Messerundgang: Autosalon Paris 2016

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Rundgang über den Autosalon in Paris 2016
- diverse Weltneuheiten und Messepremieren
- Halle für Halle aufgezeigt inklusive Bildern
- einige Marken fehlen in diesem Jahr leider
- erstmals inklusive Videorundgang der Messe


Noch bis zum 16. Oktober findet auf dem Messegelände an der Porte de Versailles in Paris der Mondial de l'Automobile statt. An den Pressetagen hat sich das Team von carsdaily.de in der französischen Hauptstadt aufgehalten und in den sieben Hallen Neuheiten begutachtet und Informationen eingeholt. Stellenweise konnten wir allerdings auch nur mit dem Kopf schütteln, doch dazu später mehr.
 
Bereits im Vorfeld des diesjährigen Autosalons fiel uns beim Blick ins Ausstellerverzeichnis auf, dass diverse Hersteller diese sonst so wichtige Automesse diesmal auslassen. So fehlten neben Ford und Mazda auch Aston Martin, Bentley, Lamborghini, McLaren und Rolls-Royce. Selbst französische Kleinserienhersteller wie PGO und Venturi, die sonst ausschließlich auf ihrer Heimatmesse in Paris zu finden waren, blieben mit ihren Fahrzeugen daheim. Ob diese Tatsache an erhöhten Standgebühren oder der aktuellen Wirtschaftslage liegt, ließ sich auch vor Ort nicht zweifelsfrei erörtern.
Werfen wir also einen Blick hinein in die Messe. Dabei gehen wir der Einfachheit halber nach Hallen vor, so haben Leser, die eventuell noch einen Besuch in Paris planen, gleich einen Guide an der Hand. Zudem sind die Bilder in unserer Galerie am Ende des Berichtes so sortiert, wie im Text beschrieben.
 
