Messerundgang: Auto Salon Genf 2016

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Unser verspäteter Messebericht ist fertig
- so viele interessante Neuheiten wie selten
- diverse Sportwagen mit mehr als 1.000 PS
- Vielzahl luxuriöser Coupés und Limousinen
- große Bildergalerie mit 121 Messefotos

Ja, wir hinken in diesem Jahr mit unserem Messebericht ein wenig hinterher, immerhin ist der Auto Salon in Genf bereits seit über einer Woche beendet. Allerdings muss man auch zugeben, dass es seit langem keine Automesse mehr gab, auf der soviele interessante Neuheiten aus den Bereichen Sportwagen und Luxusautos - und damit dem Kernthemenfeld von carsdaily.de - präsentiert wurden. Da dauerte die Bilderbearbeitung und Informationszusammensetzung eben einmal etwas länger - wir geloben Besserung für 2017. Dafür gibt es am Ende dieses Berichtes eine große Bildergalerie mit allen interessanten Neuheiten und manchem Klassiker - wenn Sie jetzt direkt herunterscrollen können wir Ihnen nicht einmal einen Vorwurf machen, freuen uns aber natürlich, wenn Sie den Bericht trotzdem lesen.

Traditionell ist der Auto Salon Genf - oder die International Motor Show Geneva, wie sich die Ausstellung seit diesem Jahr offiziell nennt - ein Treffpunkt diverser Marken und Karosseriebauer, die sonst auf nur wenigen Veranstaltungen weltweit vertreten sind, wenn überhaupt. So zeigen sich in Genf beispielsweise die Designhäuser Pininfarina, Touring Superleggera und Italdesign Giugiaro, um jedes Jahr zumindest mit einer neuen Studie, wenn nicht sogar mit einer aufsehenerregenden Kleinserie für Begeisterung zu sorgen. Italdesign und Pininfarina waren sich in diesem Jahr mit dem Grundthema "alternative Antriebskonzepte" zumindest teilweise einig, zeigten jedoch mit dem Hybridsportwagen GTZero (Italdesign) und dem Wasserstoffrennwagen H2 Speed (Pininfarina) gänzlich unterschiedliche Herangehensweisen an dieses Thema. Bei Touring Superleggera sorgte indes ein zum Disco Volante Spyder umgebauter Alfa Romeo 8C für leuchtende Augen.

Chevrolet nutzte die sportlichen Erfolge, die man mit der C7.R beispielsweise kürzlich bei den 24 Stunden von Daytona einfuhr, um die neue Corvette Grand Sport vorzustellen. Nebenan wurde aus der Sportwagenmanufaktur Gumpert die Apollo Automobil GmbH, die unter neuer Leitung aus Fernost in Zukunft den Supersportwagen Arrow auf den Markt bringen möchte. Weitere Supersportwagen standen nicht weit entfernt. Pagani zeigte mit dem Pacchetto Tempesta ein Nachrüst-Sportpaket für den Huayra und brachte gleichzeitig dessen nachgeschärften Bruder in Form des Huayra BC mit. Aus Schweden rollten mit dem Agera RS ML, dem Agera Final One of One und der Serienversion des Regera gleich drei über 1.000 PS starke Sportwagen von Koenigsegg in die Genfer Messehallen. In dieser Leistungsregion tummelt sich auch Bugatti mit dem neuen Chiron, dessen W16-Turbomotor auf 1.500 Pferdchen kommt. Damit ist er unzweifelhaft die Speerspitze des großen Volkswagen-Konzerns, der jedoch weitere Sportler im Köcher hatte. So zeigte Lamborghini neben dem limitierten Huracán-Sondermodell Avio eine Hommage an den 100sten Geburtstag des Firmengründers unter dem Namen "Centenario", Porsche zeigte den neuen 718 Boxster neben einem legendären 718 RS und präsentierte zudem den limitierten 991 R und bei der Tochtermarke Bentley stand alles im Zeichen des modellgepflegten Mulsanne inklusive der längeren und der ganz langen Variante.

