Messerundgang: Techno Classica 2016

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- 28. Auflage der Essener Klassikermesse
- von Alltagsautos bis hin zu Supersportlern
- sehenswerte Hersteller-Präsentationen
- diverse Kaufangebote, privat & Händler
- schöne Club-Displays in diversen Hallen

Noch bis Sonntag (10. April) läuft in Essen die 28. Techno Classica. Auf der Weltmesse für Old- und Youngtimer findet sich für jeden Autofan etwas, ob man nun die typischen "Brot- und Butter-Autos" sucht oder Sportwagen, Luxuskarossen, LKWs, Traktoren oder was sonst noch auf Rädern fahren kann. Auf dem BMW-Stand in Halle 12 gibt es sogar ein komplettes Flugzeug zu sehen. Zudem wurde die Messe in diesem Jahr um die anliegende Gruga-Halle und eine zusätzliche Zelt-Halle erweitert, um noch mehr Platz für Aussteller zu schaffen. Wie bereits in den Vorjahren ist die Techno Classica quasi viergeteilt. Während wir uns thematisch dem Bereich der Ersatzteile, Literatur und Automobilia nicht weiter widmen werden, finden die anderen drei Abschnitte durchaus unser Interesse: "Hersteller-Auftritte", "Fahrzeugmarkt" und "Clubs". Hinzu kommt eine sehenswerte Sonderausstellung des Messeveranstalters S.I.H.A. in Halle 6.

Abwechslungsreiche Hersteller-Präsentationen
Die verschiedenen offiziell vertretenen Hersteller gaben sich wie immer viel Mühe mit den unterschiedlichen Präsentationen der jeweiligen Modell- und/oder Markengeschichten. So spielen bei Volvo die seit 60 Jahren im Programm befindlichen Kombi-Ableger eine große Rolle - auch wegen der in Essen erfolgten Deutschlandpremiere des neuen V90. Ford widmete sich nach der 2015er Ausgabe nochmals dem Thema GT40, brachte diesmal allerdings tatsächlich ein echtes Fahrzeug und nicht nur Repliken mit. Während Mercedes-Benz traditionell ein Drittel der Halle 3 einnimmt und dabei in diesem Jahr gezielt Cabrio-Modelle beleuchtete, zeigen die beiden britischen Kleinserienmarken Morgan und David Brown sowie die niederländische Sportwagenmarke Donkervoort ihre aktuellsten Modelle auf dem Stand der Classic Remise. Ferrari wird traditionell durch den Kasseler Händler Eberlein vertreten, der sich diesmal speziell Sportwagen in Sonderfarben widmete.

Halle 7 wird seit längerer Zeit durch den Volkswagen Konzern eingenommen, der in diesem Jahr jedoch mit weniger Marken auftrat. Bentley und Bugatti blieben daheim. Dafür räumte Porsche den neu gegründeten Classic Zentren zusätzlichen Raum ein. Am eigenen Stand zeigten die Zuffenhausener zum einen die Modellgeschichte der Transaxle-Baureihen 924, 944, 968 und 928 sowie einen frisch im Werk restaurierten 911 2.5 S/T. Auch Lamborghini verfügt inzwischen mit der "Polo Storico"-Abteilung über eine Restaurationswerkstatt, in der kürzlich der allererste Miura SV fertiggestellt wurde. Ein weiterer Miura - diesmal ein S - wurde als laufendes Restaurierungsprojekt gezeigt. Das Leitthema am Audi-Stand lautete "Einzelstücke und Konzeptstudien. Die Ingolstädter zeigten daher sowohl die beiden 1991 präsentierten Studien Avus und quattro Spyder als auch das für die Gruppe S der Rallye-Weltmeisterschaft geplante Einsatzfahrzeug, das aufgrund der Vorfälle im Jahr 1986 nicht mehr benötigt wurde und ins Depot rollte. Volkswagen selbst feierte 40 Jahre GTI und Seat 20 Jahre Cupra.