Halle 1
Die größte Halle des Messegeländes ist traditionell der Ort, wo die französischen Marken zu suchen sind. Entsprechend wird man direkt nach dem Eintritt durch den Stand von DS Automobiles, der luxuriösen Tochtermarke von Citroën begrüßt. Hier zeigt sich, dass die neue Individualisierungsabteilung 'Commandes Spéciales' durchaus ihr Handwerk versteht. Neben dem ersten Exemplar auf Basis der Baureihe DS 5 mit Flechtleder und grünen Akzenten im Interieur sitzen an einem Tresen abwechselnd absolute Könner ihres jeweiligen Faches und lassen sich bei ihrer Arbeit live über die Schulter schauen. Zudem steht im Inneren des Standes die Studie DS E-Tense, die zwar bereits vom Autosalon in Genf vor einem halben Jahr bekannt ist, aber hier durch einen Spiegelsaal hervorragend in Szene gesetzt wird.
Wenige Schritte entfernt stehen die sportlichen Modelle aus dem Hause Peugeot im Rampenlicht. Neben den Serienmodellen 208 GTi und 308 GTi feiern die Franzosen die Erfolge des 208 in der Rallycross-Meisterschaft und präsentieren den neuen 3008 DKR für die Dakar-Rallye Anfang 2017. Zudem hat man die Studie Fractal mitgebracht, einen 204 PS starken Elektrokompaktwagen mit Teilen aus dem 3D-Drucker.
Nebenan bei Citroën feiern gleich zwei Konzeptstudien ihre Weltpremiere. Der CXperience erinnert zum einen optisch an den legendären CX und bringt zum anderen neue Details wie bewegliche Aerodynamikelemente an Front und Heck mit, um den Luftwiderstand und damit auch den Verbrauch zu senken. Während dieser Wagen jedoch recht weit entfernt von jeglicher Serienchance ist, zeigt das C3 WRC Concept bereits viele Details des neuen Rallye-Fahrzeugs für die Rallye-Weltmeisterschaft 2017.
Auch bei Renault sind es zwei Studien, die am stärksten ins Auge fallen. Der Clio R.S.16 entstand auf Basis von Technikkomponenten des größeren Bruders Mégane RS 275. Er erbte also den 275 PS starken Motor, die Achsen und auch das manuelle Sechsgang-Getriebe, das es sonst im Clio RS nicht gibt. Gerüchteweise könnte der R.S.16 tatsächlich in Kleinserie gehen. Weniger gut stehen die Chancen des Trezor Concept, jemals öffentliche Straßen unter die breiten Räder zu nehmen. Als futuristischen GT möchte Renault diesen rassig gezeichneten Sportwagen verstanden wissen. Angetrieben wird er von einem 350 PS starken Elektromotor.
Nissan brachte zwar den neuen Micra mit nach Paris, allerdings bislang noch nicht in einer sportlichen Variante. Bis diese folgt verbleiben wir bei einem kurzen Blick auf den GT-R Nismo in unserer Bildergalerie. Einige Meter weiter kommt man in den italienischen Teil der Halle 1, wo die Ableger des Fiat-Konzerns aufgereiht stehen.
Alfa Romeo bringt unterhalb der 510 PS starken Giulia Quadrifoglio ab sofort die Giulia Veloce heraus, die wahlweise mit einem 280 PS starken Benziner oder einem 210 PS starken Dieselmotor erhältlich sein wird. Nebenan bei Maserati stehen die leicht modellgepflegten Varianten von Ghibli und Quattroporte, wobei sich die Veränderungen auf das Interieur beschränken. Für den SUV Levante zeigen die Italiener zudem maßgeschneidertes Zubehör.
Bereits jetzt blicken viele Autofans mit Vorfreude auf das Jahr 2017. Ferrari feiert 70-jähriges Firmenjubiläum und bringt aus diesem Anlass eine ganze Armada von Sondermodellen heraus. Allerdings gibt es jedes Fahrzeug genau einmal. Wie das geht? In der hauseigenen Individualisierungsabteilung 'Tailor Made' entstanden 70 Lackierungen nach historischem Vorbild, die für jedes der aktuellen fünf Modelle California T, 488 GTB, 488 Spider, F12berlinetta und GTC4Lusso je einmal bestellt werden können. Damit gibt es am Ende 350 Unikate. In Paris feierte zudem der GTC4Lusso T mit einem 610 PS starken V8-Biturbomotor seine Weltpremiere, der unterhalb der V12-Version angeboten wird. Als absolute Abrundung der Modellpalette nach oben dient der LaFerrari Aperta, von dem lediglich 209 Exemplare zum Grundpreis von 1,8 Millionen Euro netto entstehen. Diese waren bereits lange vor der Premiere ausverkauft - oder besser gesagt von Ferrari an VIP-Kunden verteilt.
Auf dem Fiat-Stand fand sich zwischen all den Autos auch eine Luxusyacht von Riva in tiefem Dunkelblau. Passend zu diesem Boot bietet Fiat das 500 Cabrio in der exklusiven Riva Edition an. Auf gleicher Basis zeigt sich bei Abarth der modellgepflegte 595 mit modifizierten Schürzen an Front und Heck.
Den Abschluss in Halle 1 boten GLM mit dem vom niederländischen Designhaus Savage Rivale gestalteten Elektrosportwagen G4 sowie am Bridgestone-Stand ein nagelneuer Aston Martin DB11. Während also die britische Marke selbst nicht zugegen ist, können die Besucher trotzdem den neuen Briten unter die Lupe nehmen.

Halle 3
In Halle 3 stellt Honda neben dem aktuellen Civic Type R auch gleich das kommende Modell in Form einer Konzeptstudie vor. Dieses soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 erscheinen. Bis dahin hält man sowohl technische Daten als auch Einblicke ins Interieur unter Verschluss. Daneben steht die Serienversion des neuen NSX, von dem für den deutschen Markt lediglich rund 50 Exemplare und drei offizielle Händler in Düsseldorf, Leipzig und Frankfurt/Main geplant sind. Keine guten Voraussetzungen für einen Verkaufserfolg. Auch die Lackierung des aktuellen McLaren Honda aus der Formel-1-Weltmeisterschaft ist auf einem Showfahrzeug zu sehen.
Mitsubishi wirft einen Blick auf die Zukunft der SUVs. Der Ground Tourer PHEV ist eine Konzeptstudie mit Plug-In-Hybrid-Antrieb, bei dem ein Benziner und drei Elektromotoren kombiniert werden. Laut den Japanern sind 1.200 Kilometer am Stück und 120 Kilometer rein elektrisch möglich. Zudem weist die Karosserie auf das Design des kommenden Pajero hin.
Einige Meter entfernt zeigt Hyundai, dass auch in Südkorea durchaus sportliche Fahrzeuge entstehen können. Das RN30 Concept gilt als Ankündigung für das erste Serienfahrzeug der Sportabteilung 'N' auf Basis des neuen i30. Daneben stehen mit dem RM16 und dem i20 WRC gleich zwei rund 300 PS starke Fahrzeuge. Während das Mittelmotorkonzept des RM16 jedoch kaum in Serie gehen wird, zeigt sich der i20 WRC in Kürze auf den Rallyepisten.