Auf Seiten der Kleinserienhersteller, auch gern "Exoten" genannt, bietet Genf immer wieder reichlich Auswahl. So stellte Spyker den neuen C8 Preliator vor, während wenige Meter weiter beim dänischen Hersteller Zenvo der TS1 und sein Trackday-Ableger TSR im Messelicht glänzten. Nochmal einige Schritte entfernt zeigte der Brite Arash Farboud seine Eigenbauten AF10 und AF8. Auch Techart, MTM und ABT Sportsline befanden sich in diesem Jahr in den oberen Messehallen und zeigten diverse Neuheiten. Hinzu kam wie immer ein großer Stand der Schweizer Designfirma Sbarro, die mit einer eigenen Designhochschule künftigen Autozeichnern eine erste Chance auf Rampenlicht ermöglicht. Aus China reiste dieses Jahr nur eine Marke an, die indes vorher kaum jemand kannte: Techrules zeigte anhand von zwei Sportwagenstudien ein neues, turbinenbetriebenes System auf, um mit Elektroautos viel Leistung und zugleich hohe Reichweiten zu erzielen. Dagegen kam Opel mit dem Astra für die TCR-Tourenwagenrennserie und dem GT Concept fast ein wenig konventionell daher.

Wenn wir von oberen und unteren Hallen sprechen, müssen wir das für diejenigen Leser, die noch nie auf dem Genfer Auto Salon waren, einmal kurz erklären. Das Palexpo-Gelände unterteilt sich nach offizieller Zählung in insgesamt sieben Hallen, von denen zwei auf dem höchsten Level zusammenhängen, eine als Minihalle darunterliegt, weitere drei auf dem mittleren Level zusammenhängen und die siebte L-förmig auf dem untersten Level abbiegt und in Richtung des Genfer Flughafen-Terminals zeigt. Jene letzte Halle wird beim Auto Salon traditionell für Werkstatt-Einrichter und Zulieferer aller Art genutzt, ist für uns also von untergeordnetem Interesse. Alle bis hierhin von uns vorgestellten Neuheiten befanden sich in den Hallen 1 und 2, somit also im obersten Bereich. Nun galt es also, eine (Roll-)Treppe tiefer weiter auf Neuheitensuche zu gehen.

Wenn man direkt bei Opel die Treppe hinunterging, stand man fast automatisch als nächstes auf dem Stand von Toyota, wo neben diversen Hybrid-Alltagsautos eigentlich nur eine Studie ins Auge fiel: Der sehr freizügig gestaltete Kikai, bei dem jeder Passant genau sehen kann, was Aufhängungen und Motor gerade machen. Nebenan bei Lexus wurde die kommende Oberklasse-Limousine in Form der Studie LF-LC erstmals in Europa gezeigt, während das Hybrid-Sportcoupé LC 500h seine Weltpremiere feierte. Honda ließ auf der Genfer Messe endlich die Preise für den neuen NSX aus dem Sack, der in Deutschland mindestens 180.000,- € kosten wird. Zudem zeigten die Japaner mit dem Civic Hatchback Concept eine sportliche Aussicht auf die nächste Civic-Generation. Am Stand von Renault suchten wir vergeblich nach dem neuen Alpine Concept, das nur wenige Wochen vor dem Autosalon in Monaco präsentiert wurde. Dafür fanden wir mit dem RS.01 jenen Markenpokalrenner, den mancher Fan sich auch gut auf der Straße vorstellen könnte. Ein ebensolches Fahrzeug feierte mit dem RX-Vision am Mazda-Stand seine Europapremiere, hat jedoch deutlich bessere Serienchancen - bereits Ende nächsten Jahres könnte es für den Wankelmotor-Sportwagen losgehen.

Auch im Bereich der Hallen 4, 5 und 6 war Genf nicht arm an Tunern. Mit FAB Design, Nimrod Performance, Klassen, TopCar, Mansory, AC Schnitzer, Brabus und Startech war für so ziemlich jede Abstufung in Sachen Geschmackssicherheit und Farbvollendung etwas dabei, während sowohl Luxuskarossen als auch SUVs und Sportwagen als Basisprodukter herhalten mussten. Derweil zeigten Kleinserienhersteller wie Sin Cars mit dem R1 oder RUF mit einer ganzen Palette von Modellen ihre Klasse auf. In der "Italiener-Ecke" war wie üblich der komplette Fiat-Konzern vertreten, sieht man vom Fehlen der traditionsreichen aber inzwischen heruntergewirtschafteten Marke Lancia einmal ab. Alfa Romeo zeigte endlich die komplette Palette der neuen Giulia, während bei Fiat und Abarth die Wiederbelebung des 124 Spider gefeiert wurde. Währenddessen zog Ferrari das rote Tuch vom komplett überarbeiteten FF, der ab jetzt auf den neuen Namen GTC4Lusso hört. Nebenan bei Maserati wurde der erste SUV der Firmengeschichte in Form des Levante gezeigt.

