Messerundgang: Autosalon Brüssel 2018

Geschrieben von Oliver Kühlein am . Veröffentlicht in Veranstaltungen

- 96. Auflage des Brüsseler Autosalons
- erneut mit diversen Auto-Highlights
- einige Europa- und Belgien-Premieren
- Sportwagen und Luxusfahrzeuge
- Exoten von Gillet, Hommell und BAC
 
Der erste europäische Autosalon des Jahres findet traditionell in Brüssel statt. Während die ganze Welt derweil schon nach Genf schaut und die Automobilgazetten dieser Welt nach den Neuheiten durchsucht, fristet die belgische Messe gefühlt eher ein Schattendasein. Nach unserer Meinung zu Unrecht. Während die IAA in Frankfurt im vergangenen Jahr ein Fest der Absagen war ist der Brüsseler Salon eine wahre Augenweide. Nahezu alle Namen, die in Frankfurt nicht zu finden waren, stehen auf der Ausstellerliste und selbst Tesla ist in Brüssel präsent.

Deutlich mehr Hersteller als auf der IAA
Gründe für die Präsenz aller namhaften Hersteller dürften vielfältig sein. Am Jahresbeginn denken viele Menschen über einen neuen fahrbaren Untersatz nach. Zudem sind die Hersteller alle über ihre jeweiligen Importeure vertreten, die sich so dem geneigten Publikum präsentieren und last but not least ist die Messepräsenz in Brüssel vermutlich deutlich günstiger als in Frankfurt. So gesehen sollten sich die IAA-Veranstalter womöglich eine Scheibe abschneiden, denn welchen Sinn macht eine Automesse, wenn viele namhafte Hersteller nicht da sind?

Ruhiges Betrachten statt Menschenmassen
Ein weiterer Grund für meine persönliche Begeisterung ist der Fakt, dass es insgesamt sehr ruhig und entspannt zuging. Während man in Genf schon an den Pressetagen die Autos vor lauter Menschen nicht sehen kann, ist es in Brüssel genau umgekehrt. Man kann sich alle Autos ganz in Ruhe anschauen. Keine riesigen Menschentrauben oder ähnliches. Selbst vor dem ausgestellten Bugatti Chiron standen nur vereinzelt mehr als zehn Personen gleichzeitig. Dadurch konnte man sich das Fahrzeug und den auf der anderen Seite des Standes ausgestellten Motor im Detail anschauen. Das gleiche Bild wiederholte sich bei Lamborghini mit einem orangefarbenen Huracán Performante und einem blauen Aventador S Roadster sowie bei Bentley, wo neben dem neuen Continental GT auch ein Continental GT V8S Cabrio, ein Flying Spur und ein Bentayga W12 ganz in Ruhe angesehen werden konnten. Aus carsdaily.de-Sicht war Halle 12, in der sich Porsche, Lamborghini, Bugatti, Bentley und Audi tummelten die interessanteste Ausstellungsfläche der Messe. Neben dem 991.2 Carrera T, der erstmals auf einer europäischen Messe zu sehen war, fand sich gegenüber bei Audi eine kleine Armada von R8 mit quietschbunten Sideblades. Auch der Porsche 991.2 GT2 RS fand seinen Weg auf die Messe und stand direkt neben einem 911 RSR von 2017.

Diverse Europa- und Belgien-Premieren
Der Rest der Hallen ist schnell durchschritten. Hier tummelten sich naturgemäß die Massenhersteller. Land Rover nutze die Messe um erneut den Discovery SVX zu zeigen, der auf der IAA debütierte. Ebenso fanden sich als belgische Premieren Fahrzeuge wie der Opel Insignia GSi, der Seat Leon Cupra R oder der Renault Megane RS. Erstmals in Europa stand derweil der überarbeitete BMW i8 - erstmals auch als Roadster. Schnell weiter zu Tesla. Hier standen das Modell X und das Modell S am Stand - weiterhin keine Europaversion des Modell 3 in Sicht. Nachdem auch dieser Teil der Messe abgehakt war ging es weiter in Halle 1. Hier sprach die Messegesellschaft bereits am Eingang auf Transparenten großspurig von 'Vehicules de Prestige'. Und dieses Versprechen wurde mehr als nur gehalten. Neben Alpina, vertreten mit Touring-Versionen des B3 Biturbo und B5 Biturbo, fand man in dieser Halle alles was Freude macht. Direkt neben den BMW-basierten Fahrzeugen aus dem Allgäu stellte Aston Martin aus, die neben dem bekannten DB11 erstmals den nagelneuen Vantage in gelb sowie den DB11 Volante mitbrachten.