Halle 4
Während in Halle 4 die Abwesenheit von Bentley und Lamborghini regelmäßigen Besuchern des Pariser Autosalons schnell schmerzlich bewusst wird, präsentiert Škoda hier das neue Flaggschiff in Form des großen SUVs Kodiaq. Auch nebenan bei Seat steht alles im Zeichen der SUVs. Allerdings befindet sich auf dem gesamten Stand lediglich ein Auto. Die Spanier versuchen sich an einer komplett neuen Standgestaltung, die mittels 4D-Erlebnis auf beweglichen Sportsitzen mittels 3D-Brillen und Headsets Fahrerlebnisse im Ateca Experience erlaubt. Wer die anderen Modelle sehen möchte, hat dazu in einem eigenen Pavillion auf dem Freigelände Gelegenheit.
Bei Lexus geht es inzwischen immer mehr um Hybridantriebe und individuelles Design. Zu sehen ist dies in Paris anhand des Anfang des Jahres präsentierten LC 500h und des neuen UX Concept, mit dem Lexus die kommendes UX-SUV-Modellreihe ankündigt. Ob man die Gestaltung schön findet oder nicht, hängt vom eigenen Geschmack ab.
Im Mutterhaus Toyota geht es aktuell stark um den Motorsport. Neben dem CH-R, den man dieses Jahr zu ausgedehnten Testfahrten im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring Nordschleife schickte, stehen auf dem Messestand auch der aktuelle TS050 aus der WEC und Le Mans sowie die Konzeptstudie des Yaris WRC, mit dem ein neues Rallye-Werksteam unter Leitung von Tommi Mäkinen im kommenden Jahr in die Rallye-Weltmeisterschaft einsteigt.
Volkswagen kündigt mit dem I.D. Concept ein Elektroserienfahrzeug für das Jahr 2020 an, das auf einer komplett neuen Plattform steht. Angetrieben von einem 170 PS starken Elektromotor sollen bis zu 400 Kilometer Reichweite möglich sein. Neben typischen Studiendetails wie Rückfahrkameras anstelle der Spiegel und großen Glasflächen zeichnet sich der I.D. auch durch einen hohen Vernetzungsgrad und eine autonome Fahrfunktion aus. Letztere soll jedoch erst 2025 serienreif sein.
Bei Audi stehen diverse sportliche Modelle im Fokus, allen voran das diesjährige WEC-Einsatzfahrzeug R18. Daneben feiern der neue S5 als Coupé und Sportback sowie der RS 3 als Limousine ihre Weltpremieren. TT RS und RS 6 Avant Performance runden den Auftritt ab. Nebenan bei Porsche zeigt sich der neue Panamera erstmals auf einer großen Automesse, während daneben der GT3 Cup für die Rennsaison 2017 debütiert. Unter seiner Motorhaube werkelt ein vier Liter großes Sauger-Triebwerk mit 485 PS.

