Sonderausstellung: Ayrton Senna bei Lamborghini

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Neun Rennwagen von Senna ausgestellt
- Bilder und Exponate aus seiner Karriere
- eines der größten fahrerischen Talente
- kurze Verbindung mit Lamborghini 1993
- Sonderausstellung bis Anfang Oktober
 


Bereits seit zwei Wochen läuft im Lamborghini Museum in Sant'Agata eine ganz besondere Sonderausstellung, die dem dreifachen Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna gewidmet ist. Nun könnten sowohl Fans der Marke als auch Motorsportfans, die das Leben und Wirken des 1994 bei einem Rennunfall verstorbenen Brasilianers nicht zu dicht verfolgt haben, zurecht fragen, wo genau der Zusammenhang zwischen Senna und Lamborghini besteht. Es gab ihn, er war jedoch denkbar kurz.

Sennas Weg nach oben
Senna arbeitete sich vom Gokart über kleine Formel-Klassen kontinuierlich nach oben. Hierfür zog er sogar allein, ohne seine Familie, nach Großbritannien, da aus seiner Sicht die europäische Rennszene besser geeignet war für einen schnellen Aufstieg in die Formel 1. So fuhr er 1981 mit dem Van Diemen Team in der Formel Ford, 1982 in der Formel Ford 2000 und ab 1983 in der britischen Formel-3-Meisterschaft. Aus allen Serien ging er als Seriensieger und Meister hervor und gewann zudem den berühmten Macao Grand Prix, der 1983 erstmals mit Formel-3-Fahrzeugen ausgetragen wurde. Zudem durfte er erste Formel-1-Tests für McLaren, Brabham, Williams und Toleman fahren.

Toleman war schließlich das Team, das ihm den Einstieg in die Formel 1 ermöglichte. Senna unterschrieb für drei Jahre, blieb jedoch nur 1984 an Bord, bevor er zu Lotus weiterzog. Zuvor sorgte er jedoch zweimal für Aufmerksamkeit: Beim Regenrennen von Monte Carlo, in dem er mit dem unterlegenen Toleman TG184 beinahe gewonnen hätte und beim Eröffnungsrennen auf der neuen Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings, bei dem er auf gleichwertigem Material im Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 alle angetreten F1-Fahrer und ex-Weltmeister in den Schatten stellte.

Erste Siege bei Lotus, erster Titel bei McLaren
Bei Lotus gewann Senna bereits beim zweiten Einsatz, dem Großen Preis von Portugal 1985, sein erstes F1-Rennen. Fünf weitere folgten bis 1987. Für das Folgejahr wechselte er zu McLaren, wo er als zweiter Fahrer neben dem erfahrenen Alain Prost zum Einsatz kommen sollte - diesem aber mehr als ebenbürtig war. Durch die genial konstruierten Autos und den leistungsstarken Honda-Antrieb gelang dem McLaren-Team 1988 etwas, was bis heute nicht wieder erreicht wurde: Es gewann 15 von 16 Saisonrennen. Senna krönte sich aufgrund der besseren Ergebnisse zum ersten Mal zum Formel-1-Weltmeister. Im Folgejahr erreichte die Rivalität mit Alain Prost neue Höhepunkte und gipfelte im Saisonfinale im japanischen Suzuka in einer Kollision nebst Disqualifikation Sennas, wodurch Prost Weltmeister wurde.
 
Ab 1990 war Senna Nummer-1-Pilot bei McLaren, da Prost zu Ferrari abgewandert war. Mithilfe der Honda-Motoren errang er in diesem und dem Folgejahr erneut die Weltmeisterschaft. 1992 konnte McLaren jedoch nicht mehr mithalten. Aktive, programmierbare Fahrwerke hatten ihren Weg in die Formel 1 gefunden und speziell das von Renault unterstützte Williams-Team wusste diese einzusetzen. Senna blieben einige Siege, aber letztlich keine Chance auf den Titel. Wohl auch aufgrund dieser Chancenlosigkeit zog sich Honda nach der Saison aus dem Rennsport zurück und ließ McLaren ohne Motorenpartner zurück. Die Briten entschieden sich für das V8-Cosworth-Triebwerk von Ford und waren damit erneut chancenlos unterwegs. Einzig das fahrerische Genie von Ayrton Senna und absolute Wetterkapriolen wie beim Großen Preis von Europa in Donington ermöglichten 1993 einen überlegenen Sieg.

Test mit Lamborghini-V12 für 1994
Kurz vor Saisonende testete Senna in einem komplett weiß lackierten McLaren MP4/8B ein Triebwerk für die kommende Saison. Dieser V12-Motor stammte von Lamborghini und machte den McLaren auf Anhieb schneller als mit dem Ford-Aggregat, was beim Brasilianer wohl den dringenden Wunsch aufkommen ließ, diesen Motor bereits für die letzten zwei Rennen einzusetzen. Doch erstens gab es gültige Verträge mit Ford und zweitens war der Motor noch nicht fertig entwickelt. Zudem entschied sich McLaren schließlich für 1994 für einen Wechsel zum V10-Triebwerk von Peugeot und Senna für einen Cockpitwechsel in den bis dahin überlegenen Williams-Renault.
 
Allerdings hatte man bei Williams zu lange auf die aktiven Fahrwerke nebst elektronischer Helferlein gesetzt und wurde vom Verbot dieser Systeme ein wenig überrascht. Das 1994er Auto war, zumindest am Anfang der Saison, nahe an der Unfahrbarkeit. Dass Senna dennoch Trainingsbestzeiten bei den ersten drei GP herausfuhr, zeugt von seinem fahrerischen Können. In den Rennen schied er jeweils aus, in Imola schließlich durch den schweren Unfall, der ihn das Leben kostete.

Sonderausstellung in sehenswertem Lamborghini Museum
Rennsportfans, die jene Zeit aktiv miterlebt haben oder sich für die Geschichte der Formel 1 interessieren, nennen Ayrton Senna ohne zu zweifeln als eine der größten Legenden in einem Atemzug mit Juan Manuel Fangio, Jim Clark und Michael Schumacher. Zur Ausstellungseröffnung im Lamborghini Museum kamen neben Lamborghinis CEO Stefano Domenicali auch Mauro Forghieri und Daniele Audetto, die 1993 in Estoril bei den Tests dabei waren. Zudem zeigten Ercole Colombo und Giorgio Terruzzi als Verantwortliche der Sonderausstellung stolz die zusammengetragenen Exponate - darunter nicht weniger als neun Rennfahrzeuge aus Ayrton Sennas aktiver Zeit. Lamborghini steuerte zudem das originale Triebwerk bei, mit dem Senna und Mika Häkkinen 1993 getestet hatten. Es steht neben dem immer noch weiß lackierten McLaren MP4/8B und zeugt von einer Möglichkeit, die leider nie ausgeschöpft wurde.
 
Neben der Sonderausstellung in der ersten Etage ist auch das restliche Lamborghini Museum durchaus einen Besuch wert. Erst im vorigen Jahr erhielt es eine komplette Umgestaltung. Es ist jeden Tag (auch sonntags) von 9:30 bis 19:00 Uhr geöffnet. Die Senna-Ausstellung bleibt bis zum 9. Oktober 2017 zugänglich.

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Quelle: Lamborghini

 

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