McLaren, Rolls-Royce und Ferrari in Halle 1
In einer Hallenecke standen ein Audi R8 RWS neben einem blauen Porsche 991.2 GT3, einem Bentley Bentayga V8 Diesel und einem dunkelblau-hellblauen Bugatti Veyron sowie einem Lamborghini Huracán Supertrofeo. Neben dem Lamborghini-Exponat befand sich der gemeinsame Stand von McLaren und Rolls-Royce Brüssel. Hier hatte man die Möglichkeit den McLaren 720S und 570S Spider sowie den neuen Rolls-Royce Phantom, einen Dawn Black Badge und einen Wraith anzusehen. Die Halle der Prestigefahrzeuge vervollständigte ein Stand von Ferrari, an dem es ähnlich ruhig zuging wie bei Bugatti und Lamborghini in Halle 12. Man hatte alle Fahrzeuge der Modellpalette mitgebracht und stellte diese dem Publikum vor. Dazu gesellte sich in der Hallenmitte in einem 'Eyecatcher-Kreis' ein aktueller 488 Challenge Evoluzione. Weitere Showstücke kamen vom Brüsseler Museum Autoworld, Mazda (MX-5 RF), Maserati (GranCabrio), Jaguar (F-Type SVR) und BMW (i8). Durchaus als Highlight darf dabei die neue Alpine A110 in blau bezeichnet werden, die tatsächlich einige Besucher anlockte.

Exoten vom Schlage Gillet Vertigo, Hommell oder BAC
Auch ganz exotische Fahrzeuge waren in Brüssel zu finden. Dem geneigten Autofan ist der Name Gillet Vertigo sicherlich nicht unbekannt. Die Chance einen solchen Wagen einmal zu sehen haben aber eher die Wenigsten. In Brüssel standen jedoch gleich drei dieser Geschosse, inklusive der fünften Modellgeneration als Jubiläumssondermodell zum 25-jährigen Firmenbestehen und einer Rennversion mit der Vanina Ickx - Tochter des bekannten Rennfahrers Jacky Ickx - im Sommer das Bergrennen am Pikes Peak in Colorado bestreiten möchte. Einem gezeichneten Rennfahrer, nämlich dem berühmten Michel Vaillant, widmete sich eine weitere Ausstellungsfläche inklusive eines speziell angefertigten Hommell. Beinahe übersehen konnte man hingegen den BAC Mono und wer nicht mit offenen Augen durch die Halle ging hat das vermutlich auch. Schlicht in silber stand auf einem Stand "Here you can see the fastest car in the world". Neugierig geworden ging man durch einen Gang und stand dann unerwarteterweise vor dem weißen Werkswagen der BAC-Schmiede.

Als Fazit bleibt nur folgendes festzuhalten: Wer einen Autosalon sucht auf dem die neuesten Neuheiten stehen, auf dem Weltpremieren gefeiert werden, der eine große Bühne ist – der ist in Brüssel eher schlecht aufgehoben. Wer sich jedoch eine Automobilmesse ansehen will, auf der fast alle wichtigen Marken vertreten sind, wer sich einen Überblick verschaffen will und auch das ein oder andere Highlight sehen will, dem sei die Reise nach Belgien geraten. Um es anders auszudrücken: Bruxelle vaut bien une messe – Brüssel ist eine Messe wert.

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Fotografen: Oliver Kühlein (10 Fotos) und Matthias Kierse (102 Fotos)

 

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