Eifel Rallye Festival 2017 - Das schöne siebte Jahr

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- 6 Jahrzehnte Rallyesport als Jahresmotto
- Hyundai neuer Sponsor, mit 5 Autos dort
- seltene Originalautos in der Rallyeparade
- gut aufgebaute Repliken ebenfalls dabei
- bestes Wetter für Stars und Privatfahrer
 


Zum bereits siebten Mal fand in der vergangenen Woche rund um Daun in der Vulkaneifel das alljährliche Eifel Rallye Festival statt. Und während man bei Beziehungen und Ehen vom 'verflixten siebten Jahr' spricht, lief beim Festival der staubigen Fahrkünste alles gewohnt harmonisch ab. In diesem Jahr lautete das Motto schlicht 'sechs Jahrzehnte Rallyesport' und öffnete damit allen Besitzern von Rallyefahrzeugen Tür und Tor. Erneut mussten die Veranstalter dabei einigen Interessenten absagen, da die Kapazitäten rund um die Dauner Fußgängerzone begrenzt sind. Und das obwohl man es in diesem Jahr tatsächlich schaffte insgesamt 169 Fahrzeuge unterzubringen. Hierfür muss man an dieser Stelle auch ganz klar den Anwohnern in Daun danken, die für drei volle Tage auf ihre Parkplätze im Hinterhof verzichten und das bunte Treiben vor ihrer Haustür mit großer Tiefenentspannung nehmen.

Seltene Originale, Hyundai als Hauptsponsor
Wie bereits im Vorjahr richtete man eine Gruppe von Parade-Wagen ein, die nur auf zwei ausgesuchten Etappen gefahren wurden. Dabei handelt es sich um besonders wertvolle Originalfahrzeuge wie den Škoda Fabia S2000 von Matthias Kahle von der Lausitz-Rallye 2016 oder den Toyota IS-2. Dabei handelt es sich um einen Prototypen auf der Basis eines 1992er Toyota Corolla, den das Toyota Team Europe in Köln seinerzeit als Nachfolger für die sehr erfolgreiche Celica ST185 aufbaute. Daneben gab es den IS-1, der weiterhin auf der Celica basierte und als nicht fahrbereit im Fahrerlager ausgestellt wurde. Beide Konzepte wurden letztlich nicht weiterverfolgt und gehören heute dem Briten John Day. IS steht übrigens für 'Ideal Successor', also idealer Nachfolger.
 
Auffällig war in diesem Jahr das Fehlen der bisherigen Schirmherren Walter Röhrl und Christian Geistdörfer sowie der Rückzug von Volkswagen und der AutoStadt als Hauptsponsoren. Dafür konnte das Festival mit Hyundai einen adäquaten Partner gewinnen. Mit insgesamt fünf Fahrzeugen rückten die Südkoreaner, deren Motorsportstützpunkt in Alzey liegt, in der Eifel an. Ein Accent WRC und ein Coupé RD Evo 2 aus der 1999er Zweiliter-Meisterschaft dienten als reine Ausstellungsstücke, während der aktuelle Werksfahrer Thierry Neuville am Donnerstag und Freitag sein aktuelles Arbeitsgerät gekonnt ausführte und ex-Werksfahrer Armin Schwarz wahlweise mit einem weiteren Accent WRC oder einem letztjährigen i20 WRC VIP-Gäste um die Prüfungen chauffierte.

Auch gute Repliken zugelassen
Passend zum gesteckten Motto präsentierte sich auch die restliche Starterliste mit Rallyefahrzeugen aus allen sechs Jahrzehnten seitdem der Rallyesport auf Bestzeit läuft. Ob Wartburg 312, Ford Escort RS 1800, Nissan 240 RS, Triumph TR7 V8, Lada VFTS oder Alpine A110 - es war so gut wie jedes berühmte Rallyeauto mindestens einmal vertreten. Während einige Exemplare dabei fantastisch erhaltene Originale sind, lässt die Slowly Sideways Truppe rund um Organisator Reinhard Klein auch gut gemachte Repliken zu. Allerdings müssen sowohl die ausgeführten Umbauten am Basisauto als auch die Lackierung und die Anordnung der Sponsorenaufkleber exakt mit dem jeweiligen Original übereinstimmen.
 
Am Donnerstag Abend gab es wie in jedem Jahr den sogenannten 'Welcome Evening', in dessen Rahmen Moderator Markus Stier zum einen diverse Gesprächspartner aus den zurückliegenden sechs Rallye-Jahrzehnten auf der Bühne begrüßte - von Gunnar Palm über Kalle Grundel, Harry Toivonen, Matthias Kahle, Armin Schwarz und Thierry Neuville bis hin zur absoluten Legende Stig Blomqvist, der am Folgeabend den Titel 'Rally Ambassador' erhielt. Außerdem setzte Rallyefilmer Helmut Deimel aus Österreich jedes Jahrzehnt mit Filmausschnitten aus seinem umfangreichen Archiv gekonnt in Szene.
 
Bei bestem Wetter - ein Novum im Vergleich zu den Vorjahren - konnte man sowohl im Rallyepark in Daun als auch an den Zuschauerpunkten glückliche Besucher beobachten, die sich in diversen Sprachen miteinander über die Vielfalt der gebotenen Autos unterhielten. Im Bereich des Serviceparkes kam es dabei zu einer eher ungewöhnlichen Anekdote: Darryn Snooks aus Melbourne/Australien besuchte das Festival im Rahmen einer Europareise und traf auf Reinhard Klein. Im Gespräch erörterte er, dass er gern im kommenden Jahr mit seinem Rallye-Nissan anreisen und teilnehmen möchte. Inzwischen ist die Planung soweit fortgeschritten, dass noch drei weitere Freunde mit ihren Fahrzeugen mitkommen und sogar bereits der Übersee-Container gemietet wurde. Bereits in diesem Jahr waren über 110 Journalisten aus 19 Nationen beim Eifel Rallye Festival vor Ort - ein schönes Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Event inzwischen genießt.

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Fotograf: Matthias Kierse

 

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