Ford zeigte neben dem modifizierten und nun 200 PS starken Fiesta ST200 auch den neuen Supersportwagen GT als Straßen- und Rennversion. Derweil sorgte Aston Martin mit dem neuen DB11 endlich wieder für offene Münder - so langsam wurde es auch Zeit für ein neues Modell in der DB-Baureihe, die seit rund 12 Jahren nicht modernisiert wurde. Derartige Probleme kennt man bei McLaren indes nicht. Hier wurde mit dem 570GT die Sports Series um einen komfortableren Reise-Sportwagen ergänzt, während zugleich der 675LT Spider, ein 650S GT3 und die nun auch in Sichtcarbon erhältliche Karosserie des P1 zu sehen waren. Direkt daneben feierten auf dem Stand von Rolls-Royce die sogenannten "Black Badge"-Modelle ihre Premiere, mit denen die Luxusmarke eine etwas jüngere Klientel erreichen möchte. Im Hinterzimmer stand gleichzeitig der erste von 30 für das "The 13"-Luxushotel in Macao bestellten Phantom EWB.

Haben Sie schon einmal von Rimac gehört? Dann lesen Sie vermutlich regelmäßig unsere Artikel (wenn nicht finden Sie näheres über unsere Markensuche oben auf der Seite). Der kroatische Hersteller von Elektrosportwagen brachte neben der Serienversion des Concept_One auch gleich eine noch heißere Variante in Form des Concept_S mit nach Genf. Dagegen zeigte der österreichische Zuliefererbetrieb Magna mit dem W Motors Lykan Hypersport einen Supersportwagen, an dessen Entwicklung man beteiligt war. Unter der Kohlefaserkarosserie sitzen Chassis und Motor des RUF CTR3. Gegenüber beim britischen Veredelungsbetrieb Kahn wurde mit dem Vengeance ein edler Sportwagen auf Basis des Aston Martin DB9 gezeigt.

Mit Morgan und Alpina standen zwei weitere Kleinserienhersteller in diesem Teil der Halle 6, deren Produktportfolio jedoch kaum unterschiedlicher sein könnte. Während Alpina auf Basis von BMW-Rohkarosserien feinste Reiselimousinen baut und mit dem neuen B7 Bi-Turbo hier keine Ausnahme bildet, fertigt Morgan in traditioneller Handarbeit exklusive britische Sportwagen. Neben der Tatsache, dass man anlässlich des 80-jährigen Produktionsjubiläums des 4/4 ein limitiertes Sondermodell mitbrachte, fiel hier vor allem der neue EV3 auf - Morgans erstes Serien-Elektrofahrzeug auf Basis des klassischen Threewheelers.

Bleiben nur noch Mercedes-Benz und BMW, um diesen Messebericht abzurunden. Die Schwaben rundeten ihre Palette der AMG-C-Klassen mit dem C 43 als Coupé und ganz neues Cabrio gekonnt ab. Daneben stand anlässlich von 130 Jahren Automobilbau auch das bereits in Detroit gezeigte S 63 Cabrio in der limitierten Edition 130. BMW ließ erstmals seit Jahren die Tochtermarke Mini zu Hause und zeigte auf dem dadurch vergrößerten Stand neben dem i8 in der exklusiven Protonic Red Edition auch den neuen M760Li xDrive sowie das M2 Coupé mit diversen Anbauteilen aus dem M Performance Programm.

Wenn Sie nun auch Lust auf einen Besuch des Auto Salons in Genf bekommen haben, müssen Sie bis Anfang März 2017 warten. Bis dahin empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere umfangreiche Bildergalerie.



Fotografen: Matthias Kierse (88 Bilder), Kay Andresen (9 Bilder), Niklas Emmerich (24 Bilder)

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