10. Oldtimerrallye Hamburg-Berlin Klassik 2017

Geschrieben von Kay Andresen am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Zum zehnten Mal von Hamburg nach Berlin
- diesmal fuhr man nicht in die Hauptstadt
- zweites Berlin mit Potsdamer Platz als Stop
- Rallyeroute von Hamburg nach Hamburg
- viele interessante Klassiker mit am Start
 
Jedes Jahr Mitte August füllen sich die norddeutschen Landstraßen mit einer interessanten Vielfalt historischer Fahrzeuge. Der geneigte Automobilist weiß: Es ist wieder Zeit für die 'Hamburg-Berlin'-Klassik-Rallye veranstaltet von der AutoBild Klassik. Die bei Fahrern und Zuschauern gleichermaßen beliebte Veranstaltung wies in diesem Jahr zum zehnjährigen Jubiläum einige Besonderheiten auf. Gestartet wurde wie fast in jedem Jahr in Hamburg, nur befand sich das Ziel statt in der deutschen Bundeshauptstadt an der Spree diesmal ebenfalls in der Metropole an der Elbe. Dass die Jubiläumsausgabe der Rallye ihren Namen trotzdem zu Recht führen konnte, dazu später mehr.

Starke Unterstützung durch Automobilwerke
Die alljährliche Unterstützung durch die Klassikabteilungen von Volkswagen samt Konzernmarken Škoda und Porsche sowie BMW, Ford und Mazda hielt auch 2017 an. So fanden sich wieder automobile Exemplare aus dem eigenen Fundus auf der Rallye, die oftmals durch prominente Piloten aus Sport- und Showbusiness gesteuert wurden. So saß im BMW 328 mit der Startnummer 13, der von BMW Classic Group Chef Ulrich Knieps in gewohnt engagierter Form pilotiert wurde, Eisprinzessin Katarina Witt als Beifahrerin und sorgte besonders auf den Etappen durch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern für reihenweise begeisterte Fans am Rand der Strecke. Einen weiteren 328 aus Eisenach - dort wurden die Automobile von BMW bis zum Zweiten Weltkrieg hergestellt - vertraute man dem ehemaligen Werksrennfahrer Prinz Leopold von Bayern an.

Hoher Anteil an prominenten Startern
Die AutoStadt von Volkswagen vertraute mehr auf Prominenz aus Film und Fernsehen und bot mit den Schauspielern Katharina Schubert und Siegfried Rauch bekannte Gesichter in den Klassikern aus Wolfsburg auf. Eine Anekdote am Rand: Ex-Traumschiff Kapitän Rauch wurde auf der Rallye von seinem Stuntdouble aus dem Film 'Le Mans', Dr. Erich Glavitza, begleitet. Für den sportlichen Touch im Team der Wolfsburger sorgte Christian Geistdörfer, ehemaliger Copilot von Rallyeweltmeister Walter Röhrl, der einen brasilianischen VW SP2 pilotierte. Einen besonderen Klassiker brachte Mazda mit dem Cosmo 110 Sport S an den Start der HBK 2017, restauriert von den TV-Stars Det Müller und Cyndie Alleman. Die Schweizer Rennfahrerin saß dann auch am Steuer dieses 50 Jahre alten Wankel-Coupés aus der Sammlung des Augsburger Mazda-Enthusiasten Frey.

Seltene Exoten im Teilnehmerfeld
Insgesamt hatten die Organisatoren der Rallye erneut eine abwechslungsreiche und interessante Fahrzeugmischung für die HBK 2017 zusammengestellt. Vielleicht könnte man anmerken, dass die absoluten Topstars der automobilen Szene durch Abwesenheit glänzten. Ferrari F40 oder 365 GTB/4 'Daytona', Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer und ähnliche, die bei früheren Ausgaben der Rallye am Start waren, sah man bei der Jubiläumsausgabe nicht. Dafür präsentierten sich besonders seltene Modelle, die sicher auch so manch ausgewiesener Automobilist zum ersten Mal erblickt hat. Als Beispiele seien der Thurner RSR, jener Sportwagen auf verkürztem Chassis des NSU 1200 C, der in den Jahren 1969 bis 1974 in 121 Exemplaren gebaut wurde, ebenso genannt wie der Melkus RS1000, von dem in der DDR durch den erfolgreichen Rennfahrer Heinz Melkus aus Dresden in der Zeit von 1969 bis 1980 101 Fahrzeuge gebaut wurden, von denen heute noch 80 existieren.

Diverse Alltagsklassiker mit am Start
Aus der AutoStadt rollte ebenfalls eine automobile Rarität zur HBK 2017, das Volkswagen Rometsch Beeskow Cabrio. Dieses Modell auf Basis des VW Käfers entstand in den 50er Jahren in Berlin beim Karosseriebaubetrieb von Fritz Rometsch und wurde nach seinem Designer Johannes Beeskow benannt. Das Design war so gelungen, dass das Fahrzeug auf dem Genfer Salon 1954 und 1955 den 'Grand Premier Prix' sowie unter anderem die US-Schauspieler Gregory Peck und Audrey Hepburn als Kunden gewinnen konnte. Auf der anderen Seite sorgten viele sogenannte Alltagsklassiker für wehmütige Blicke der Zuschauer, die Exemplare ihrer eigenen automobilen Vergangenheit finden konnten. So auch der Autor dieser Zeilen, der sein erstes eigenes Auto, einen VW 1600 TL im Teilnehmerfeld entdecken konnte.

