Messerundgang: Retro Classics Cologne 2017

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Kölner Messegelände mit neuer Oldiemesse
- Terminwahl deutlich verbesserungswürdig
- Verkaufsverbot am Totensonntag ärgerlich
- interessante Fahrzeuge in vier Messehallen
- mit Filmautos, Rennwagen, Alltagsklassikern
 


Nachdem unter dem Namen 'Retro Classics' bereits Oldtimermessen in Stuttgart und Nürnberg etabliert wurden, folgte am Wochenende vom 24. bis 26. November 2017 mit der Retro Classics Cologne ein weiterer Ableger auf dem Messegelände Deutz in Köln. Damit umfasst der Terminkalender von Auto- und Klassikerfans nun noch mehr Termine und es könnte sich die kritische Frage ergeben, ob eine weitere Messe wirklich notwendig ist. Entgegen diverser Lobhudeleien, die sich in anderen Magazinen über die Retro Classics Cologne bereits finden und lesen lassen, fielen dem Autor dieser Zeilen einige Punkte auf, die vom Messe-Management im Sinne einer erfolgreichen Veranstaltung dringend angefasst werden sollten.

Verkaufsverbot an Totensonntag
Dem Vernehmen nach schloss man mit dem Messegelände in Köln einen großzügigen Fünfjahresvertrag ab, plant also sinnvollerweise direkt für die Zukunft. Allerdings ist irgendwo im Planungsprozess etwas gewaltig schiefgelaufen, denn das gebuchte Wochenende schloss den Totensonntag mit ein, der in Deutschland ein sogenannter 'stiller Feiertag' ist, an dem keine Verkaufs- und Beratungstätigkeiten ausgeführt werden dürfen. Das gilt auch auf dem Messegelände, wie von der Bezirksregierung noch einmal klargestellt wurde. Bei meinem Besuch am Sonntag Nachmittag ergab sich entsprechend ein eher merkwürdiges Bild für eine Veranstaltung, die unter anderem mit einem 'internationalen Teilemarkt' im Vorfeld um Besucher warb. Die kleinen, teils privaten Aussteller hielten sich überwiegend an das Verbot und hatten zum Teil bereits zusammengepackt, während die großen Autohändler offenbar überwiegend ihre Geschäfte bereits am Freitag oder Samstag getätigt hatten. Es machte den Eindruck einer statischen Ausstellung anstelle einer schwungvollen Messe. Wäre dies nun ein einmaliges Versehen im ersten Jahr, könnte man großzügig darüber hinwegsehen. Allerdings wurde die Retro Classics Cologne 2018 bereits für die Kalenderwoche 47 angekündigt, in der erneut der Totensonntag liegt. Schade.

Fragwürdige Eintritts- und Parkgebühren
Hinzu kam, dass vom großen Kölner Messegelände im Debütjahr der Veranstaltung lediglich zwei doppelstöckige Hallen zum Einsatz kamen, während in den umliegenden Hallen verschiedene andere Veranstaltungen parallel liefen. So weit, so gut. Allerdings für diese wenigen Quadratmeter einen Eintrittspreis in Höhe von 20,- € aufzurufen und dann auch noch beim Parken weitere 10,- € zu verlangen, steht in keinem wirklichen Verhältnis. Zumal die Ausschilderung der Parkhäuser auch deutlich verbesserungswürdig ist, aber dafür ist vermutlich eher die Messegesellschaft als der Veranstalter zuständig.

Wo Schatten ist, ist auch Licht
Kommen wir zu den positiven Eindrücken vor Ort, die sich durch ein buntes Feld von Autos von der Vorkriegs-Ära bis hin zu neuesten Supersportwagen ergaben. Sowohl Freunde von Alltagsklassikern, beispielsweise von Ford oder Opel, als auch Fans von Exoten vom Schlage Sbarro Alcador GTB oder Artega GT kamen auf ihre Kosten. Dazwischen fanden sich verschiedene Rennfahrzeuge, unter anderem zwei besondere Exponate, die einst vom im nahen Hürth geborenen, siebenfachen Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher gefahren wurden. Ihm wird sich in der bald eröffnenden Motorworld Köln eine permanente Sonderausstellung widmen. Selbst Nutzfahrzeugfreunde dürften beim Anblick klassischer deutscher und US-amerikanischer Lastkraftwagen begeistert gewesen sein. Hinzu kamen besondere Filmfahrzeuge wie die 'Eleanor' aus 'Nur noch 60 Sekunden' mit Nicolas Cage oder das Ghostbusters-Mobil. Interessant waren auch die Club-Bereiche mit teils sehr liebevoll gestalteten Ständen. Mehr Eindrücke erhalten Sie in unserer Bildergalerie.

Der Retro Classics Cologne wäre ein passenderes Datum mit mehr positiven Eindrücken in den Hallen zu wünschen. Wenn es bei der Terminwahl über Totensonntag bleibt, dürften sich viele kleine Verkaufsaussteller abwenden, denen ein voller Verkaufstag untersagt wird, für den sie aber vermutlich dennoch Standgebühren bezahlen müssen.

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Fotograf: Matthias Kierse