Messerundgang: Essen Motor Show 2017

Geschrieben von Matthias Kierse am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- Erneuter Aufschwung zum 50-jährigen
- erste Essen Motor Show gab es 1967
- für jeden Autofan war etwas dabei
- Supersportwagen-Ausstellung in Halle 1
- diverse Premieren auf dem Gelände
 
Supersportwagen und Exoten in Halle 1
Erneut muss man der Essen Motor Show attestieren, dass sie sich gegenüber den Vorjahren weiterentwickelt hat. Im Vergleich zu den wirklich schwachen Ausgaben Anfang der 2010er Jahre kann man einen Aufschwung verzeichnen, der sich auch in Form der auftretenden Aussteller abzeichnet. Insgesamt lässt sich die Veranstaltung in vier Kernbereiche aufteilen: In Halle 1 finden sich unter dem Dach der Messegesellschaft S.I.H.A. (unter anderem verantwortlich für die Techno Classica) Sportwagen, Klassiker und Exoten ein, was diesmal durch die Sonderausstellung '50 Jahre Supersportwagen' noch unterstrichen wurde. Leider konnte man nicht alle im Vorfeld angekündigten Highlights aufbieten, mit einem Bugatti Chiron, einem Porsche 959, einem McLaren 675LT Spider, einem Ford GT, einem Ferrari 365 GTB/4, einem Mercedes-Benz SLR McLaren Stirling Moss, einem Jaguar XJ220 und einem Pagani Huayra BC stand man jedoch zweifelsfrei mitten im Fokus jedes Besuchers.

Tuning von Privat oder aus professioneller Hand
Derweil zeigten sich in den Hallen 1A, 8, 9, 10, 11 und 12 sowie Teilen der Hallen 3, 6.1, 8.1 und 9.1 getunte Automobile aller Art. Speziell die von privaten Besitzern eingelieferten Exponate erfreuten sich dabei diesmal einer deutlichen Auffrischung durch zuvor in Essen noch nie gezeigte Fahrzeuge. So konnten gleich zwei veredelte Barkas B-1000 in Augenschein genommen werden. Wer hätte gedacht, dass man aus dem einstigen DDR-Nutzfahrzeug ein interessantes Tuningobjekt machen kann? Ebenso fanden sich natürlich diverse umgebaute BMW, VW, Audi und Porsche sowie je zwei Ferrari und Maserati. Besondere Beachtung fanden die vom Briten Paul Bird deutlich eingekürzten Ausstellungsstücke 'Shorty' und 'Bee'. Während Shorty auf einem VW Golf II GTI basiert und nun nur noch drei Meter lang ist, zeigt sich Bee als verkürzter New Beetle mit 3,60 Metern Außenlänge. Beide Wagen sind in Großbritannien übrigens offiziell für den Straßenverkehr zugelassen.

Auto- und Tuninghersteller vor Ort
In den Hallen 2, 3, 6, 9, 10 und 11 tummelten sich diverse namhafte Automobilhersteller und große Tuner, die ihre Neuheiten mit in die Ruhrmetropole brachten. So war erstmals Shelby American auf einer deutschen Automesse vertreten und zeigte mit einem BajaRaptor und zwei leistungsgesteigerten Mustang die Modellpalette, die nun auch auf dem hiesigen Markt offiziell erhältlich ist. Bei Ford ging alles um die nun ebenfalls offiziell hierzulande angebotenen Performance-Teile für Fiesta ST, Focus ST und Focus RS, während vorn auf einer kleinen Bühne der überarbeitete Mustang GT4 für Rennserien nach GT4-Reglement debütierte. RUF steuerte den neuen CTR 2017 zu einer kleinen Sonderausstellung bei, in der auch der Tesla Model S für die 'Electric GT'-Rennserie zu sehen war. Ein weitere Sonderausstellung widmete sich dem 50-jährigen Jubiläum von Mercedes-AMG und zeigte neben typischen Vertretern der Marke wie dem SLS auch besondere Fahrzeuge wie einen S 63 AMG Pullman mit 6,3 Liter großem V12-Motor von dem nach offiziellen Angaben nur drei Exemplare gebaut wurden. Gegenüber beim Stand von Mercedes-Fans.de hielten die meisten Kameras auf den Mercedes-AMG Vision GT aus dem neuen Avengers-Kinofilm. Erstmals seit langem konnte die Essen Motor Show auch Volkswagen - wenn auch nur die Motorsport Abteilung - auf dem Gelände begrüßen, die direkt eine überarbeitete Variante des erfolgreichen Golf GTI TCR mitbrachten. Techart brachte ebenso ein neues Tuning-Programm für den Porsche 991.2 GT3 mit wie Manthey Racing, die gemeinsam mit Porsche Motorsport einen Stand direkt am Eingang zur Halle 3 hatten.

Motorsport als viertes Kerngebiet
Das vierte Hauptthema der Essen Motor Show ist seit der Erstausgabe vor 50 Jahren traditionell der Motorsport. Während zu den Gründerzeiten der Ausstellung noch problemlos die aktuellsten Rennwagen ausgestellt werden konnten, ist dies heutzutage aufgrund von Industriespionage nur noch in den seltensten Fällen möglich. Dennoch finden sich in den Messehallen immer wieder besondere Rennfahrzeuge aus allen möglichen Kategorien, vom Le-Mans-Prototypen über GT-Renner und Formel-1-Monopostos bis hin zu Rallyewagen und Traktoren vom Tractor Pulling. Einen bunten Querschnitt dazu finden Sie in unserer Bildergalerie. Insgesamt war also für jeden Autofan etwas dabei. Wer lieber fahrende als stehende Fahrzeuge beguckt hatte zudem erneut in Halle 7 die Möglichkeit verschiedenen Vorführungen und Driftshows zu folgen. Insgesamt hat die Messe ihren Platz in der deutschen Szene wohl endlich gefunden und gefestigt. Ein Trend, der vor nicht ganz zehn Jahren nicht abzusehen war.

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Fotograf: Matthias Kierse