Erster Tag: Von Hamburg in die AutoStadt
Am Donnerstag, den 24. August, begaben sich die klassischen Fahrzeuge aus acht Jahrzehnten Automobilgeschichte auf die abwechslungsreiche Tour. Die Organisatoren hatten für die zehnte Ausgabe dieser Rallye einige Highlights auf der insgesamt rund 800 Kilometer langen Strecke, die durch fünf Bundesländer führte, parat. Bereits am ersten Tag, der nach dem Start in Hamburg durch die malerische Lüneburger Heide bis zum ersten Etappenziel und Kaffeestopp nach Bispingen führte, erwartete die Teilnehmer etwas, dass sie ihren automobilen Schätzen normalerweise niemals antun würden. Im dortigen Snow Dome hatten die Mitarbeiter der Skianlage einen Parcours durch Schnee und Eis präpariert, durch den die historischen Fahrzeuge schlitterten. Im Interesse der Fahrzeuge hatte man allerdings auf das im Winter übliche Streusalz verzichtet. Gleich nebenan ging es dann auf die Kartbahn des ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher. Besonders die großen Oldtimer hatten hier ihre liebe Mühe in den engen Kehren des Parcours. Endziel des ersten Tages war wieder einmal die AutoStadt in Wolfsburg.

Zweiter Tag: Von der AutoStadt nach Lübeck
Der zweite Rallyetag führte die Teilnehmer über landschaftlich schöne Straßen durch Sachsen-Anhalt und das Wendland bis zur Elbbrücke in Dömitz und weiter in das kleine südwestmecklenburgische Dorf Vielank. Im dortigen Brauhaus konnten sich Fahrer und Beifahrer der Oldtimer stärken, während den Boliden eine Verschnaufpause vor dem Start zur zweiten Tageshälfte gewährt wurde. Nach dem Mittagessen wartete eine weitere Überraschung auf die Rallyeteilnehmer. Bei der Durchfahrt durch die kleine Stadt Zarrentin spielte der Organist des alten Klosters 'Happy Birthday' auf der Kirchenorgel zu Ehren der zehnten Ausgabe der Rallye. Die historische Hansestadt Lübeck bildete das Finale des zweiten Tages der Hamburg-Berlin Klassik 2017.

Dritter Tag: Ein Abstecher nach Berlin und zurück nach Hamburg
Von der Ostsee bis an die Elbe – so lautete das Motto des dritten und letzten Tages der Veranstaltung. Nach dem Start in Lübeck rollten die Oldtimer durch das schöne Ostholstein dann doch nach Berlin. Nur in diesem Jahr handelte es sich dabei um das kleine gleichnamige Dorf in der Gemeinde Seedorf im Kreis Segeberg, das ebenso wie die große Hauptstadt mit einem Potsdamer Platz aufwarten kann. Auf diesem feierten die norddeutschen Berliner ihre ganz persönliche Teilnahme an der Hamburg-Berlin Rallye. Anschließend erreichten die Klassiker das bekannte Ostseebad Grömitz, drehten eine Runde über die Kurpromenade und brachten so manchen Urlauber am Strand zum Erstaunen. Zur Mittagspause fanden sich die klassischen Boliden im malerisch gelegenen Gut Sierhagen ein und füllten den Innenhof der Gutsanlage komplett. Die Oldtimer vor der Kulisse der historischen Gemäuer begeisterten die Teilnehmer ebenso wie die zahlreichen Zuschauer. Auf zur letzten Etappe, so könnte man den Nachmittag des dritten Tages beschreiben. Noch einmal warteten Sonderprüfungen und Durchfahrtskontrollen auf die 180 gestarteten Oldtimer, bevor dann zum Nachmittag das Ziel in der Hamburger Ballinstadt erreicht wurde.

Team Sonax Klassik gewinnt im Volkswagen T1
Nach den drei Rallyetagen und insgesamt fast 50 Prüfungen standen die Sieger und Platzierten der Hamburg-Berlin Klassik Rallye 2017 fest. Der Sieg ging an die Startnummer 70, das Team Sonax Klassik mit Fahrer Dirk Hattenhauer und Copilot Tim Lücke in einem Volkswagen T1 Transporter aus dem Baujahr 1964. Den zweiten Platz erreichte die Startnummer 150, Axel Ernst und Johannes Bitter-Suermann im Toyota Celica GT aus Baujahr 1979 und den dritten Rang ein altbekanntes Team der Rallye, Ralf Klaus und Hans Georg Ahrens im Talbot London 90 AV, Baujahr 1933 mit der Startnummer 2. Die Hamburg-Berlin Klassik Rallye ist nach wie vor der Saisonhöhepunkt für klassische Fahrzeuge in Norddeutschland. Sie hat auch in ihrer zehnten Ausgabe in diesem Jahr Teilnehmer wie auch die zahlreichen Zuschauer begeistert in ihren Bann gezogen. Die HBK zeigt sich gut gerüstet für die nächsten zehn Jahre – und hoffentlich viele weitere.
 

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Fotografen: Kay Andresen, Malwin Fuhrmann (Sonax Volkswagen T1)

 

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