Messerundgang: Bremen Classic Motorshow 2016

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Erste deutsche Klassikermesse in 2016
- diverse Händler, Veranstalter und Clubs
- Preisspiegel am Markt weiterhin hoch
- diverse Fahrzeuge im Privatverkauf
- Sonderschau Keilform der 70er und 80er

Traditionell findet am ersten Februar-Wochenende die Bremen Classic Motorshow in der Hansestadt an der Weser statt, so auch in diesem Jahr. Für die norddeutschen Oldtimerbesitzer und -liebhaber hat sich die Veranstaltung als Saisonauftakt etabliert. Wie gewohnt gab es auch diesmal eine vielfältige Mischung aus Händlern, Markenclubs, Eventveranstaltern und Teilehändlern, die dafür gesorgt haben, dass jeder Besucher auf seine Kosten kam. Eine interessante Sonderausstellung mit Keilformen aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sowie die Verkaufsbörse für private Fahrzeugverkäufer im Messeparkhaus haben die Show abgerundet.

Wenn man sich etwas eingehender mit dem Angebot der verschiedenen ausstellenden Oldtimerhändler befasste, wurde schnell deutlich, dass die allgemeine Preisentwicklung am Markt weiter aufwärts zeigt. Einige herausragende Beispiele waren ein Ferrari 308 GTS aus dem Jahre 1979 - nach Angabe des Verkäufers eine Frame-Off-Restaurierung - für den ein Preis von 169.000,- € aufgerufen wurde oder ein BMW 2002 Cabrio der ersten Serie ohne Überrollbügel, für das 79.900,- € verlangt wurden. Diese Liste ließ sich während des Messerundgangs fast beliebig verlängern. Für einen Porsche 964 Carrera RS wurde 289.000,- € veranschlagt und Mercedes-SL-Pagode-Modelle befinden sich mittlerweile auch schon im sechsstelligen Euro-Bereich. Besonders die Fahrzeuge der gefragten Marken Ferrari, Porsche oder auch Mercedes-Benz scheinen des Ende der preislichen Fahnenstange noch lange nicht erreicht zu haben. Trotzdem war das Verkaufsangebot vielseitig. Auch die Sonderverkaufsfläche mit Yougtimern, deren Tachos auffallend niedrige Laufleistungen anzeigen, bot wieder ein paar besondere Exponate, von denen ein Volvo 144 des 1972er Modelljahres und ein Ford 15m Coupé wie auffallend viele andere Fahrzeuge bei den restlichen Händlern bereits am ersten Messetag verkauft waren.

Wie in jedem Jahr zeigten die ausstellenden Markenclubs sehr liebevolle Stand-Arrangements, um ihre jeweiligen Hersteller in einem besonders guten Licht zu präsentieren. Sie präsentierten teilweise sehr seltene Exponate wie beispielsweise einen nur auf dem amerikanischen Markt angebotenen Audi Super 90 Variant in erstklassigem Zustand. Volvo und Daf hatten einen gemeinsamen Stand und erklärten an einem Demomodell die Funktionsweise des Variomatic-Getriebes. Gerade die Fahrzeuge der Markenclubs weckten bei vielen Besuchern Erinnerungen an frühere Zeiten, die sie intensiv mit den anwesenden Clubmitgliedern ausgetauscht haben.

Ähnlich intensiven Austausch konnte man auch in der Verkaufsbörse im Messeparkhaus beobachten, nur ging's hier dann eher um Zustand und Preise der angebotenen Fahrzeuge. Wie in den Messehallen waren auch hier die Fahrzeuge besonders gefragter Marken dicht umlagert, während andere, teilweise sehr liebevoll erhaltene Klassiker eher ein Mauerblümchendasein fristen mussten. Analog zu den Händlern auf der Messe fiel auch bei den privaten Verkäufern auf, dass sich das Preisniveau weiter nach oben bewegt, trotzdem aber viele Fahrzeuge bereits wenige Stunden nach Messebeginn verkauft waren.

Wenn man dann sein Traumauto oder die für die geplante Restaurierung noch fehlenden Teile ergattert hatte, konnte man sich entspannt der Sonderausstellung widmen. Keilformen der 70er und 80er Jahre waren das Thema und die Messeleitung hatte einige sehr interessante Exponate nach Bremen locken können. Ein früher Lamborghini Countach LP400 der ersten Serie - eine Leihgabe der Autostadt Wolfsburg - war ebenso zu bewundern, wie ein Mercedes-Benz C111, der leider nie in Serie gegangene Wankelmotorsportwagen, den das Museum der Stuttgarter zur Verfügung gestellt hat. Aus dem Werksmuseum von Alfa Romeo rollte das Caimano Concept nach Bremen. Neben diesen Werksleihgaben hatten aber auch private Besitzer ihre Schätze aus der Garage geholt und an die Weser gebracht. So erfreuten sich die Besucher an einem Aston Martin Lagonda, einem Lancia Stratos oder auch einem Maserati Khamsin. Prototypen und Designstudien dieser Zeit waren ebenfalls zu bewundern, darunter ein Iso Rivolta Varedo, das letzte Modell, dass die italienische Marke kurz vor ihrer Insolvenz zumindest noch bis zum Prototypenstadium entwickeln konnte.

Insgesamt darf man der Bremen Classic Motorshow attestieren, den Besuchern auch in diesem Jahr wieder eine gelungene Mischung geboten zu haben. Die Messe Anfang Februar ist auf jeden Fall auch eine etwas längere Anreise nach Bremen wert.
 

Fotograf: Kay Andresen

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