BMW wird in diesem Jahr 100 und zeigte daher neben dem bereits in der Einleitung erwähnten Flugzeug auch einige Fahrzeuge der langen Geschichte. Hinzu kam als Werbung für den Concours d'Elegance an der Villa d'Este jener Alfa Romeo 8C 2300, der dort im vergangenen Jahr die Wertung gewann. Die britische Markentochter Rolls-Royce brachte neben einem aktuellen Ghost auch dessen Urgroßvater, den legendären Silver Ghost mit. Im Rahmen der Techno Classica debütierte bei Land Rover die Reborn-Auflage des Serie I, bei der es sich um komplett im Werk restaurierte, klassische Fahrzeuge handelt, die in aller Welt aufgekauft und nach dem Wiederaufbau an interessierte Kunden verkauft werden. Bei Alfa Romeo stand das 50-jährige Jubiläum des Spider Duetto ebenso im Rampenlicht, wie die neue Giulia, während nebenan Fiat und Abarth 124 Spider zu sehen waren. Mitten in der Halle 6 zeigte die S.I.H.A. acht klassische Rennfahrzeuge aus der Geschichte der legendären Mille Miglia.

Vielzahl von Verkaufsangeboten
Den größten Teil der Techno Classica nimmt traditionell der private und professionelle Fahrzeugmarkt ein. Während auf vier Freigeländen hauptsächlich Privatleute ihre Old- und Youngtimer anpreisen, sind in den Hallen 1, 1A, 2, 3, 5, 6, 7, 10, 11, 12 und 14 sowie im Untergeschoss der Gruga-Halle diverse Händler aus Kontinentaleuropa und Großbritannien versammelt. Diese zeigen ein Portfolio, das von frühen Bronze-Oldtimern bis hin zu modernsten Supersportwagen wie dem Ferrari F12tdf reichen. Sonderkarosserien sind dabei ebenso vertreten wie typische Alltagsautos. Dazwischen immer wieder eingestreute Rennfahrzeuge mit stellenweise seitenlanger Rennhistorie. In der Kellerhalle 1A stand etwas ganz besonderes: Einer jener Futureliner-LKW von General Motors, die vor und nach dem Zweiten Weltkrieg für die Motorama-Shows genutzt wurden.

Verspüren Sie Interesse an einem Ferrari 250 GT Cabriolet Pininfarina Serie 2, einem Lamborghini Countach LP400, einem BMW 507, einem Mercedes-Benz 600 Pullman, einem Porsche Carrera GT, einem Ferrari Enzo oder einem Mercedes-Benz SLR McLaren Stirling Moss? Diese Fahrzeuge standen ebenso zum Verkauf, wie zwei Isdera Imperator 108i, einige Lancia Delta S4, ein Ford GT40, ein Jaguar XJR-15, ein von Walter Wolf konfigurierter Kremer-Porsche 935 K3 mit Straßenzulassung, ein Hudson Italia, ein Mercedes-Benz CLK GTR oder das berühmte X-Konzept von Pininfarina mit rautenförmiger Radanordnung.

Marken- und Modellclubs mit witzigen Displays
In den hochliegenden Hallen 6.1, 7.1, 8.1 und 9.1 sowie in den Hallen 1, 2, 3, 5 und 12 präsentieren sich diverse Marken- und Modellclubs mit teilweise äußerst liebevollen Displays. So versenkte beispielsweise der VW Typ 3 Club ein entsprechendes Fahrzeug in einer überdimensionaler Badewanne, während der Unimog-Club einen gut patinierten Kran mitbrachte. Beim Fiat 500 Club wurde das letztjährige Display fortgesetzt. 2015 gewann man mit einem als Modellbausatz im Maßstab 1:1 aufgebauten 500er die Club-Stand-Wertung. Dieses Jahr wird der Wagen im Laufe der Messe aus dem Baukasten heraus komplettiert, um am Sonntag Abend aus eigener Kraft die Halle verlassen zu können.

Insgesamt darf man der diesjährigen Techno Classica erneut das Prädikat "sehr empfehlenswert" ausstellen. Im kommenden Jahr muss ein wenig zusammengerückt werden, da aufgrund von Bauarbeiten diverse Hallen nur teilweise oder gar nicht genutzt werden können. Dennoch dürfen Sie sich schon einmal den 7. bis 11. April im 2017er Kalender anstreichen, wenn es heißt: Willkommen zur 29. Techno Classica.



Fotograf: Matthias Kierse
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