Halle 5.2
Die Halle 5 unterteilt sich in zwei Etagen. Begonnen haben wir oben und am Stand des Daimler-Konzerns. Hier steht erstmals auf europäischem Boden die Vision Mercedes-Maybach 6, die beim Concours d'Elegance in Pebble Beach ihre Weltpremiere erlebte. Das sechs Meter lange Coupé mit seinen vier Radnabenelektromotoren ist 750 PS stark. Daneben zeigt die Studie EQ einen Ausblick auf die neue Daimler-Untermarke für Elektroautos, die in Kürze an den Start geht. Eine skalierbare Elektroplattform bietet bis zu 300 kW (408 PS) und Raum für Akkus, die den SUV mit einer Aufladung 500 Kilometer weit bringen. Designtechnisch erinnert der Wagen allerdings speziell in der Heckansicht an ein Fahrzeug einer anderen schwäbischen Marke. Ein weiterer Grund zum Kopfschütteln fand sich auf dem restlichen Stand - beziehungsweise eben nicht. Obwohl Mercedes-AMG bei einer Vorabendveranstaltung vor dem ersten Pressetag den neuen GT Roadster präsentierte, stand der offene Zweisitzer nicht auf der Messe. Stattdessen ist immerhin der 585 PS starke GT R zu sehen.
Jaguar tritt im kommenden Jahr mit dem I-Type in der FIA Formel E an. Darüber hinaus brachten die Briten jedoch keinerlei Neuheit mit nach Paris, wenn man von der Ankündigung eines neuen XF Sportbrake für 2017 absieht. Bei der Schwestermarke Land Rover steht die fünfte Generation des Discovery im Mittelpunkt. Sieben Sitze innen und eine etwas außergewöhnliche Heckgestaltung mit  nach links verlagertem Kennzeichen prägen den neuen Offroader.

Halle 5.1
Eine Etage tiefer befinden sich vier Untermarken des BMW-Konzerns, also alle mit Ausnahme von Rolls-Royce. Bei der BMW M GmbH zeigt sich fast das gesamte Programm mit Ausnahme des M5 sowie einige Ausblicke auf optionale M Performance Teile. Auch das Safety Car der aktuellen MotoGP-Saison ist vor Ort, ebenso wie bei BMW i das Safety Car aus der Formel E. Zudem zeigt die Elektrosparte den i8 auch als Protonic Dark Silver Edition sowie als Unikat CrossFade, das gemeinsam mit Lapo Elkanns Garage Italia Customs entstanden ist. Mini bringt den 231 PS starken John Cooper Works in Kürze auch als Kombiversion Clubman auf die Straße. Derweil steht bei BMW selbst die Premiere des Concept X2 im Rampenlicht, die ein neues Crossover-Modell ankündigt.

weitere interessante Autos
In einigen Hallen fanden sich neben den offiziellen Werksständen weitere Aussteller, die natürlich auch spannende Autos als Eyecatcher mit nach Paris brachten. So zeigt der Chronograph-Hersteller BRM mit einem Art Racing Car von OAK Racing und dem neuen Ligier JS P3 gleich zwei vollwertige Rennprototypen. Auch ein Peugeot 205 T16 von der Rallye Paris-Dakar, das beim Goodwood Festival of Speed vorgestellte Art Car des Honda Civic WTCC oder eine Nachbildung von 'Lightning McQueen' aus dem Disney-Animationsfilm Cars finden sich bei genauem Suchen. Die Sportwagenkategorie wird mittels eines Ultima GTR und eines Ferrari F12tdf würdig vertreten.
 
Sonderausstellung 'Autos im Film' - Halle 8
Traditionell stellt die Messegesellschaft in Paris für den Autosalon eine komplette Halle zur Verfügung, die einer Sonderausstellung gewidmet wird. Während hier zwar keine Weltneuheiten stehen, ist sie dennoch immer wieder sehenswert, da zum jeweiligen Motto aufsehenerregende Exponate zusammengebracht werden. In diesem Jahr lautet das Oberthema 'Autos im Film'. Neben originalen Fahrzeugen von 'James Bond', wie dem DB11 aus Spectre, fanden sich diverse vierrädrige Ausstellungsstücke aus französischen Filmen und Fernsehsendungen wie 'Phantomas' aber auch weltbekannte Autos wie der Peugeot von 'Inspector Columbo', der Austin Mini von 'Mr Bean', der ECTO1 der 'Ghostbusters' oder zwei Chevrolet Camaro aus den 'Transformers'. Im letzten Abschnitt der Sonderausstellung ging es um Filmfahrzeuge hinter den Kulissen, also speziell jene Wagen, in denen Schauspieler bei Onboard-Dialogen gefilmt werden können, ohne sich dabei auf den Verkehr oder die Straße konzentrieren zu müssen.



Zudem haben wir in diesem Jahr einen Videorundgang über die Messe zusammengestellt. Ein Hinweis an die Benutzer mobiler Endgeräte: Das Video ist 36 Minuten lang, wir empfehlen das Ansehen also ausschließlich im WLAN oder am PC.
 
 

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Fotografen: Matthias Kierse (75 Fotos), Niklas Emmerich (23 Fotos)

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