bordcomputer lässt sich zudem die Größe des Anhängers einprogrammieren inklusive Anzahl der Achsen und des Gewichtes. So berechnet das System die bestmöglichen Lenkwinkel, um den Hänger rückwärts einparken zu können.
 
Ein großer Dank geht an das Team des Land Rover Experience Center in Wülfrath. Dieses kann auf Wunsch übrigens nicht nur für Offroad-Trainings gebucht werden, sondern auch für Firmen-Feiern und Incentives. Zudem bietet Land Rover etwas Besonderes an: Geländefahrtrainings für Kinder zwischen 11 und 17 Jahren. Mehr Informationen erhalten Sie auf Wunsch unter http://www.landrover-experience.de
 
Mehr Informationen zum neuen Land Rover Discovery finden Sie in unserem Bericht hier: http://www.carsdaily.de/carsdailynews/1791-land-rover-discovery-fuenfte-generation.html

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Fotograf: Matthias Kierse

 

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